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Erstaufnahmeeinrichtung Beschwerden über Flüchtlinge in Donauwörth häufen sich

In der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Donauwörth leben zur Zeit 600 Asylbewerber - darunter viele junge Männer. Einige wenige von ihnen hängen auch in der Stadt herum, trinken Alkohol und sorgen für ein ungutes Gefühl bei vielen Donauwörtherinnen.

Von: Judith Zacher

Stand: 24.11.2017

Der Kalvarienberg in Donauwörth | Bild: BR/Judith Zacher

Seit dem Frühjahr häufen sich in Donauwörth die Beschwerden über eine kleine Gruppe von Asylbewerbern. "Die Menschen berichten von verbalen Belästigungen, sie schreiben Briefe, sie schreiben Emails", sagt Oberbürgermeister Armin Neudert. Bei der Polizei gehen wöchentlich Anrufe ein: Dabei sind es immer wieder die gleichen Asylbewerber, die für Unruhe sorgen, sagt der Donauwörther Polizeichef Thomas Scheurer.

"Es gibt durchaus Leute, die eine Frau mal am Arm anfassen: 'Kommt doch mit mir, geh mit mir mit, willst Du Sex haben?' Das sind so etwa vier, fünf Leute."

Der Donauwörther Polizeichef Thomas Scheurer

Kleine Gruppe von Asylbewerbern sorgt für Gefühl der Unsicherheit

Vier bis fünf Leute, aber es reicht dafür, dass sich die Donauwörther teils nicht mehr sicher fühlen, wenn sie in der Donauwörther Promenade, am Donauhafen oder am Donauwörther Bahnhof auf Flüchtlinge treffen, die dort zusammensitzen oder etwa am Bahnhof mit dem Handy in der Hand, das freie WLAN nutzen.

Polizei und Stadt haben das Problem erkannt. Hundeführer der Polizei aus Augsburg sind im Einsatz, patrouillieren an Brennpunkten. Beamte der Polizeiinspektion Donauwörth sind in der Promenade unterwegs – tagsüber und in den Abendstunden. Ein Beamter ist außerdem in der Donauwörther Erstaufnahmeeinrichtung stationiert. Die befindet sich in der Parkstadt, oberhalb der Innenstadt – auf dem ehemaligen Kasernengelände.

Viele Flüchtlinge finden in der Erstaufnahme eine Beschäftigung

Die Malteser versuchen, den Menschen in der von der Regierung von Schwaben betriebenen Erstaufnahmeeinrichtung zu helfen: Beschäftigung ist das A und O. Eine reguläre Arbeitsstelle dürfen die Asylbewerber in der Zeit in der Erstaufnahme nicht annehmen, aber viele wollen sich einfach nützlich machen, wie der 21 Jahre alte Essage aus Gambia. Er ist Schneider und ändert in der Kleiderkammer Kleidungsstücke um – oft sind vor allem die Hosen den Flüchtlingen nämlich zu weit.

Verkehrserziehung in der Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth

Andere helfen in der Küche oder in der Wäscherei oder zimmern gerade eine Theke für den Aufenthaltsraum. Draußen gibt es außerdem Sportgeräte und einen Fußballplatz. Gemeinsam mit einer Betreuerin musizieren sie, eine gelernte Friseurin aus der Türkei schneidet den anderen Flüchtlingen die Haare. Und es gibt Verkehrserziehung. Gerade radeln drei Flüchtlinge durch einen Fahrradparcour.

Unterricht und Extra-Kurse für junge, männliche Flüchtlinge

Deutschunterricht gibt es natürlich auch und eine Art Kultur-Unterricht für alle – mit Extra-Stunden für junge Männer, die alleine nach Deutschland gekommen sind.

"Wir machen wöchentliche Treffen, wo wir Externe einladen, die ihnen spiegeln, wie sie auftreten. Wie nah trete ich an jemanden ran? Die Asylbewerber nehmen daran teil. Es sind seit dem auch weniger Sachen vorgefallen laut Polizei."

Anna Lobkowicz, Migrationsbüro Bayern

Die Arbeit wird den Maltesern und Ehrenamtlichen nicht ausgehen, aber die Probleme sind erkannt. Und es wird etwas dagegen unternommen, damit das Zusammenleben von Flüchtlingen und Donauwörthern bis zur geplanten Schließung der Einrichtung 2019 möglichst in gutem Einvernehmen ablaufen kann.


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Waltrauda Kohlenhersteller, Dienstag, 28.November, 21:13 Uhr

19. nur 4 oder 5 Asylbewerber

Himmel, wenn es immer die gleichen 4 oder 5 sind, dann sperrt diese 4 oder 5 ein, bzw. schiebt sie in deren Heimat ab.
Es kann doch wohl nicht sein, dass 4-5 Leute eine ganze Stadt terrorisieren dürfen!

Betty Boo, Dienstag, 28.November, 20:37 Uhr

18. Wahnsinn

Ich war seit über sechs Jahren nicht mehr in meiner alten Heimat, dem Landkreis Donau-Ries. 600 "Versorgungssuchende" aus größtenteils komplett kulturfremden Ländern in einer Kleinstadt wie Donauwörth...! Ich schätze, ich würde die Gegend nicht mehr wieder erkennen. Aber insbesondere beim ÖRR werden natürlich die positiven Beispiele extra hervorgehoben. Alles andere könnte die Bevölkerung nämlich beunruhigen.

  • Antwort von Deus_Maximus, Mittwoch, 29.November, 09:26 Uhr

    Ich finde ihre Wortwahl einfach widerlich. "Versorgungssuchende" ist nicht das, was diese Menschen sind, sonst hätten sie keinen Schutzstatus noch Asylverfahren am laufen. Diese nennt man aufgrund derer Fluchtursachen "Flüchtlinge" bzw. "Schutzsuchende", und möchte sie sowie die meisten mit brauner Suppe im hirn darüber hinaus erinnern, das das Recht auf Schutz vor Verfolgung sowie Asyl ein Grundgesetz ist an dem nicht gerüttelt werden kann. Und um auf diese 4/5 Personen zurückzukommen, wer eine Stadt terrorisiert hat dort auch wirklich nix verloren und das sollte konsequent bekämpft werden, aber zu verallgemeinern verabscheue ich zutiefst, denn das zeugt von beschränktem Denken. Es kommt auf den Charakter des Menschen an ob dieser gutes im Sinne hat oder nicht, was man dadurch erkennen kann das die Straftaten die von deutschen Staatsbürgern begangen werden die gleichen sind wie die von allen anderen, wer was anderes sagt ist wohl noch seit 1936 auf seinem Tausendjährigen Trip.

  • Antwort von Krass, Mittwoch, 29.November, 15:44 Uhr

    @Deus_Maximus: Na ja, über die Wortwahl kann man geteilter Meinung sein. Wahr ist jedoch, dass die meisten der Menschen, die gekommen sind, rechtlich keinen Anspruch auf Asyl haben. Das Problem ist, dass seit Anbeginn der Krise zwischen echten Flüchtlingen und illegalen Migranten nicht unterschieden wurde, so nachvollziehbar die Gründe von letzteren hierherzukommen evtl. auch sein mögen ("besseres Leben"). Und natürlich haben Sie recht, es kommt auf den Charakter an - aber wie und vor allem wie viele Individuen - und mögen sie noch so herzensgut sein - aus zumeist patriarchalischen und rückständigen Kulturen, die entsprechend sozialisiert sind (nein, es sind bei weitem nicht alle Ingenieure/Ärzte!), können einer Gesellschaft wie der unseren zu-/verträglich sein? Mein Appell daher (auch im Hinblick auf die "braune Suppe", wie Sie selbst wohlfeil pauschalisierend formulieren): Verantwortungsethik statt Gesinnungsethik!

Lydia, Dienstag, 28.November, 16:52 Uhr

17. Den Schneider und die Extra-Stunden

für junge Männer (was wird da eigentlich unterrichtet?) ausgenommen,
erinnert mich das Leben in der Einrichtung an meine Ferienlageraufenthalte. Da war ich 10 bis 12 Jahre alt.

Damir, Dienstag, 28.November, 13:07 Uhr

16.

Die Dutschen sind so dumm :)
Lassen sich belästigen und halten noch die Fresse lächerlich

Michaela Malz, Dienstag, 28.November, 12:34 Uhr

15. Keine Arbeit.

Soso, Flüchtlinge dürfen niicht arbeiten.Wo sollen denn Menschen ohne Berufsausbildung, teilweise ohne Schhulabschluß und ohne Deutschkentnisse arbeiten. In Leipzig wurden 395 Asylbewerber zu einem Beschäftigungsprojekt eingeladen Davon sind 112 gekommen. die Stadt Leipzig hat das Projekt eingestellt.