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Erfolg für Rapper "Sonny Black": Bushidos Album ist nicht jugendgefährdend

Erfolg für den Rapper Bushido vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster: Sein Album "Sonny Black" (2014) wurde zu Unrecht als "jugendgefährdend" eingestuft, so das noch nicht rechtskräftige Urteil. Es geht um Kunstfreiheit.

Stand: 16.05.2018

Rapper Bushido steht am 31.07.2013 in Berlin vor einem Büro seines Musiklabels.  | Bild: picture-alliance/dpa

Der Rapper Bushido war nicht zum ersten Mal mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien konfrontiert. Bereits 2005 wurde sein Song "King Of Kingz" indiziert, also der Verkauf an Kinder und Jugendliche verboten. Auch "Stress Ohne Grund" (2013) erschien den Prüfern als gefährlich für Heranwachsende. Das Album "Sonny Black" von 2014 war nach Auskunft von Elke Monssen-Engberding, der Leiterin der Prüfstelle, wegen der Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen, sowie wegen Verherrlichung des "kriminellen Lebensstils" und verrohender Aussagen auf den Index gesetzt worden. Ironie wollte die Behörde ebenso wenig erkennen wie Kunst. Bushido war damals von Medien mit dem Satz zitiert worden, das sei eine "Hurensohn-Begründung".

Revision wurde zugelassen

Jetzt kam das Oberverwaltungsgericht Münster zum Ergebnis, zwischen Kunstfreiheit und Jugendschutz sei von der zuständigen Behörde nicht ausreichend "abgewogen" worden. Es seien auch nicht alle Beteiligten angehört worden. Mit ihrer Entscheidung von Mittwoch kippten die Richter die Entscheidung aus der Vorinstanz, dem Kölner Verwaltungsgericht. Dort waren im Gerichtssaal 2016 zwei Songs des Albums mit beleidigenden und vulgären Passagen vorgespielt worden, woraufhin die Richter die Entscheidung der Jugendprüfstelle bestätigten.

Die Revision am Bundesverwaltungsgericht ließen die Richter zu, das Verfahren wird also mutmaßlich fortgesetzt. Die Anwälte von Bushido hatten bezweifelt, dass das umstrittene Album verrohend wirken könne, schließlich seien Kinder und Jugendliche heutzutage viel härteren Gewalt- und Sex-Szenen in den Medien ausgesetzt. Es sei fraglich, dass der Gangster-Rap negative Auswirkungen habe, vielmehr stifte er auch "Identität" und könne jungen Musikkonsumenten deshalb "Halt" im Leben geben.

Kollegah und Farid Bang als Texter dabei

Auch die Rapper Kollegah und Farid Bang, die wegen ihrer umstrittenen Texte zur Abschaffung des "Echo"-Musikpreises beigetragen hatten, waren 2014 als Texter an Bushidos "Sonny Black" beteiligt. Die Platte verkaufte sich mehrere hunderttausendmal, in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichte sie schon zwei Wochen nach Erscheinen im Februar 2014 "Gold-Status", den es ab 100 000 verkauften Alben gibt (in der Schweiz ab 10 000 Alben).

Zahlreiche namentlich genannte Personen werden von Bushido persönlich angegriffen, darunter Bruce Darnell, Bastian Schweinsteiger, Dieter Bohlen, Olivia Jones und Lena Meyer-Landruth.


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Leon , Donnerstag, 17.Mai, 05:24 Uhr

5. Kopfleere

Hat der eigentlich einen Schulabschluss oder war er nur auf der Klotzchenschule? Seine Texte sagen eigentlich alles!

Wanda, Donnerstag, 17.Mai, 02:33 Uhr

4. abwärts

Auch nach dem besch....... Echo-Event der beiden Antisemiten-Rapper. Das Niveau geht amtlich erlaubt und als Kunst erklärt immer weiter runter...

Meier, Donnerstag, 17.Mai, 00:08 Uhr

3. Verrohend ?

Vielleicht niht verrohend, sicher aber verblödent !

Advertiser, Mittwoch, 16.Mai, 22:34 Uhr

2. Kunst oder reisserische Aufmerksamkeit?

Es geht nur um das Geld. Leider braucht es dafür keine Kunst. Somit ist die Frage beantwortet.

Je reisserischer Kunst, Studien, Statistiken, Statements, Youtube-Filmchen oder Presseerklärungen publiziert werden, desto argwöhnischer und kritischer sehe ich diese. Eigentlich ist das mittlerweile sehr langweilig.

Nürnberger, Mittwoch, 16.Mai, 21:06 Uhr

1. Unglaublich

Unglaublich, dass es Leute gibt, die Alben mit so einen niveaulosen Gestammel kaufen. Mit Musik oder Kunst hat das nichts mehr zu tun.

  • Antwort von lilabunt, Donnerstag, 17.Mai, 00:13 Uhr

    Auch der preisgekrönte Farid Bang war wieder tätig, wie ich kürzlich las. Dass seine Texte in meine Musiksammlung passen, bezweifle ich. Es zwingt mich aber auch niemand, sie anzuhören. Diese offenbar sehr spezielle Kundschaft würde ich trotzdem gern mal sehen.