19

Spektakel in der Kritik 1.780-Gramm-Forelle reicht zum Titel beim Memminger Fischertag

Beim traditionellen Fischertag in Memmingen haben mehr als tausend Männer den Stadtbach leer gefischt. Tausende schauten zu. Tierschützer protestieren seit Jahren gegen das Spektakel.

Von: Günther Rehm

Stand: 21.07.2018

Teilnehmer des Fischertages springen am 20. Juli 2018 mit ihren Keschern, den "Bären", um Punkt Uhr in den Memminger Stadtbach. | Bild: dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Beim Fischertag dürfen nur Männer aus Memmingen fischen. Beginn ist Punkt 8 Uhr. Nach einem Böllerschuss "jucken", sprich: springen, die Männer in den Bach. Gefischt wird mit Netz oder Kescher – der Memminger sagt dazu "Bären".

36-Jähriger wird Fischerkönig

Nach Angaben der Organisatoren gingen am Samstagmorgen 1.188 Memminger auf die Jagd nach Forellen. Fischerkönig wurde der 36-jährige Jürgen Ziegler. Seine Forelle wog 1.780 Gramm. Zum Vergleich: Im Vorjahr brachte die schwerste Forelle 2.240 Gramm auf die Waage. Den Rekord hält seit 1975 eine 4.750-Gramm-Forelle.

Tierschützer wollen Ende des Fischertags

Die Tierschutzorganisation Peta prangert den Fischertag als "brutal und sinnlos" an. Peta hat eine Online-Petition an Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) gestartet. 10.000 Unterstützer sind das Ziel der Tierschützer. Bislang haben 7.200 Menschen unterzeichnet, 10.000 Unterzeichner sind das Ziel.

Der Fischertag hat eine lange Tradition. Schon im 16. Jahrhundert wurde der Stadtbach, damals Teil der Kanalisation, einmal im Jahr gereinigt und deshalb vorher ausgefischt. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat sich das Spektakel zu einem Volksfest entwickelt. In diesem Jahr kamen rund 10.000 Zuschauer.


19