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Begeisterung in Augsburg Sudetendeutsche feiern Söder mit Standing Ovations

Tosender Applaus und stehende Ovationen für Ministerpräsident Markus Söder beim Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Augsburg: Für seine Rede als Schirmherr auf der Hauptkundgebung hat Söder viel Zustimmung bei den Besuchern geerntet.

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 20.05.2018

Ministerpräsident Markus Söder ist in Augsburg eingetroffen. Er wird auf dem Sudetendeutschen Tag die Schirmherrschaft über die Volksgruppe übernehmen. | Bild: BR / Barbara Leinfelder

Söder würdigt in seiner Rede auf der Hauptkundgebung die Verdienste der Sudetendeutschen: Man könne sich als junger Mensch heute wohl gar nicht mehr vorstellen, welche Leistung dahinter stecke, so Söder unter großem Applaus der Besucher. Die Sudetendeutschen hätten Maßstäbe gesetzt - auch was die Aufarbeitung der Geschichte anbelangt:

"Ihr seid echte Vorbilder für den Frieden, Botschafter und Brückenbauer."

Ministerpräsident Markus Söder

Söder würdigt die Bedeutung des Begriffs Heimat

Der so genannte vierte Stamm Bayerns sei daher keine "historische Reminiszenz", sondern ein aktiver Zukunftspartner. Söder betonte zudem, wichtig es sei, die eigene Heimat zu ehren. Kultur und Heimat seien heute vielleicht andere Begriffe als noch vor zehn Jahren, dennoch gelte seiner Meinung nach:

"Nur wer weiß, wo seine Wurzeln sind, hat auch keine Probleme mit den Wurzeln anderer."

Markus Söder

Zur aktuellen Kreuzdebatte meinte Söder kurz angebunden: "Anderswo werde Kreuze abgehängt, wir in Bayern hängen sie auf." Söder forderte auch ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ein, und erteilte dem Trend zum so genannten Denglisch eine Absage. Er kündigte an, im Unterricht an den Schulen das Thema Mundart wieder neu zu beleben.

Lob für Seehofers Kurs gegenüber Tschechien

Söder lobte in seiner Rede  seinen Vorgänger Horst Seehofer für dessen Arbeit. Seehofer habe eine neue Art des Umgangs, des Miteinanderredens und des Verstehens in den Beziehungen zu Tschechien etabliert. Jetzt sei es wichtig dieses Tor offen zu halten, so Söder.

Bernd Posselt, der Sprecher der Landsmannschaft, hatte bereits zuvor betont, dass die Sudetendeutschen den Kurs der Verständigung mit Tschechien ihn jedem Fall fortsetzen wollen. Auch heuer waren viele Gäste aus Tschechien gekommen. Im Gottesdienst am Vormittag wurde ein Gruß der tschechischen Bischofskonferenz überbracht.

Ehrenurkunde für 20 Jahre Mitgliedschaft

Für den Schirmherren Söder hatte Posselt dabei noch eine Überraschung parat. Er überreichte dem Ministerpräsidenten eine gerahmte Ehrenurkunde, denn Söder ist seit 20 Jahren Mitglied der Landmannschaft, auch wenn er selbst keine familiären Wurzeln im Sudentenland hat.

Zum 69.Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft sind nach Veranstalterangaben mehrere Tausend Besucher gekommen. Die Veranstaltung dauert noch bis heute abend. Zu Gast waren unter anderem auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm sowie Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer.


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SchorschHh, Sonntag, 20.Mai, 20:09 Uhr

4. 50 % plus x

Ihr werdet sehen, das mit der absoluten Mehrheit, da klappt.

Axel F., Sonntag, 20.Mai, 19:58 Uhr

3. Anbiedern

Ja, ich glaube, so nennt man das, was Herr Söder tut. Das gelingt ihm ausgezeichnet. Und es steht zu befürchten, dass es noch viele solcher Gruppierungen gibt, denen er ähnlich nach dem Mund reden wird und die es nicht bemerken werden ... Oh, je.

Gronninger, Seppl, Sonntag, 20.Mai, 17:24 Uhr

2. Standing Ovations

Söder mit Standing Ovations
Was hat er ihnen denn versprochen? Das sie wieder in ihre Heimat dürfen und können? Die Zeit ist reif.

  • Antwort von bayernwds, Sonntag, 20.Mai, 18:20 Uhr

    Ihr Kommentar ist schon eine üble Blutgrätsche in Richtung der Heimatvertriebenen. Sie sind vermutlich weder selbst betroffen von dieser Vertreibung, noch haben Sie Angehörige, dieses Verbrechen mitgemacht haben, sonst hätten Sie nicht diesen wenig sinnigen Kommentar geschrieben. Niemand will zurück, aber die Nennung des Verbrechens der Vertreibung und die Würdigung der Leistung der Sudetendeutschen beim Aufbau der Bundesrepublik ist das Mindeste, was die Politik tun kann. Leider macht dies nur die CSU und sonst keine andere Partei.

  • Antwort von Ophelia, Sonntag, 20.Mai, 19:58 Uhr

    Söder hat den Begriff Flüchtling verwendet, statt Vertriebener. Der Flüchtling kann jederzeit wieder in seine Heimat zurück (siehe Syrer). Insgesamt eine sehr gute Rede.

  • Antwort von Martin Vomberg, Sonntag, 20.Mai, 20:56 Uhr

    "Was hat er ihnen denn versprochen? Das sie wieder in ihre Heimat dürfen und können? Die Zeit ist reif. "

    Sehr geschmackvoll Ihr ungemein qualifizierter Kommentar! Mein großes Kompliment hierzu, drauf können Sie wirklich stolz sein!

Karl, Sonntag, 20.Mai, 16:13 Uhr

1. Politik

bedeutet, den Zuhörern Honig ums Maul zu schmieren, damit sie nicht merken, wie man sie hinternrum verkauft.
"Miteinander reden" mit Tschechien - ein bisschen sehr wenig.