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Auf Facebook Ursula-Herrmann-Prozess: Verurteilter kritisiert Justiz in offenem Brief

Vor dem Landgericht Augsburg wird heute ein Urteil im Schmerzensgeldverfahren um den Bruder der 1981 getöteten Ursula Herrmann erwartet. Jetzt hat sich der bereits verurteilte Entführer, gegen den sich die Klage des Bruders richtet, in einem offenen Brief zu Wort gemeldet.

Stand: 02.08.2018

Werner M. (M) sitzt am Donnerstag (25.03.2010) im Landgericht Augsburg (Schwaben) neben seinen Anwälten Wilhelm Seitz (l) und Walter Rubach. Das Landgericht Augsburg sah es als erwiesen an, dass er 1981 die damals 11 Jahre alte Ursula Herrmann entführt hat. Das Mädchen erstickte. M. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.  | Bild: picture alliance / dpa

Auf Facebook hat sich Werner Mazurek, der 2010 wegen der Entführung von Ursula Herrmann mit anschließender Todesfolge verurteilt wurde, über seine Unterstützer gemeldet. Sie haben einen offenen Brief Mazureks, der sich an das Landgericht Augsburg richtet, veröffentlicht.

Verurteilter bestreitet Täterschaft

Darin kritisiert er, dass sich die bayerische Justiz mit Fehlurteilen "besonders hervorheben" würde. Weiter schreibt er: "Das Urteil gegen mich im Fall Herrmann ist meiner Meinung nach mit dem Wort Justizverbrechen noch zu toppen." Er zweifelt außerdem eine Zeugenaussage im Prozess an, ebenso wie das "Tonbandgutachten", das als Beweis herangezogen worden war. Er betont, dass er mit der Entführung und dem Tod des Kindes "nicht das Geringste zu tun" habe.

Der heute 68-Jährige sitzt in der JVA Lübeck ein. Das Strafgericht Augsburg war beim Prozess 2010 zur der Überzeugung gekommen, dass der Mann 1981 die kleine Ursula Herrmann entführt und in einer Kiste im Wald vergraben hat, wo sie erstickte.


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