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Bolsterlang Sanierungsarbeiten an Hörnerbahn verzögern sich nach Mure

Nach dem Murenabgang in Bolsterlang rechnet der Betreiber des betroffenen Skigebiets mit bis zu 1,5 Millionen Euro Schaden. Die Bauarbeiten zur Absicherung des abgerutschten Bereichs werden der Bahn voraussichtlich große Teile des Faschingsgeschäfts kosten. Kritik kommt unterdessen vom LBV.

Stand: 30.01.2018

Die Bahn wird voraussichtlich nicht – wie zunächst vermutet – in den ersten Februartagen wieder öffnen können, sondern im besten Fall erst am 12. oder 13. Februar. Inzwischen sind mit dem Hubschrauber Zement und Borgestänge angeliefert worden. Die Seilbahnstütze, die im Bereich der Mure liegt, hat sich nach Angaben der Bahnbetreiber zwar nicht bewegt. Die neuen Erdanker und Rückhaltewände zur Sicherung der Stütze müssen nach dem Einbau aber aushärten, bevor sie wieder belastet werden dürfen.

Kritik vom Landesbund für Vogelschutz

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat in einer aktuellen Mitteilung als Ursachen für solche Murenabgänge instabiles Untergrundgestein, Bauarbeiten und Beschneiung in Skigebieten genannt und kritisiert zugleich die Pläne, am Riedberger Horn im Allgäu weitere Lifte zu bauen und Skipisten anzulegen.

Bahnbetreiber weist Vorwürfe zurück

Hörnerbahn-Geschäftsführers Wilfried Tüchler sieht als Grund dagegen die starken Regenfälle im Januar und verneint, dass die Beschneiung eine Ursache sein könnte. Ihm zufolge halte die harte Kunstschneeschicht den Regen sogar eher vom Boden fern. Das heißt, so erklärt er, der Regen fließt auf der Schneedecke ins Tal, anstatt schnell in den Boden einzudringen. Auch langfristige Auswirkungen auf die Bodenfestigkeit sehe er nicht, sagte er dem BR.

Muren im Januar ungewöhnlich

Bei dem Murenabgang waren auf einer Länge von etwa 100 Metern Erde und Schotter vom Hang abgegangen und über einen Weg gerutscht. Laut Hörnerbahn-Geschäftsführer Tüchler sehr ungewöhnlich für die Jahreszeit. Im April oder Mai komme so was schon mal vor, im Januar – mitten in der Skisaison – habe man das aber noch nie gehabt. Laut Tüchler ist allerdings der gesamte Nagelfluhfels der Hörnergruppe immer stark in Bewegung. Deshalb müssten auch alpine Straßen wie zum Beispiel der Riedbergpass immer wieder aufwändig und teuer vor Fels- und Erdabgängen geschützt werden.


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Günther Wölfle, Montag, 29.Januar, 07:39 Uhr

1. Murenabgang Hörnerbahn

Wie der Murenabgang an der Hörnerbahn beweist werden bisher nicht bekannte Wetterphänomene ,wie Starkregen im Winter, bis Höhen von 1500m ,immer häufiger.
Was soll hier ein neuer Skilift am Riedberger Horn,wo die geologischen Verhältnisse noch schlechter sind, wie auch im Bericht beschrieben. Ein Umdenken ist angesagt.

  • Antwort von AS, Montag, 29.Januar, 09:21 Uhr

    Sie sagen es!
    Aber vielleicht hält die Gier mancher Menschen irgendwann auch Muren auf?!