3

Streit vor dem Arbeitsgericht Augsburg Darf der Weltbild-Betriebsratschef fristlos gekündigt werden?

Die Weltbild GmbH möchten ihrem Betriebsratschef fristlos kündigen, was die Gewerkschaft Verdi verhindern möchte. Vor dem Arbeitsgericht Augsburg konnte der Fall allerdings auch nicht geklärt werden.

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 24.07.2018

Das Logo von Weltbild am Hauptsitz des Unternehmens in Augsburg | Bild: dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Die Unternehmensführung sieht sich im Recht: Der Betriebsratsvorsitzende habe einen anderen Mitarbeiter zum Betrug durch Vortäuschung einer Erkrankung aufgefordert. So soll der beschuldigte Betriebsratsvorsitzende einem Mitarbeiter geraten haben, sich krank zu melden - der Mitarbeiter hatte im Februar die Kündigung erhalten, die später in eine Versetzung umgewandelt worden war.

Betriebsrat stimmt gegen Kündigung ihres Vorsitzenden

Laut Gewerkschaft Verdi sind die Vorwürfe völlig "haltlos". Zudem habe sich der Betriebsrat einstimmig gegen die Kündigung seines Vorsitzenden ausgesprochen. Jetzt aber versuche die Weltbild-Geschäftsführung, die verweigerte Zustimmung zur Kündigung vom Arbeitsgericht ersetzen zu lassen. Dagegen will Verdi protestieren und hat deshalb vor der Gerichtsverhandlung zu einer Kundgebung aufgerufen.

Keine Einigung vor Gericht

Der Termin vor dem Augsburger Arbeitsgericht hat keine Klarheit gebracht: Angestrebt war eine gütliche Einigung zwischen der Augsburger Weltbild GmbH und der Gewerkschaft ver.di. Der Betriebsrat und der Betriebsratsvorsitzende haben laut Gericht nun Gelegenheit, innerhalb von drei Wochen Stellung zu beziehen zu den von Weltbild erhobenen Vorwürfen. Ein weiterer Verhandlungstermin ist derzeit noch nicht anberaumt, so ein Gerichtssprecher zum BR. Die Gewerkschaft ver.di indes fühlt sich bestätigt, dass das "Vorgehen von Weltbild nicht rechtswirksam sein" könne, so Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck, "der Tenor des Gerichts war deutlich".

Konflikte bei Weltbild

Die Verlagsgruppe Weltbild gehörte einst der katholischen Kirche, musste 2014 aber Insolvenz anmelden. Seit dem Einstieg des Investors Droege hat es immer wieder Konflikte zwischen der Arbeitnehmerseite und dem Management gegeben.

Weltbild hat mit rund 140 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz etwa 1.350 Mitarbeiter.


3