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Zwei Kälber gerissen Landratsamt vermutet Wolf im Oberallgäu

In Wertach im Oberallgäu wurden innerhalb weniger Tage zwei Kälber gerissen. Die Landwirte vor Ort sind sich sicher, dass ein Wolf die Tiere angegriffen hat. Jetzt fordert der Landrat den Abschuss.

Stand: 06.08.2018

Ein Wolf | Bild: picture-alliance/dpa

Das erste Kalb wurde vergangenen Donnerstag (02.08.18) gefunden, das zweite am Samstag (04.08.18). Die Landwirte vor Ort sind sich sicher, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat. Sie fordern, das Tier zum Abschuss freizugeben.

Die Landwirte in Wertach sind beunruhigt

Bäuerin Rita Cordella aus Wertach hat eines ihrer Kälber am Samstagmorgen gefunden. Es habe ausgeweidet im Gras gelegen. Die Bäuerin ist sehr traurig und betroffen, auch die anderen Landwirte vor Ort seien beunruhigt. Schließlich liegt die Weide, auf der sie das Kalb gefunden hat, in Sichtweite zum Ort.

Landrat Klotz fordert den Abschuss

Auch das Landratsamt Oberallgäu geht davon aus, dass ein oder womöglich sogar mehrere Wölfe im Allgäu die Kälber so zugerichtet haben. Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz sagte, es gebe keine andere Erklärung, dafür seien die Spuren zu eindeutig. Nun fordert er eine wirksame Lösung von der Staatsregierung. Und da komme auch für ihn nur der Abschuss in Frage. Doch so einfach ist das nicht, denn Wölfe stehen unter Schutz.

War es ein Wolf? Untersuchungen sollen Klarheit schaffen

Noch steht allerdings nicht zweifelsfrei fest, dass ein Wolf verantwortlich war. Laut Landratsamt sollen DNA-Spuren bis Ende dieser Woche Klarheit schaffen. Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat sich bereits mit dem Thema befasst. Derzeit werden die Überreste beider Kadaver untersucht.

Wölfe gibt es im Allgäu eigentlich nicht

Jetzt werden die Kadaver von einem Tierarzt untersucht. Sollte sich herausstellen, dass tatsächlich ein Wolf die Kälber gerissen hat, sei es laut LfU schwierig, das Tier überhaupt zu finden. Schließlich legen Wölfe am Tag 50 bis 70 Kilometer zurück. Standorttreue Wölfe, also solche, die nachgewiesenermaßen mehr als sechs Monate an einem Ort bleiben, gibt es laut Landesamt für Umwelt im Allgäu nicht.


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Stingray, Mittwoch, 08.August, 12:31 Uhr

5. Polemik

Kälber wurden gerissen... und sofort fordert man den Abschuß eines Wolfes. Abknallen, weg damit usw. waren die Stimmen. Ob es einer war ist ja völlig nebensächlich. Hauptsache Stimmung machen, aufputschen.
Herr Klotz, bitte nehmen Sie Ihren Hut! Ach nein, sie haben mit Ihren Forderungen ja die Unterstützung der ansässigen Bauernschaft sicher.

Anstatt Lösungen zu suchen erst mal den Abschuß fordern. Bruno Bär lässt grüßen. Weg mit der Natur, weg mit allem was nicht ins Konzept und in den Geldbeutel der ach so armen Bauern paßt. Und wenn es ein Wolf war: schön, daß wir wieder welche haben! Die Bauern werden schon genug Entschädigung für gerissene Kälber bekommen. Ob sie der Wolf reisst oder der Mensch später als Steak ißt...

Ich bitte hiermit den Bayerischen Rundfunk nicht nur aufgebrachte Bauernstimmen und einen um Wahlstimmen besorgten Landrat zu senden, sondern als Gegengewicht jemanden neutralen. Jemanden pro Wolf. Weg von dieser aufhetzerischen Berichterstattung. Danke.

Richter, Dienstag, 07.August, 23:03 Uhr

4. Abschuß

..."Abschuß"...als einzige Option...leider wieder ein Paradebeispiel für die Visions-, Ideenlosigkeit unserer Verantwortungsträger...langfristiges, nachhaltiges Denken bzw. suchen von Lösungen, das Zurückgreifen auf Erfahrungen wie ein Miteinander funktionieren kann... - leider wieder Fehlanzeige...stattdessen ...weitermachen wie gehabt...die Überheblichkeit & Selbstherrlichkeit des Menschen...unter dem Deckmantel der "Sorge, Fürsorge.."

Allgäuer, Dienstag, 07.August, 22:18 Uhr

3.

Die Frage ist auch, brauchen wir den Wolf unbedingt wieder im Allgäu?
Ich wäre dann auch für die Ansiedlung des Wolfes im Perlacher Forst, den Isarauen und den Ausläufern des Englischen Gartens. Dann haben die Städter auch was davon.

Mal die Polemik beiseite gelegt. Wäre es wie in Italien, gerissenes Wild wird geprüft und wenn es sich um einen Wolf handelte, wird einfach aus einem Topf eine Entschädigung gezahlt, würden hier nicht so haarstreubende Aktionen gefordert.
Ich war bei der Wolfdiskussion in Wertach dabei. Da gab es „Experten“ die wehement daran fest hielten, es wären Füchse gewesen. Andere haben darauf bestanden, man müsse „wildernde“ frei laufende Hunde (-rudel) im Auge behalten und verwies auf die Jägerschaft. Das ist doch lächerlich. Solche Ereignisse einfach tot zu schweigen oder weg zu diskutieren wird wenig hilfreich sein......

Wolf, Montag, 06.August, 17:05 Uhr

2. Stimmungsmache

Auf diesen Tag habe ich gewartet. Die ersten Tiere werden im Allgäu vom Wolf gerissen und unser lieber Landrat Anton Klotz, der nicht sehr viel vom Naturschutz hält (siehe Riedberger Horn oder Wasserkraftwerk in Hinterstein) schreit gleich nach einem Abschuss der Tiere.
Doch was kommt nach dem Abschuss? Der nächste Wolf der Tiere reisst. Es muss Herdenschutz betrieben werden und sollte sich ein Rudel im Gebiet ansiedeln hat man sogar einen zusätzlichen Schutz. Denn dieses durch Herdenschutz vergrämte Rudel hält neue Wölfe, welche noch nicht vergrämt wurden fern. Aber von Herdenschutz wollen die meisten Landwirte nichts wissen, da es Aufwand bedeutet. Lieber nimmt man jeden Riss dafür her, Polemik und Angstmacherei zu betreiben.

  • Antwort von Martina, Mittwoch, 08.August, 12:28 Uhr

    Herdenschutz ist auf Dauer nicht möglich, da Wölfe schnell lernen auch recht hohe Elektrozäune ohne Probleme zu überwinden. Herdenschutzhunde sind einem grossen Rudel Wölfe ebenfalls unterlegen.
    Man sieht ja in den Tierparks, wie ein dauerhaft effektiver Schutzzaun aussehen muss, alles andere ist tatsächlich nur Wunschdenken. Und wirklich effektive Zäune in ganz Deutschland um jede Weide und jede Offenstallhaltung zu bauen ist nicht sinnvoll..Da baut man doch besser Zäune um Wolfsschutzgebiete.
    Das Resultat: Für die Freiheit von ein paar Wölfen in dichtem Siedlungsgebiet müssen Abernillionen von Nutztiere leiden, die entweder nun ausschliesslich in Qual- Stallhaltung leben müssen oder in ihren Gehegen schutzlos den eindringenden Wölfen ausgeliefert sind, die im Jagdrausch dutzende Tiere auf einmal bei lebendigem Leib anfressen und halbtot liegen lassen wo sie qualvoll verenden.

websaurier, Montag, 06.August, 16:25 Uhr

1. Kann bitte jemand...

...dem guten Landrat ein Eis vorbeibringen ?

Offensichtlich leidet er etwas unter der Hitze !