22

Neue Firmenstrategie Ikea prüft Ansiedlung in Memmingen

Der Möbelhauskonzern Ikea will sich neu ausrichten und dem Online-Handel mehr Rechnung tragen. Deshalb stellt das schwedische Unternehmen jetzt auch die Ansiedlung am Autobahnkreuz in Memmingen infrage.

Stand: 05.04.2018

Ikea prüft die Ansiedlung in Memmingen - Symbolbild mit Firmen-Logo | Bild: dpa/picture-alliance/Paul Zinken

Die Ansiedlung des schwedischen Möbelkonzerns Ikea in Memmingen ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema in der Stadt. Nun macht das Unternehmen eine Kehrtwende und hat verkündet, man wolle sich verändern. Die Geschäfte sollten künftig näher an in die Innenstädte rücken. Für Memmingen bedeutet das: Die bisherigen Planungen auf der grünen Wiese am Autobahnkreuz werden wohl alle verworfen.

OB Schilder gibt sich zuversichtlich

Eine Ansiedlung stehe zwar grundsätzlich nicht in Frage, erklärte Oberbürgermeister Manfred Schilder in einer Mitteilung. Allerdings stehe jetzt schon fest: Das ursprünglich angedachte Standard-Einrichtungshaus mit bis zu 25.000 Quadratmetern Fläche werde so nicht kommen. Mit den Verantwortlichen sei man ständig im Kontakt, so Schilder weiter. Aber wie ein mögliches neues Format aussehen könnte, darüber sei noch nicht entschieden worden, heißt es auch bei Ikea.

Ikea setzt auf Innenstädte und ÖPNV

Nach eigener Aussage will sich das Unternehmen mit der Entscheidung an den sich verändernden Markt anpassen, der immer stärker auf den Verkauf im Internet setzt. "Die klassischen Einrichtungshäuser wachsen nicht mehr im selben Tempo wie der Online-Handel", sagt Ikea-Expansionschef Johannes Ferber. Wichtig werde künftig sein eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, eine zentrale Lage und damit eine gute Erreichbarkeit auch ohne Auto. Laut Ferber wäre für Memmingen denkbar ein „Fulfilment Store“: eine Kombination aus Einrichtungshaus mit größerem Lager, von dem aus auch Online-Bestellungen direkt an die Kunden ausgeliefert werden können.

Einzelhandel überrascht

Nicht nur die Politik ist überrascht von den neuen Plänen des schwedischen Möbelgiganten. Auch die Händler vor Ort fühlen sich vor den Kopf gestoßen. So hatte sich der Einzelhandelsverband Kempten extra eine Strategie ausgedacht, damit das Zentrum in der Innenstadt nicht verödet, wenn das ursprünglich geplante Fachmarktzentrum kommt. Das originelle Motto „Kuh trifft Elch“ ist jetzt erst einmal hinfällig, wie Mechthild Feldmeier, die Verbandsvorsitzende der Einzelhändler erklärte. Nichtsdestotrotz müsse man erst einmal abwarten, welche Pläne IKEA nun vorlegt.


22

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Aufhören, Donnerstag, 05.April, 11:10 Uhr

1. So wird der Flächenfraß voran getrieben

Noch eine IKEA und noch ein IKEA.........der 1000ste Markt! Wann ist endlich Schluß damit?
Noch eine zu verbreiterde Autobahn geht sicher auch weider einher?!
Wir konsumieren uns zu Tode!
Die Meere können unseren Plastikramsch schon heute nicht mehr verkraften!

Denken Konzerne und OBs nur noch an Profit und Gier oder kommt auch irgendwann mal die Verantowortung für nachfolgende Generationen in deren Gewissen?

  • Antwort von M.a., Donnerstag, 05.April, 23:55 Uhr

    Hallo. Haben Sie den obigen Artikel überhaupt gelesen? Der Content den Sie hier von sich geben hat inhaltlich leider nämlich gar nichts mit dem Artikel zu tun. Zum Thema Plastik in den Weltmeeren: diese Aussage ist sehr weit hergeholt. Ikea hat damit rein gar nichts zu tun. In den Innenstädten gibt es auch in nahezu jedem Geschäft Plastiktüten (heute erst wieder erlebt, oft sogar umsonst). Der Vergleich hinkt also. Gegenfrage: Haben Sie bei ikea für ihre Möbel schon mal eine Plastiktüte bekommen? ;) es geht mir nicht darum zu stänkern. Vielmehr sollte unter einem informativen Artikel wie diesem nicht irgendein anderer Inhalt aus der Luft gegriffen werden! Das hat woanders auch Platz.

  • Antwort von Verkäufer, Freitag, 06.April, 06:29 Uhr

    Zunächst gebe ich Ihnen Recht, dass der Ursprungskommentar nicht zum eigentlichen Artikel passt, möchte aber anmerken, dass ihre Aussage zu Platiktüten mich stutzig macht. Wissen sie, dass alternativ angebotene Papiertüten keine bessere Ökobilanz haben? Wissen sie, dass die Einnahmen, die aus der freiwilligen Abgabe, die für Plastiktüten erhoben werden, nicht in den Umweltschutz investiert werden sondern einfach in den Bilanzen versickern? Gerne auch mal den Bericht aus der Mediathek "The green lie" ansehen! Also bitte nie die Einkaufstaschen vergessen einzupacken!!!!
    Noch eine Anmerkung: Hundehäufchen landen abgefüllt in Plastiktüten auf Feld und Flur in Böschungen oder baumeln an Bäumen - mitdenken ist angesagt! In der Stadt ist das Entfernen der Hinterlassenschaft unabdingbar, aber in der Natur könnte es seinen natürlichen Weg gehen ....