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Ein neues Geldsystem? Schweizer stimmen über Vollgeld-Initiative ab

Eine Schweizer Initiative will erreichen, dass das Finanzsystem des Landes radikal reformiert wird. Geld soll nur noch durch die Zentralbank geschaffen werden. Dass diese Vollgeld-Idee bei der Volksabstimmung heute vom Volk angenommen wird, gilt als unwahrscheinlich. Sogar die Schweizer Nationalbank, deren Einfluss durch das neue System wachsen würde, lehnt den Vorschlag ab.

Von: Dietrich Karl Mäurer

Stand: 10.06.2018

Vollgeld - In der Schweiz findet demnächst eine Volksabstimmung darüber statt. | Bild: BR/HR/Hanspeter Michel

Die Schweizer stimmen heute über einen radikalen Umbau des Finanzsystems hin zu einem sogenannten Vollgeld-System ab. Eine Initiative will damit künftige Finanzkrisen verhindern. Stimmt eine Mehrheit der Schweizer und die Mehrheit der Kantone für das Vollgeldsystem, dann dürfte künftig nur noch die Schweizerische Nationalbank neues Geld schaffen. Geschäftsbanken dürften nur noch Geld verleihen, welches sie dazu zur Verfügung gestellt bekommen - über Einlagen von Sparern, andere Banken oder durch die Nationalbank.

Kritiker warnen vor Risiken

Die Initiatoren der Abstimmung versprechen: der radikale Umbau des Finanzsystems zum Vollgeldsystem, verhindere Finanzkrisen und schütze das Geld der Sparer im Falle einer Bankenpleite. Die Gegner der Vorlage sehen vor allem Risiken. Nirgends in der Welt gebe es Erfahrungen mit einem Vollgeldsystem. Nach der Finanzkrise vor zehn Jahren habe der Staat reagiert und das Finanzsystem sicherer gemacht. So wurden z.B. die Kapitalregeln für Großbanken verschärft. Wiederholt kritisierte auch der Chef der Schweizerischen Nationalbank Thomas Jordan die Idee: ein Vollgeldsystem würde der Schweiz schaden und die Arbeit der Nationalbank erschweren.

Meinungsumfragen sehen Gegner vorn

Ablehnung kommt auch von der Schweizer Regierung, dem Parlament, vielen Banken sowie der Wirtschaft. Letzte Meinungsumfragen deuten darauf hin, dass die komplizierte Vorlage beim Volk durchfallen dürfte. So lagen die Gegner zuletzt bei 54 Prozent. Die Befürworter kamen lediglich auf 34 Prozent.


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Barbara, Sonntag, 10.Juni, 15:09 Uhr

3. In der Schweiz wird doch in einem Ort das bedingungslose Grundeinkommen erprobt.

Das wäre doch auch bei uns eine echte Alternative. Dann würde das ganze Hartz Vier wegfallen und die vielen Armuts-Rentner kämen aus der Armut heraus. Es müßten ja nicht gleich Zweitausend und fünfhundert Euro sein, wie in der Schweiz. Tausend Euro würden schon genügen. Damit wäre das Armuts-Problem behoben.

Pflicht umzudenken, Sonntag, 10.Juni, 10:02 Uhr

2. Strenge, rigide Regeln für die Finazwirtschaft gibt es bis heute nicht!

Die Geldmenge ist durch die Giralgeldschöpfung bzw. das sog. Fiat-money, wozu jede Geschäftsbank ermächtigt wird, wenn sie prozentual einen Bruchteil echten Geldes ihrer Sparer, in Relation zu dem dann verleihbaren Geld, bei der Zetralbank hinterlegt, immens aufgebläht worden.
Und nach meinen Dafürhalten wäre es zum einen nicht verkehrt, zumindest den Prozentsatz der Einlagen bei der zuständigen -in dem Fall- eidgenössischen Zentralbank oder auch bei uns EZB deutlich anzuheben.
Um das Verhältnis tatsächlich vorhandenes Geld und "Luft"-Geld, was die Banken verleihen können, etwas kleiner werden zu lassen.
Noch besser wäre es die Giralgeldschöpfung direkt in die Hände der Zentralbank zu legen, der auch die Aufsicht über die jeweilige Währung obliegt.
Es ist nicht verkehrt die Geschäftsbanken daher strenger als bsiher an die Kandarre zu nehmen, auch wenn das deren Geschäft der Kreditvergabe erschweren könnte.

  • Antwort von Alexander K., Sonntag, 10.Juni, 10:55 Uhr

    "Giralgeldschöpfung"

    Als ich, mittlerweile schon vor einiger Zeit, selbst recherchiert habe, was denn Giralgeldschöpfung wenigstens grob bedeutet, bin ich zu dem Ergebnis gekommen: Selbst Schuld, wer so ein System zulässt.

    Letztendlich schadet so ein System mehr als es nützt - wegen der menschlichen Gier ...

noch-csuler, Sonntag, 10.Juni, 09:27 Uhr

1. Gute Idee...

Es wäre eine gute Idee,die die Zockerei eindämmen würde,wenn:
- alle mitmachen
- die Zentralbank sich selbst an die Spielregeln hält, was bei der Draghi- EZB überhaupt nicht der Fall ist.