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Auffällige Schüler SPD fordert Hilfe für Lehrer

Lehrer brauchen verstärkt Unterstützung. Davon sind die bayerischen Sozialdemokraten überzeugt. Die SPD-Bildungspolitiker im Landtag haben ihre Forderungen an die Staatsregierung vorgestellt.

Von: Johannes Reichart

Stand: 13.04.2018

Schüler im Klassenzimmer | Bild: picture-alliance/dpa

Besonders in den 2.000 Grundschulen und 1.000 Mittelschulen in Bayern spielten sich mitunter Szenen im Klassenzimmer ab, bei denen der einzelne Lehrer überfordert sei, sagt Margit Wild, die stellvertretende Vorsitzende der Landtags-SPD. In den Klassen sitzen immer häufiger Kinder und Jugendliche mit auffälligem Verhalten, wie sie meint.

"Wenn eine Schülerin oder ein Schüler aufsteht, während des Unterrichts, permanent dazwischenruft, obszöne Aussagen trifft. Den Lehrer, die Lehrerin oder Schüler angreift, sich am Boden wälzt, dann ist das ein Verhalten, wo die Lehrkraft gefordert ist. Die anderen schauen halt zu."

Stellvertretende Vorsitzende der Landtags-SPD Margit Wild

880 Schulpsychologen in Bayern

Darum fordert die SPD vom Kultusministerium deutlich mehr sogenannte Multiprofessionelle Teams an den Schulen: Psychologen, Jugendsozialarbeiter und Pädagogen. In Bayern gibt es bereits rund 880 Schulpsychologen und 1.600 Förderlehrer. Das reicht aber bei weitem nicht, klagt der Vorsitzende des Bildungsausschusses Martin Güll von der SPD.

Er will, dass der Freistaat in einem ersten Schritt 250 Schulsozialpädagogen einstellt, die dem Klassenlehrer bei brenzligen Situationen zur Seite gestellt werden, damit der Unterricht fortlaufen kann. In einigen Jahren dann, so die Vorstellung der SPD, sollte an jeder bayerischen Schule ein solcher Assistent den Lehrern zur Verfügung stehen.


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Barbara, Freitag, 13.April, 19:43 Uhr

3. Warum hat man vor dreißig Jahren keinen Schul-Psychologen gebraucht?

Hat sich durch die aufkommende Schul-Psychologie die Gewalt an den Schulen reduziert? Eher nicht. Es hat den Anschein, als ob die Gewalt in den letzten Jahren noch zugenommen hat.

Lehrkörper, Freitag, 13.April, 18:59 Uhr

2. Nur ja keine externen Qualifikationen einschleppen

Vor einiger Zeit hat eine Kollegin die Ausbildung zur Kinderpsychotherapeutin begonnen. Eine sehr teuere und zeitaufwändige Ausbildung. Mit fast 2000 Stunden Praktikum in der Psychiatrie. Zunächst wurde ihr etwas mit dem Stundenplan entgegen gekommen, aber nachdem sie aufgrund ihrer in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse ab und an Knackpunkte des Schulsystems fachlich fundiert kritisiert hat, wurde sie aus ihrer Stammschule "komplimentiert". Obwohl es dort wirklich genug sehr auffällige Schüler gibt.
Bleiben durften die, die regelmäßig ein paar Stellwände mit "Projekten" dekorieren, das kommt in der Lokalpresse besser und hilft auch der Karriere der Schulleitung weiter.
Sowohl Schulamt als auch Personalrat betonen, dass diese Zusatzausbildung ihr Privatvergnügen sei und lassen gern durchblicken, dass sie froh sein könne, dass diese überhaupt so geduldet werde. Ein Einsatz im schulpsychologischen Bereich ist ihr nicht möglich, sie müsste dafür zusätzlich Schulpsychologie studieren.

  • Antwort von ist das noch Lehre oder kann das weg, Samstag, 14.April, 04:03 Uhr

    "... als auch Personalrat betonen, dass diese Zusatzausbildung ihr Privatvergnügen sei ..."
    Tja, da ist es vom Lehr- zum Leerkörper nicht weit.

  • Antwort von Konni, Samstag, 14.April, 09:50 Uhr

    Nun ja, das kommt daher, dass in den Personalräten der Grund- und Mittelschulen scharenweise Schulleiter sitzen. Und wie wird man Schulleiter? Durch obrigkeitskonformes Verhalten über Jahre.
    Da will sich auch keiner so eine Laus in den Pelz setzen, die Lehrplaninhalte und andere Misstände anprangert und vielleicht gar noch mit Studien (oder einfachen entwicklungspsychologischen Erkenntnissen) belegen kann. Das versteht so ein Personalrat gut; wer sich bei dem Rat holt, ist von vornherein schlecht beraten.

realist , Freitag, 13.April, 17:28 Uhr

1. Den Schulpsychologen besucht garantiert niemand,

wer das tut, ist sozial "out".

  • Antwort von Kats, Freitag, 13.April, 18:23 Uhr

    Und wieder unrealistisch !
    Sie haben bestimmt keine Kinder.
    Gute Schulpsychologen werden von Schülern, Lehrern und Eltern gerne
    angenommen.
    Bei meinem Sohn war es sogar so, dass der Psychologe in den Pausen
    " überlaufen " wurde. Er hat immer Spiele, Sport und Interessantes im " Angebot " gehabt.
    Wenn dann Probleme auftauchten und die tauchen an jeder Schule auf,
    ist schon mal ein Vertrauensverhältnis vorhanden.

  • Antwort von Manfred, Samstag, 14.April, 06:45 Uhr

    Dieses System funktioniert nur wenn die Eltern da mitspielen . Vielen Eltern ist es peinlich wenn dadurch Erziehungsfehler offenbar werden , gehen Sie mal zu einem Elternabend . Heute ist es leider so das die Prbleme in die Zukunft verlagert werden und sich später das Kind alleine mit seinem Problem beschäftigen muß . Aber dann sind die Eltern ja raus . Meine Frau ist Lehrerin an einer Grundschule und was man da so hört muß ich sagen haben die Eltern eh mehr Ahnung von Psychologie als die Studierten .