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Warenhauskette in der Krise Schwierige Sanierungsgespräche bei Kaufhof

Kaufhof kommt trotz Sanierungskonzept nicht aus den schlechten Zahlen. Der Mutterkonzern HBC fordert darum, die Kosten zu senken. Das trifft auch die rund 18.000 Beschäftigten. In Frankfurt gehen heute die Gespräche mit der Gewerkschaft Verdi weiter.

Stand: 08.06.2018

Eingang des Kaufhof-Warenhauses am Marienplatz, München | Bild: picture-alliance/dpa

Kaufhof ist ein Sanierungsfall - das sieht auch die Gewerkschaft so. Verdi hatte von unabhängigen Experten dazu ein Gutachten erstellen lassen. Nun wird über einen Sanierungstarifvertrag mit dem Management verhandelt. Darauf lässt sich eine Gewerkschaft aber nur ein, wenn am Ende die Jobs und die Standorte - bei Kaufhof sind es 96 - gesichert sind.

Kaufhofmitarbeiter sollen auf Lohnerhöhung verzichten

Wenn Beschäftigte für eine Zeit auf ein Einkommensplus verzichten oder für den gleichhohen Lohn länger arbeiten, dann müssen die Bedingungen vorher klar geregelt werden. Immerhin investieren die Mitarbeiter ja einen Teil des ihnen zustehenden Geldes in das Unternehmen - so sieht es die Verhandlungskommission.

Sanierungskonzept ist Verdi zu unpräzise

Das bis jetzt vorgelegte Sanierungskonzept ist der Gewerkschaft zu unpräzise. Beim Verfassen eines neuen sollten die Betriebsräte darum mit eingebunden werden. So bringe ein Personalabbau wie vom Management angedroht nichts. Der verschlechtere nur den Service und vergraule Kunden. Allerdings muss sich Kaufhof das Personal auch leisten können – was zur Zeit nicht der Fall ist. Das Argument wird das Management bei den Gesprächen einbringen. Und die werden sicher noch eine Zeit in Anspruch nehmen.

Aus dem Tarifvertrag des Einzelhandels einfach aussteigen, wie Karstadt es getan hat, damit tut sich Kaufhof schwer. Beim Kauf hatte sich die Mutter damals dem vorherigen Besitzer Metro gegenüber verpflichtet, das erst einmal nicht zu tun.


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