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Landkreis Aichach-Friedberg Zwei Tote und 14 Verletzte bei Zugunglück in Aichach

Bei einem Zugunglück in der vergangenen Nacht sind im schwäbischen Aichach zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine Regionalbahn war dort auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. 14 Passagiere wurden verletzt.

Von: Beate Mangold

Stand: 08.05.2018

Aichach, Zugunglück | Bild: News5

Aus bislang ungeklärter Ursache kollidierte kurz nach 22 Uhr am Montagabend die Regionalbahn, die aus Augsburg kam, mit einem Güterzug in der Nähe des Aichacher Bahnhofs. Der Lokführer und eine Frau wurden bei dem Frontalzusammenstoß so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starben.

"Fakt ist, dass ein Doppeltriebwagen der Bayerischen Regiobahn aus Augsburg kommend in den Bahnhof Aichach eingefahren ist auf Gleis 2. Auf diesem Gleis stand zum Unfallzeitpunkt ein Güterzug. Durch den Anstoß ist der Triebwagenführer der Regiobahn tödlich verletzt worden und eine zweite Person - eine Frau, die als Fahrgast in der Regiobahn saß - ist ebenfalls tödlich verletzt worden."

Michael Jakob, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord

Zahlreiche verletzte Fahrgäste

Außerdem wurde ein weiterer Fahrgast schwer, zwei Fahrgäste mittelschwer und elf leicht verletzt. Bis in die frühen Morgenstunden waren die Einsatzkräfte der Polizei vor Ort am Aichacher Bahnhof, um Spuren zu sichern. Bislang ist allerdings noch unklar, warum die Regionalbahn auf das Gleis einfuhr, auf dem auch der Güterzug stand.

Nachbarn und Ehrenamtliche leisteten Hilfe

Die Verletzten wurden von mehreren Rettungshubschraubern in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Im Landratsamt Aichach-Friedberg wurden Fahrgäste betreut, die durch das Unglück einen Schock erlitten hatten. Landrat Klaus Metzger dankte den Ehrenamtlichen vor Ort und den Nachbarn an der Bahnstrecke, die Hilfe leisteten.

"Ansonsten kann ich nur den allergrößten Respekt den Haupt- und Ehrenamtlichen zollen, die unmittelbar vor Ort waren. Und ganz besonderes Lob an die Nachbarn, die jenseits der Bahnlinie waren, die sofort ihre Garagen aufgemacht haben, weil wir eine ganze Reihe von Schockpatienten und Leichtverletzten natürlich hatten. Die haben ihre Garagen ausgeräumt, wir konnten die Menschen dort unterbringen, versorgen und dann auch in die umliegenden Krankenhäuser transportieren."

Klaus Metzger, Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg

Zwei schwere Zugunglücke am Montag

Es war der zweite schwere Unfall mit einer Bahn in Bayern am Montag. Nachdem ein Regionalzug an einem unbeschrankten Bahnübergang im oberbayerischen Seeshaupt am Starnberger See ein Auto erfasst hatte, starben ebenfalls zwei Menschen: der Fahrer und der Beifahrer des Wagens.

Das Auto war nach der Kollision mehrere Hundert Meter vom Zug mitgeschleift worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Einer der etwa 60 Fahrgäste der Regionalbahn wurde verletzt. Der Lokführer blieb äußerlich unversehrt.


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