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Machtwechsel in Bayern Seehofer nimmt Abschied

Nach seiner letzten Kabinettssitzung am Vormittag hat sich Horst Seehofer nun als Ministerpräsident aus Bayern verabschiedet. Sein Weg führt nach Berlin ins Innenministerium.

Stand: 13.03.2018

Horst Seehofer - letzte Kabinettssitzung am 13.3.2018 | Bild: picture-alliance/dpa/Peter Kneffel

"Ich begrüße Sie zur letzten Kabinettssitzung in dieser Formation." Mit diesen Worten eröffnete Horst Seehofer die letzte bayerische Ministerratssitzung unter seiner Leitung. Mit dem Ablauf des heutigen Tages tritt er vom Amt des Bayerischen Ministerpräsident nach knapp zehn Jahren zurück.

Seehofer will am Freitag bei Söder Wahl dabei sein

Sein designierter Nachfolger Markus Söder sagte vor der Sitzung: "Bayern hat unter Seehofer zehn gute Jahre gehabt." Er hoffe, dass Seehofer bei seiner Wahl zum Ministerpräsidenten am Freitag dabei sein werde. "Das wäre ein Signal der Geschlossenheit", so Söder. Seehofer sicherte bei seiner letzten Pressekonferenz als Ministerpräsident zu, dass er alles versuchen werde, um am Freitag bei der Wahl dabei zu sein.

Aussöhnung mit Tschechien

Als Erfolge seiner Amtszeit wertet Seehofer die Aussöhnung mit dem Nachbarland Tschechien und das Ziel "Bayern schuldenfrei 2030". Die Opposition lobt die Rückkehr zum neunfährigen Gymnasium unter Seehofer. Sie wirft aber auch vor, dass er öfter Ankündigungen gemacht und nicht gehalten habe.

Übergangszeit mit Stamm und Aigner

In der Übergangszeit zwischen Seehofer und Söder ab heute 24 Uhr vertreten Landtagspräsidentin Barbara Stamm und die Vizeministerpräsidentin Ilse Aigner den Freistaat.

"Bei mir ist kein Groll, kein Trübsal, bei mir ist Wehmut"

Horst Seehofer

Bei seiner letzten Pressekonferenz als Ministerpräsident gab es von Horst Seehofer Lob für seine Ministerriege. Das Ergebnis für Bayern ist gut, sagte Seehofer, der in sein Lob auch die Staatsverwaltung mit einschloss. Er sei immer „mit vielen Vermerken nach Berlin und mit einer leeren Aktenmappe“ zurückgefahren.

"Immer die kleinen Leute im Blick"

In seiner Bilanz nannte er die soziale Marktwirtschaft. „Ich hatte immer im Blick die kleinen Leute, und deshalb habe ich mich immer bemüht den Blick auf diese Leute zu richten und ich glaube, dass ist uns auch gelungen“, sagte er. Als dritten Pfeiler seiner Politik nannte der scheidende Ministerpräsident die Orientierung an Recht und Ordnung. „Das war meine Linie“, sagte er. 


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