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Landgericht Memmingen Baby nach Schüttelattacke blind und gelähmt: Sechs Jahre Haft für den Vater

Ein Vater hatte seine sechs Monate alte Tochter Laura so heftig geschüttelt, dass sie eine Hirnblutung erlitt und heute blind und teils gelähmt ist. Der Vater wurde wegen schwerer Körperverletzung heute vom Landgericht Memmingen zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Von: Rupert Waldmüller

Stand: 13.07.2018

Prozess am Landgericht Memmingen: Ein Vater soll seine Tochter so schwer geschüttelt haben, dass das Kind jetzt blind und gelähmt ist. | Bild: BR/Rupert Waldmüller

Das Landgericht Memmingen hat soeben einen Vater aus dem Unterallgäu wegen schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht für den 37-Jährigen die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. "Der, der eigentlich für Lauras Schutz, für ihre Fürsorge da ist, der hat ihr Leben zerstört“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Laura wird wohl für immer ein Pflegefall sein

Wie der Richter weiter erklärte, ist das Kind seit der Schüttelattacke gelähmt, kann nur über eine Magensonde ernährt werden, hat täglich Krampfanfälle, kann nicht sehen, nicht sprechen oder laufen und wird wohl immer ein Pflegefall bleiben. "Schlimmere Folgen einer Tat sind aus meiner Sicht nicht denkbar", sagte der Richter.

Vater war alleine und überfordert

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht das Geständnis des Mannes. Als Grund für die Tat gab der Angeklagte Überforderung an: Der 37-Jährige musste sich allein um Laura und ihre ältere Schwester kümmern, die Mutter der beiden Kinder war wegen psychischer Probleme immer wieder in der Klinik, der Vater hatte ein massives Alkoholproblem, er war arbeitslos und hat hohe Schulden. In seinem Schlusswort sagte der Vater: "Mir ist bewusst, dass das, was ich gemacht habe, nicht wieder gut zu machen ist. Das Leid von Laura wird immer bleiben und es wird mich auch für immer verfolgen."


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