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Islamische Gemeinde Kaufbeurer lehnen bei Bürgerentscheid Bau einer Ditib-Moschee ab

Die Stadt Kaufbeuren darf der türkisch-islamischen Ditib kein Grundstück für den umstrittenen Moschee-Neubau überlassen. Das haben die Kaufbeurer bei einem Bürgerentscheid beschlossen.

Von: Rupert Waldmüller

Stand: 22.07.2018

Bürgerentscheid zu Moschee-Neubau in Kaufbeuren | Bild: Bayerischer Rundfunk 2018

Knapp 60 Prozent der Kaufbeurer Bürger haben gegen den Plan des Stadtrats gestimmt, der Ditib-Gemeinde ein 5.000-Quadratmeter-Grundstück in einem Gewerbegebiet am Stadtrand im Rahmen eine Erbpachtvertrags zur Verfügung zu stellen. Applaus bei den Vertretern AfD, die das Bürgerbegehren unterstützt hat, fassungslose Blicke auf der anderen Seite.

Ditib tief enttäuscht

Bei der Ergebnispräsentation im Kaufbeurer Rathaus hatte niemand mit einem derart eindeutigen Ergebnis gerechnet. Die Vertreter der islamischen Gemeinde Ditib, die seit fast 40 Jahren in Kaufbeuren aktiv ist, zeigten sich von dem Votum tief enttäuscht.

Oberbürgermeister: Islamdebatte ein Grund für Ausgang des Votums

Der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse sagte, er bedaure die Entscheidung. Das Vorhaben zum Bau der Moschee auf städtischem Grund sei damit gescheitert. Der Oberbürgermeister ist überzeugt, dass das Votum gegen die Grundstücksvergabe von vielen anderen Themen überlagert wurde. Als Beispiele nennt er Zuwanderung, die Islamdebatte und die aktuellen Situation in der Türkei.

"Ich verstehe, wenn die Türken verletzt sind, aber die Erklärung liegt außerhalb unserer Stadt – insofern sollten wir wieder Wege zueinander finden", sagte Stefan Bosse.

Initiator: Habe Angst vor Islamisierung Europas

Der Initiator des Bürgerbegehrens gegen die Grundstücksvergabe, Werner Göpel, zeigte sich von seinem deutlichen Wahlsieg überrascht und dankte der Kaufbeurer Bevölkerung. "Ich habe Angst vor einer Islamisierung Europas – nicht mehr und nicht weniger", erklärte der 80-Jährige.


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