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Mutmaßlicher Dschihadist aus Senden vor Gericht "Ich glaube an den Dschihad!“

Mit einem dichten Vollbart und langen Haaren trat Hüsrev Y. vor den Richter, vor dem er sich nicht erheben wollte. Der 25-Jährige aus Senden im Landkreis Neu-Ulm plante wohl eine Reise zum IS. Drei Prozesstage lang muss er sich vor dem Landgericht München verantworten.

Von: Joseph Röhmel

Stand: 24.01.2017 | Archiv

Der Angeklagte Hüsrev Y. beim Prozessauftakt vor dem Landgericht München. | Bild: BR/Joseph Röhmel

Früher war er Anhänger der Rockergruppe Black Jackets, nun hat sich der 25-jährige Hüsrev Y. einen langen Bart wachsen lassen und trägt lange Haare. Es ist nicht irgendein Bart. Hüsrev Y. trägt ihn mit Stolz, Ausdruck seiner Art seinen Glauben zu leben. 

"Ich bin Muslim, kein Anhänger einer Ideologie", erklärt er. Und dann sagt er jene Sätze, die wie ein Bekenntnis klingen.    

"Ich glaube an den Dschihad. Wir Muslime sind stolz auf den Dschihad. Der Islam wurde teilweise durch den Dschihad verbreitet."

Hüsrev Y. vor Gericht

Angeklagter akzeptiert Gericht nicht

Gefangenenhelfer Bernhard Falk beim Prozess vor dem Landgericht München

Das Gericht akzeptiert der junge Mann offensichtlich nicht. Sich vor dem Richter zu erheben, verweigert er. Dies sei Götzendienst, sagt der 25-Jährige, als ihn der Richter ermahnt. Einer im Saal versteht ihn. Bernhard Falk, der deutschlandweit bekannte Gefangenenhelfer, ist auch anwesend. Er durfte Hüsrev Y, bevor es in den Gerichtssaal ging, noch die Hand schütteln. Beide haben sich freudig begrüßt. 

Hüsrev Y. sowie zwei Kumpels aus Ulm und Umgebung wurden im April 2016 verhaftet. Zunächst hieß es, sie hätten den IS finanziell unterstützt. Dieser Vorwurf wurde aber fallen gelassen. Die Kumpels wurden in Baden-Württemberg wegen Urkundenfälschung jeweils zu Bewährungsstrafen verurteilt. Wie es bei Hüsrev Y. ausgeht, ist noch ungewiss. Hier steht neben dem Vorwurf der Urkundenfälschung auch die versuchte Ausreise Richtung Syrien im Raum.

Exfrau machte Polizei auf den Fall aufmerksam

Im Justizgebäude in München findet der Prozess statt.

Ein Zeuge von der Polizei berichtet, wie die Exfrau des Angeklagten die Beamten Ende 2015 erst auf den Fall aufmerksam gemacht habe. Sie habe auf die Radikalisierung ihres Exmannes hingewiesen und vor einer mögliches Ausreise ins Kriegsgebiet gewarnt. Die Exfrau soll im Laufe des Prozesses noch aussagen. Regelmäßig soll sich der Angeklagte mit IS-Sympathisanten ausgetauscht haben. Einem Kosovaren, dem intensive Kontakte zum IS nachgesagt werden und der sich zwischenzeitlich im Raum Ulm aufhielt, soll er sogar Geld gegeben haben. Angeklagt ist der 25-Jährige wegen Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat und Urkundenfälschung.

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Angeklagte im Oktober 2015 über die Türkei nach Syrien reisen. Die türkischen Behörden verwehrten ihm jedoch die Einreise. Wenig später wurde ihm von der Stadt Senden der Reisepass entzogen.

2.000 Euro für gefälschte Pässe

Der 25-Jährige schickte daraufhin eine gefälschte Vollmacht an die Stadt Senden, angeblich ausgestellt von seiner Mutter und seinen Geschwistern. Da er darin behauptete, die Familie wolle in die Türkei ziehen, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er so seinen Reisepass wiederbekommen wollte. Weil dies nicht funktionierte, soll er sich über einen Mann in Nordrhein-Westfalen gefälschte Ausweise besorgt haben, die mit Fotos des Angeklagten versehen waren. Die Dokumente, für die er 2.000 Euro bezahlt haben soll, verwahrte er in der Wohnung seiner Schwester.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Mann aus Senden seit Herbst 2015 Mitglied der inzwischen verbotenen Aktion "Lies!" in Ulm. Regelmäßig habe er sich an den kostenlosen Koranverteilungen in der Ulmer Innenstadt beteiligt.


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Udo Pablitschko, Dienstag, 24.Januar 2017, 22:39 Uhr

3. "Glauben" hat schon was !?!?!

Oha !
Der "Herr" Hüsrev Y. glaubt also an den Dschihad ?

Also, mein Opa sagte immer: GLAUB`N HEISST, NIX WISSEN UND WER NIX WEISS IST DUMM !

Na ja, der war ja auch Lehrer. Und der interessante Spruch gilt -natürlich- nicht für die "Glaubenswahrheiten" der katholischen Kirche, sagen zumindest
"unsere" honorig-macht-und geldgierigen Kirchenfürsten!!!

Wahnsinn, wie viele "Wahrheiten" es doch -anscheinend- auf unserer wunderbaren Welt gibt !.

Barbara, Dienstag, 24.Januar 2017, 16:14 Uhr

2. Alle diese Islamisten-Terror-Probleme haben wir erst seit der Zuwanderung

aus islamischen Ländern! Dies ist eine Tatsache, die nicht geleugnet werden kann!

Jörg behla, Dienstag, 24.Januar 2017, 14:40 Uhr

1. Dschihadist

Ich versteh das ganze Theater immer nicht, lasst diesen Verbrecher doch ausreisen, dass sind wir ihn los.
Den Pass abnehmen und Feierabend. Eine optimale Lösung und wenn man Glück hat dann stirbt er im Kampf, das ist dann die superoptimalste Lösung.
Wir sind ihn los er kann bei uns keinen Schaden mehr anrichten.
Aber was macht der Staat, der für seine Bürger eigentlich verantwortlich ist?
Er verweigert diesem Gesindel die Ausreise, damit sie bei uns Anschläge verüben!!
Unglaublich und dann wundern sich die Parteien über Zuspruch am rechten Rand.
Wie hohl muss man als Politiker denn sein um nicht zu kapieren, dass ein Großteil der Bevölkerung schon seit einiger Zeit die Schnauze voll hat von Hasspredigern, Gefährdern, Fundamentalisten und anderen die bei uns nur sind um unserem Volk zu schaden.

  • Antwort von Klaus Leist, Dienstag, 24.Januar, 17:08 Uhr

    Hallo Herr Behla, wir haben ein Grundgesetz nachdem die Würde eines jeden Menschen, auch eines Dschihadisten, unantastbar ist. Selbst dann, wenn dieser Mensch andere unwürdig behandelt, z.B. ein Vergewaltiger oder ein "Kopf-ab" Dschihadist. Wir müssten solch einen Menschen sogar schützen, wenn er in seinem Heimatland aufgrund staatszerstörender Maßnahmen (Sympathisant des IS) verfolgt und möglicherweise gefoltert wird. Ich denke, das verkraften wir. Undank ist der Welt Lohn.

  • Antwort von Pit, Dienstag, 24.Januar, 20:58 Uhr

    Hallo dann sollte man diese Mitbürger die es zu schützen gilt so ihre Aussage, alle in ihrer Nachbarschft ansiedeln Herr Klaus.Auf ein friedliches miteinander.

  • Antwort von No, Mittwoch, 25.Januar, 11:00 Uhr

    Klaus Leist, wieviel bekommen Sie für diesen unglaublich fassungslos machenden Kommentar? Denn ernst kann das ja wohl nicht gemeint sein! Fragen Sie doch mal Betroffene, was diese von Ihrer Aussage halten. Und gerade die von Ihnen angeführten Punkte sind es, warum all diese "Gefährder" , inzwischen gut vernetzt, sich bei uns wohl fühlen, denn sie haben nichts zu befürchten, gibt es doch , wie man sieht, Sypatisanten.