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Lauter Urlaubsschreck So können Sie sich vor einem Fehlalarm Ihres Rauchmelders im Urlaub schützen

Rauchmelder in der Wohnung sind Pflicht, weil sie Leben retten können. Die runden Dinger an der Decke können aber auch für mancherlei Verdruss sorgen, etwa durch einen Fehlalarm. Wir haben bei der Feuerwehr nachgefragt, was man beachten sollte, um bei der Rückkehr aus dem Urlaub keine böse Überraschung zu erleben.

Von: Katharina Wysocka

Stand: 29.07.2018

Rauchmelder an einer Zimmerdecke | Bild: picture-alliance/dpa

Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus dem Sommerferien zurück und stellen fest, dass das Schloss ihrer Wohnung ausgetauscht wurde. Außerdem finden Sie eine Mitteilung der Feuerwehr, die besagt, dass Sie sich einen neuen Schlüssel bei der Polizei abholen können.

Wenn die Batterie leer ist, gibt der Rauchmelder ein lautes Signal

Ursache für den ganzen Ärger könnte ein Rauchmelder in Ihrer Wohnung sein. In Hamburg, wo Rauchmelder seit 2010 Pflicht sind, hat sich die Feuerwehr schon daran gewöhnt, dass die Geräte auch mal Fehlalarm geben. Zum Beispiel kann sich das Signal, dass die Batterie leer ist, für Nachbarn wie ein Feueralarm anhören. Wenn der Wohnungseigentümer nicht daheim ist, rufen Nachbarn dann oft die Feuerwehr.

Die Feuerwehr übt sich in Schadensbegrenzung

Seit diesem Jahr sind Rauchmelder auch in Bayern vorgeschrieben und Brandinspektor Stefan Kießkalt von der Branddirektion München rechnet auch hier mit Fehlalarmen.

"Wenn der Rauchmelder ausgelöst hat, müssen wir in die Wohnung, um nachzusehen, was da passiert ist. Die Feuerwehrleute versuchen, möglichst schonend vorzugehen und ohne großen Sachschaden in die Wohnung rein zu kommen, über Fenster oder sie ziehen das Türschloss. Wir schauen in der Wohnung nach und dann bauen wir ein neues Schloss ein. Wir hinterlassen einen Zettel und der Besitzer muss den Schlüssel bei der Polizei abholen."

Stefan Kießkalt, Brandinspektor

Wenn dennoch ein Sachschaden entstehen sollte, kann der Eigentümer dies Brandinspektor Kießkalt zu Folge bei der Feuerwehr melden und der Schaden wird an die Versicherung weitergegeben. Die Kosten für den Feuerwehreinsatz und das Schloss muss der Wohnungseigentümer nicht zahlen.

Urlaubs-Vorbereitung: Batterie im Rauchmelder überprüfen

Vor dem Urlaub empfiehlt Brandinspektor Stefan Kießkalt, den Testknopf am Rauchmelder zu drücken. Wenn ein Warnsignal ertönt, heißt das, dass der Rauchmelder funktioniert, sagt aber nichts darüber aus, wie lange die Batterie noch hält. Die Laufzeit der Batterie sollte man mit einem eigenen Testgerät überprüfen, so können Fehlalarme wegen leerer Batterien verhindert werden.

Rauchmelder abschalten ist keine gute Idee!

Auf keinen Fall sollte man jedoch den Rauchmelder vor der Urlaubszeit abschalten.

"Wenn es wirklich in der Wohnung brennt, soll der Rauchmelder auch auslösen, wenn niemand in der Wohnung ist. Um die Nachbarn bei Feuer zu warnen und wenn Nachbarn die Feuerwehr rufen, kann ein Brandschaden deutlich kleiner gehalten werden."

Stefan Kießkalt, Brandinspektor

Auch diese Tipps helfen, den Feuerwehreinsatz zu verhindern

Um einen Feuerwehreinsatz in seiner Wohnung während der Ferienzeit zu verhindern, empfiehlt der Brandinspektor:

"Gut ist es, wenn man den Netzstecker von den elektronischen Geräten zieht und die Geräte nicht auf Standby laufen lässt. Außerdem sollte man die Wasseranschlüsse von Spül- und Waschmaschinen abdrehen, dass man nicht eine böse Überraschung hat, wenn man nach Hause kommt oder die Feuerwehr schon da war, weil das Wasser durch die Decke getropft ist. Die Fenster sollten komplett geschlossen werden, denn bei Sturm und  Unwettern kann es auch durch gekippte Fenster nass werden in der Wohnung. Die Türen sollte man  versperren und vielleicht auch die Nachbarn informieren, dass man im Urlaub ist. Wenn trotz allem etwas sein sollte, können die Nachbarn dann schneller die Feuerwehr rufen."

Stefan Kießkalt, Brandinspektor


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