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Affäre Snowden Rückblick: Spionage, Asyl und diplomatische Krisen

Es ist eine der größten Enthüllungsgeschichten der letzten Jahrzente. Der Ex-Geheimdienstler Edward Snowden hat öffentlich gemacht, wie der US-Geheimdienst NSA Internetuser ausspioniert. Dann musste er flüchten. Das ist passiert...

Stand: 09.07.2013

  • 6. Juni 2013

    6. Juni 2013

    Auslöser "Prism"

    Nach Zeitungsberichten in den USA und Großbritannien zapft die NSA, der Geheimdienst der US-Regierung, die Rechner von Internet-Firmen an, um sich Zugang zu Videos, Fotos, E-Mails und Kontaktdaten zu verschaffen. Das geheime Programm mit dem Code-Namen "Prism" wurde demnach 2007 ins Leben gerufen.
    Interessant: Die NSA (National Security Agency) ist der laut Netz-Experte Andre Meister der größte und bestfinanzierte Geheimdienst der Welt, ein Militärgeheimdienst.

    >> Audio: Bärbel Wossagk, B5 aktuell

  • 7. Juni 2013
    Der Präsident der USA, Barack Obama, spielt in der Affäre Snowden auch eine Rolle | Bild: picture-alliance/dpa

    7. Juni 2013

    Kampf gegen den Terror

    Neue Informationen kommen ans Tageslicht: Demnach hat von dem Abhör-Programm auch der britische Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarters ) profitiert, berichtet der "Guardian".
    US-Präsident Barack Obama verteidigt "Prism" als Mittel im Kampf gegen den Terror.

  • 9. Juni 2013

    9. Juni 2013

    Snowden im "Auftrag der Freiheit"

    Hinter den Enthüllungen steckt der IT-Spezialist Edward Snowden, der zuletzt für den US-Abhördienst NSA gearbeitet hatte. Der britische "Guardian" veröffentlicht ein Interview mit Snowden, der rund drei Wochen zuvor mit geheimen Dokumenten von Hawaii nach Hongkong geflohen war und nun auf Asyl hofft.
    Snowden fühlt sich nicht als Held. Er sagt, er sieht die Freiheit im Netz in Gefahr, und er möchte nicht in einer Welt leben, in der es keine Privatsphäre mehr gibt.

    >> Video: Ralf Thume, Rundschau

  • 16. Juni 2013

    16. Juni 2013

    G20-Gipfeltreffen ausspioniert

    Der G8-Gipfel in Nordirland steht bevor - und es kommt zu neuen Enthüllungen. Der "Guardian" berichtet unter Berufung auf Snowden, dass britische Geheimdienstler 2009 Teilnehmer des G20-Gipfeltreffens in London ausgespäht hätten.

    >> Audio: Barbara Wesel, B5 aktuell

  • 21. Juni 2013

    21. Juni 2013

    Anklage Snowdens und englische Mithörer

    Nicht nur die Amerikaner, nach neusten Berichten der britischen Zeitung "Guardian" hat der britische GCHQ Telefone und Internet weltweit in ungeahntem Ausmaß überwacht, womöglich noch stärker als die Amerikaner. Datenschützer sind empört.
    Derweil haben die USA Anklage wegen Spionage und Diebstahl gegen Snowden erhoben.

    >> Video: Annette Dittert, Rundschau

  • 23. Juni 2013

    23. Juni 2013

    Snowden auf der Flucht

    Zeitungen berichten, dass Snowden von Hongkong nach Moskau weitergereist sei. Er wolle von dort aus nach Südamerika. In Ecuador soll Snowden einen Asylantrag gestellt haben. Rechtsberater von Wikileaks unterstützten Snowden auf der Flucht, teilt die Enthüllungsplattform mit.

    >> Video: Tessa Siebenhüner, Rundschau

  • 25. Juni 2013

    25. Juni 2013

    Snowden in Moskau

    Russlands Präsident Wladimir Putin bestätigt, dass Snowden als Transitpassagier seit Tagen auf einem Moskauer Flughafen ist. Eine Auslieferung drohe ihm nicht, auch wenn die USA das vehement fordern und zwischenzeitlich auch seinen Pass annuliert haben.
    Derweil wird bekannt, dass der britische Geheimdienst GCHQ in der "Tempora"-Affäre vor allem auch deutsche Leitungen zur Übersee-Kommunikation abgehört haben soll.

    >> Video: Birgit Rätsch, Rundschau

  • 27. Juni 2013

    27. Juni 2013

    Asyl in Ecuador?

    Mitglieder des US-Kongresses drohen Ecuador mit wirtschaftlichen Konsequenzen, sollte Snowdens Asylantrag bewilligt werden. Ecuador verzichtet daraufhin auf Zollvergünstigungen in den USA. Nach Meldungen in Moskau wartet Russland auf einen offiziellen Auslieferungsantrag der USA.

    >> Audio: Julio Segador, B5 aktuell

  • 30. Juni 2013

    30. Juni 2013

    EU im Visier

    Neue Nachrichten über Späh-Attacken: Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" haben US-Geheimdienstler auch die Europäische Union ausspioniert. Die diplomatischen Vertretungen der EU in Washington und bei den UN in New York seien mit Wanzen versehen worden, berichtet das Blatt unter Berufung auf Geheimdokumente in Snowdens Besitz. Darin würden die Europäer als "Angriffsziel" benannt. In Deutschland sei der US-Abhördienst NSA besonders aktiv. Politiker sind empört.

    >> Video: Markus Langenstraß, Rundschau

  • 1. Juli 2013

    1. Juli 2013

    Snowden weiter auf der Suche nach Asyl

    Snowden sucht in rund 20 Ländern Asyl. Doch die meisten reagieren ablehnend. Seinen Antrag auf Aufnahme in Russland zieht der Ex-Geheimdienstler zurück, als Putin Bedingungen stellt: Snowden dürfe den USA nicht länger mit seinen Enthüllungen schaden.
    Deutschland will den Antrag sorgfältig prüfen, verweist dann aber auf formale Mängel. Ein Asylanstrag könne nur auf deutschem Boden und nicht aus dem Ausland gestellt werden.

    >> Video: Matthias Dänzer-Vanotti, Rundschau

  • 3. Juli 2013

    3. Juli 2013

    Auswirkungen auf den europäischen Flugraum

    Boliviens Präsident Evo Morales hatte erklärt, dass Snowdens Asylantrag debattiert und berücksichtigt werde. Diese Aussage sollte weitreichende Konsequenzen haben. Denn auf seiner Rückreise von Moskau nach Bolivien hatten einige europäische Länder Morales den Überflug verweigert. Es gab Gerüchte, er habe Snowden an Bord. Nach einigen Stunden Zwangsstopp in Wien erlaubten Frankreich und Portugal den Weiterflug.

    >> Video: Andreas Herz, BR

  • 6. Juli 2013

    6. Juli 2013

    Nicaragua, Venezuela und Bolivien bereit Asyl zu gewähren

    Nicaragua, Venezuela und Bolivien erklären sich bereit, Snowden politisches Asyl zu gewähren. Die nicaraguanische Regierung würde Snowden "mit Freuden" aufnehmen, gibt Präsident Daniel Ortega bekannt. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro erklärt, dem Held der Menschenrechte aus humanitären Gründen Asyl anzubieten. Für Boliviens Präsident Morales ist seine Entscheidung Protest. Die bolivianische Regierungsmaschine war wenige Tage zuvor zur Landung gezwungen worden, da Snowden an Bord vermutet worden war. "Wir haben keine Angst", sagt Morales.

    >> Video: Christina Lutz, BR

  • 9. Juli 2013

    9. Juli 2013

    Asylantrag in Venezuela

    Snowden stellt bei den Behörden in Venezuela offiziell einen Asylantrag. Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter müsse nun entscheiden, sagte Staatschef Nicolas Maduro, wann er nach Venezuela fliegen wolle. Allerdings müsse, auch wenn Snowden mit einer positiven Entscheidung rechnen könne, noch offiziell über den Antrag entschieden werden.

    >> Audio: Martin Polansky, ARD

  • 12. Juli 2013
    Edwart Snowden während einer Pressekonferenz am 12. Juli 2013 in Moskau | Bild: picture-alliance/dpa

    12. Juli 2013

    Vorübergehendes Asyl in Russland

    Snowden will nach Angaben seines russischen Anwalts Anatoli Kutscherena vorübergehendes politisches Asyl in Russland beantragen. Zuvor hat er sich mit russischen Menschenrechtlern und Politikern zu einem Gespräch im Moskauer Flughafen Scheremetjewo getroffen und danach eine Pressekonferenz (Bild) gegeben. Snowden möchte wohl solange in Russland bleiben, bis er nach Südamerika ausreisen kann. Offiziell unterschreibt er den Asylantrag am 16. Juli.

  • 13. Juli 2013
    Hans-Peter Friedrich bei einer Pressekonferenz in Washington | Bild: picture-alliance/dpa

    13. Juli 2013

    Scharfe Kritik an Friedrich

    Am 12. Juli war Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich im Zuge der Spähaffäre nach Washingten gereist. Auf einer Pressekonfernz teilte er mit, die USA wollen Deutschland künftig besser über die Arbeit ihrer Geheimdienste informieren. Friedrich räumte auch ein, das US-Spähprogramm "Prism" überwachte auch Kommunikationsinhalte, es würden nicht nur Verbindungsdaten gesammelt. Einen Tag später übt die Opposition scharfe Kritik an Friedrich: Dessen Gespräche in Washington hätten keine Aufklärung der vermuteten millionenfachen Ausspähung von E-Mail und Telefondaten deutscher Bürger gebracht.

  • 14. Juli 2013
    Glenn Greenwald | Bild: picture-alliance/dpa

    14. Juli 2013

    "Snowden kann USA noch mehr schaden"

    Nach Informationen des in Brasilien lebenden "Guardian"-Journalisten Glenn Greenwald verfügt Snowden über weit mehr brisantes Material, als er bisher preisgegeben hat. "Snowden besitzt genügend Informationen, um der US-Regierung innerhalb einer Minute mehr Schaden zuzufügen, als es jede andere Person in der Geschichte der USA jemals getan hat", so Greenwald gegenüber der argentinischen Zeitung "La Nación". Die USA verlangen unterdessen von Russland Snowdens Auslieferung. Kremlchef Wladimir Putin will der Forderung nicht nachkommen.

  • 15. Juli 2013
    Der Schriftzug "Bundesnachrichtendienst" , aufgenommen am 22.05.2013 in Berlin an einer Mauer am Gebäude des Bundesnachrichtendienstes (BND) am Gardeschützenweg. Die größten Standorte des Bundesnachrichtendienstes sind momentan die Zentrale in Pullach im Isartal bei München und die Liegenschaft in Berlin-Lichterfelde. Im Zentrum der Hauptstadt entsteht derzeit der Neubau der Zentrale. | Bild: picture-alliance/dpa

    15. Juli 2013

    BND angeblich seit Jahren informiert

    Die "Bild"-Zeitung berichtet, der Bundesnachrichtendienst (BND) habe seit Jahren von der NSA-Datenerfassung gewusst und bei Gefahr darauf zugegriffen. Die Opposition im Bundestag setzt unterdessen die Regierung unter Druck. Grüne und Linkspartei fordern einen Untersuchungsausschuss, um das wahre Ausmaß der vermuteten NSA-Aktionen in der Bundesrepublik und eine mögliche Beteiligung deutscher Stellen offen zu legen.

  • 17. Juli 2013
    Bundeswehr in Afghanistan | Bild: picture-alliance/dpa

    17. Juli 2013

    Doppeltes "Prism"-Programm

    Neue Enthüllung der "Bild"-Zeitung: Ein weiteres "Prism"-Programm soll im Kommandobereich der Bundeswehr in Afghanistan zur Überwachung von Terrorverdächtigen eingesetzt worden sein. Regierung und BND versichern daraufhin, es handele sich um zwei unterschiedliche "Prism"-Varianten. Die "Bild"-Zeitung bleibt jedoch dabei: die beiden Programme hätten sehr wohl miteinander etwas zu tun.

  • 19. Juli 2013
    Angela Merkel am 19. Juli 2013 auf der Bundespressekonferenz | Bild: picture-alliance/dpa

    19. Juli 2013

    Merkel vertröstet

    Kanzlerin Angela Merkel stellt an die Adresse der USA klar, dass auch im Kampf gegen den Terrorismus nicht alle technischen Möglichkeiten bei der Überwachung von Daten erlaubt seien. "Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Nicht alles, was technisch machbar ist, darf auch gemacht werden. Deutschland ist kein Überwachungsstaat", so Merkel. Konkrete Antworten auf den Datenskandal bleibt sie aber schuldig: "Mir ist es völlig unmöglich, hier eine Analyse von 'Prism' vorzunehmen." Merkel weiter: "Ich kann doch nur zur Kenntnis nehmen, dass unsere amerikanischen Partner Zeit für die Prüfung brauchen."

  • 21. Juli 2013
    Verfassungsschutz | Bild: picture-alliance/dpa

    21. Juli 2013

    Verfassungsschutz und NSA

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz räumt ein, es teste ein NSA-Spähprogramm, setze es aber derzeit nicht ein. Der "Spiegel" berichtet, der BND habe sich für eine laxere Auslegung deutscher Datenschutzgesetze eingesetzt, um den Austausch zu erleichtern.

  • 6. September 2013

    6. September 2013

    Geheimdienste knacken Verschlüsselungssysteme

    Wieder enthüllt der Whistleblower Brisantes: Snowden lässt verschiedene Zeitungen wissen, dass sich weder die NSA noch ihr britischer Partnerdienst von Verschlüsselungsprogrammen im Netz abhalten lassen. Im Gegenteil: Bei entsprechenden Programmen werden sogar Hintertürchen eingebaut, um die Daten abzugreifen, bevor der User sie verschlüsselt und abschickt.

  • 24. Oktober 2013

    24. Oktober 2013

    Auch Merkel wurde abgehört

    Dass die NSA-Affäre nicht - wie von Kanzleramtschef Ronald Pofalla im Sommer erklärt - "beendet" ist, zeichnete sich schon vor dem 24. Oktober ab. Doch erst begründete Gerüchte, denen zufolge auch das Kanzlerinnen-Handy abgehört wurde, bewegen Angela Merkel dazu, das Thema Datenschutz zur Chefsache zu machen. Das politische Berlin ist empört - Washington schweigt.

  • 30. Oktober 2013

    30. Oktober 2013

    NSA außer Kontrolle?

    Erst Tage nach den Protesten aus Europa melden sich Offizielle der NSA zu Wort und stellen die Abhöraktionen als international übliche geheimdienstliche Aktivität dar. Im Rest der Welt fragt man sich: Was treibt die Elf-Milliarden-Dollar-Geheimbehörde mit ihren bis zu 40.000 Mitarbeitern noch alles? Und wer kontrolliert sie?

  • 1. November 2013

    1. November 2013

    Ströbele trifft Snowden

    Der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele (Grüne) landet einen Coup. Schon im Sommer hat er es geschafft, Kontakt zu Edward Snowden herzustellen. Jetzt trifft er den Whistle Blower konspirativ in Moskau. Ergebnis des Gesprächs: Snowden wäre bereit, in Deutschland auszusagen - wenn man für seine Sicherheit garantieren und ihm Asyl gewähren würde.

  • 4. Januar 2014

    4. Januar 2014

    Handymanie macht NSA zu Schaffen

    Der US-Geheimdienst fischt offenbar deutlich weniger Telefondaten von Amerikanern ab als gedacht. Der Grund: Immer weniger Menschen haben einen Festnetzanschluss. Mit der Flut von Handydaten stößt die NSA an Grenzen.

  • 8. Februar 2014

    8. Februar 2014

    NSA kommt mit Abhören nicht nach

    Sie würden ja gerne...Aber wie US-Medien jetzt berichten, hat die NSA Kapazitätsprobleme: Die Geheimdienstmitarbeiter können nicht annähernd so viele Handy-Daten sammeln wie erhofft, nämlich nur 20 bis 30 Prozent. Das aber will der Geheimdienst fortan ändern.

  • 20. Juni 2014

    20. Juni 2014

    NSA in Kitzingen

    Mainfranken im Fokus: Der US-Nachrichtendienst soll jahrelang Telefonate von Kitzingen aus abgehört haben. Das geht aus 53 Dokumenten von Whistleblower Edward Snowden hervor, die "Spiegel Online" nun veröffentlicht.

  • 3. Juli 2014

    3. Juli 2014

    Erlanger Student bespitzelt

    Die Schnüffeleien der NSA konnten bislang kaum einzelnen Menschen zugeordnet werden. Nun zeigt sich, dass der Geheimdienst auch Aktivisten in Deutschland im Visier hat, die sich besonders für anonymes Surfen einsetzen. So etwa auch einen Studenten in Erlangen.


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