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Kein Verständnis für Kritik Seehofer attackiert Kardinal Marx in Debatte um Kreuz-Pflicht

In der Diskussion um die Kreuzpflicht in bayerischen Behörden hat nun auch der CSU-Chef Horst Seehofer Stellung bezogen. Im Spiegel kritisierte er den Münchner Kardinal Reinhard Marx, für dessen Äußerungen er "kein Verständnis" habe.

Von: Peter Solfrank

Stand: 11.05.2018

09.05.2018, Berlin: Horst Seehofer (CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, äußert sich im Bundesinnenministerium zum Thema Familiennachzug.  | Bild: dpa-Bildfunk/Carsten Koall

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hatte den Kreuz-Erlass der bayerischen Staatsregierung kritisiert, weil er "Spaltung, Unruhe, Gegeneinander" schaffe. Im Spiegel erklärte Horst Seehofer laut einer Vorabmeldung des Magazins:

"Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass der Kardinal es kritisiert, wenn Kreuze in unseren bayerischen Behörden aufgehängt werden. Das Kreuz ist ein religiöses Symbol und gleichzeitig Ausdruck der christlichen Prägung Bayerns."

Horst  Seehofer CSU-Vorsitzender und Bundesinnenminister.

Das Kreuz enteignet?

Ende April hatte Kardinal Reinhard Marx in einem Interview der Süddeutschen Zeitung gesagt: "Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden. Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet."

Söder: Kreuz als Symbol bayerischer Lebensart

Unterstützung erhielt Marx von der Kulturstaatsministerin im Kanzleramt, Monika Grütters (CDU). Es sei "fatal und gefährlich, das Kreuz rein utilitaristisch zu verwenden, statt aus innerer Überzeugung", sagt Grütters, die Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, dem "Spiegel".

Im Eingangsbereich aller bayerischen Dienstgebäude soll ab dem 1. Juni ein Kreuz hängen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Ende April zu dem Beschluss des Landeskabinetts erklärt: "Das Kreuz ist grundlegendes Symbol unserer bayerischen Identität und Lebensart." Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) unterstellte Söder nun indirekt eine Entfremdung vom Glauben:

"Wer das Bekenntnis nicht mehr gewohnt ist, neigt im Bekenntnisfall manchmal zu Unbeholfenheit und Übereifer."

Monika Grütters (CDU), Staatssekretärin im Kanzleramt und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken


Söder ist Protestant und war mehrere Jahre in der Landessynode der evangelischen Kirche. Wegen seiner Wahl zum Ministerpräsidenten und der damit verbundenen größeren zeitlichen Verpflichtungen zog er sich zu Jahresbeginn aber aus dem evangelischen Kirchenparlament zurück.


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tell, Freitag, 11.Mai, 19:44 Uhr

40.

Ich finde es einfach gut, dass Söder und Seehofer ... sich nicht blenden lassen.

Aguirre, Freitag, 11.Mai, 19:30 Uhr

39. Seehofer

Die Gottlosen proben den Aufstand. Alle werden in der Hölle schmoren. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das einer von der CSU in den Himmel kommt.

Wolfi, Freitag, 11.Mai, 19:30 Uhr

38. Kardinal

Erstaunlich, wie ein Kirchenmann gegen das Kreuz lamentiert. Zu unterstellen, dass Wahlpropaganda für die Entscheidung Söders war, ist eine Unterstellung, die er mit nichts belegen kann. Ich freue mich jedenfalls, dieses christliche Symbol wieder, wie früher in öffentlichen Gebäuden zu sehen. Ebenso wie über 50% der Mitbürger auch. Herr Marx sollte sich lieber um Weltprobleme kümmern, da gibt es genug zu tun. Der =Papst macht es vor.

hannes, Freitag, 11.Mai, 19:16 Uhr

37. ich verstehe Marx,

denn was die CSU mit dem Kreuz macht ist die Säkularisierung des wichtigsten christlichen Symbol für deren Glauben an Gott und ein Leben nach dem Tod.
Das Kreuz rückt damit auf das Niveau vom Christbaum, der ja auch vor allen Ämtern und meist allen Firmen steht, egal welches Bekenntnis die Insassen oder Bevölkerung haben, sondern weil es ein schönes Symbol ist und gute Stimmung verbreitet. Aber mit dem eigentlichen Sinn von Weihnachten und Glauben hat das ja, wie wir alle selber immer spüren in den Tagen des Kommerz, herzlich wenig zu tun. Wenn die CSU nun das gleiche mit dem Kreuz macht, dann ist das schlimm.
Und ja, die Umfragen zeigen, dass die Mehrheit dafür ist, genau wie beim Christbaum, aber halt leider aus den völlig falschen Gründen. Die Manifestierung des Kreuzes zum säkularen Gegenstand muss jeden wahren Gläubigen oder Intellektuellen unendlich frustrieren. Vox populi Vox Rindvieh

Josef Habacht, Freitag, 11.Mai, 18:25 Uhr

36. Die große Mehrheit

stimmt dem Kreuzerlass zu
Und zwar nicht weil sie srenggläubige Christen sind, sondern wei weil sie genug haben vom ausser Rand und Band geratenen MultiKulti in Deutschland.
Tendenz, unaufhörlich steigend

  • Antwort von Danke FDP, Freitag, 11.Mai, 19:43 Uhr

    Volle Zustimmung, genauso sehe ich das auch.
    Im Übigen war das Thema schon durch aber scheinbar ist anonsten nicht relevantes passiert (langes Wochenende vermutlich) und es wurde daher wieder aus der Mottenkiste geholt. Irgendwie müssen die Zeitungs- bzw. Online-Seiten ja gefüllt werden.