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Standort Görlitz Siemens verzichtet auf Werksschließung

Die umstrittenen Schließungspläne für den Siemens-Standort im sächsischen Görlitz sind vom Tisch. In der Nacht einigten sich Unternehmensführung, Gesamtbetriebsrat und IG Metall auf einen Zukunftspakt für die schwächelnde Kraftwerkssparte. Beim geplanten Stellenabbau gibt es keine Entwarnung.

Von: Stephan Lina

Stand: 08.05.2018

Ein Siemens-Arbeiter mit einer Gasturbine | Bild: picture-alliance/dpa

Monatelang hatte die Belegschaft des Siemens-Werks Görlitz für den Erhalt ihres Standortes gekämpft, jetzt kam die gute Nachricht: Das Werk bleibt erhalten und soll zu einem weltweiten Zentrum für Industrie-Dampfturbinen werden.

Für andere Standorte gibt es noch keine komplette Entwarnung. So hat Siemens nach Angaben von Arbeitsdirektorin Janina Kugel zum Beispiel keinen Investor gefunden, der eine nachhaltige Lösung für das Werk Erfurt geboten hätte. Dort wurde der Verkauf abgeblasen, Siemens verhandelt nun mit dem Betriebsrat über eine Restrukturierung.

Sparpläne bleiben grundsätzlich

Darüber hinaus prüft der Konzern einen Verkauf des Standortes Leipzig. Nichts ändert sich an den Plänen, den Standort Offenbach weitgehend aufzulösen und große Teile der dortigen Belegschaft nach Erlangen zu versetzen. Grundsätzlich bleiben die seit November bekannten Sparplänen bestehen.

Siemens will im Kraftwerksgeschäft weltweit 6.900 Stellen abbauen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Mit den örtlichen Betriebsräten will man nun Lösungen verhandeln. Janina Kugel ließ offen, wie viele Jobs am Ende tatsächlich wegfallen werden, und ob man auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten wird. Möglichst bis Ende September wolle man aber konkrete Ergebnisse haben.


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