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Russlanddeutsche in Nürnberg Unterstützung von Rechtsaußen

Zum vierten Mal haben am Sonntag Russlanddeutsche der "Bürgerinitiative Sichere Heimat" in Nürnberg demonstriert. Immer wieder schließen sich Rechtspopulisten, Neonazis und Holocaustleugner der Gruppe an.

Von: Jonas Miller

Stand: 07.03.2016 | Archiv

Russlanddeutschen demonstrieren auf dem Nürnberger Jakobsplatz am 6.03.2016 | Bild: BR/Jonas Miller

Bei der Kundgebung der "Bürgerinitiative Sichere Heimat" am Nürnberger Jakobsplatz versammelten sich am Sonntagnachmittag rund 70 Teilnehmer. Die Initiative wird maßgeblich von Russlanddeutschen aus Mittelfranken initiiert und zieht vor allem russischsprachige Zuwanderer an. In ihren Reden fordern die Aktivisten die Abschiebung von "kriminellen Flüchtlingen", einen starken Staat und die Grenzschließung Deutschlands. Unterstützung erhält die Organisation auch von stadtbekannten Rechtsextremisten. So beteiligte sich am Sonntag eine Gruppe aus dem Umfeld der neonazistischen Partei "Die Rechte" um den ehemaligen NPD-Funktionär Rainer Biller an der Kundgebung. Nach BR-Recherchen war auch der verurteilte Zirndorfer Holocaustleugner Gerhard Ittner vor Ort.

Unterstützung von Pegida und AfD

Mit dabei: Der Holocaust-Leugner Gerhard Ittner (rechts)

Schon in der Vergangenheit waren die Aktionen der russlanddeutschen Bürgerinitiative von Gernot Tegetmeyer, dem Organisator der Nürnberger Pegida-Demonstrationen, und vom Nürnberger AfD-Kreisvorsitzenden Martin Sichert unterstützt worden. Auch die Lautsprecheranlage wurde bei früheren Demonstrationen von Pegida Nürnberg gestellt.

Sammlung in der Partei "Die Einheit"

Organisatoren und Redner der Initiative "Sichere Heimat" geben sich unabhängig und betonen von keiner Partei, Organisation oder gar der russischen Regierung unterstützt zu werden. BR-Recherchen belegen jedoch eine gewisse Nähe zur russisch-migrantisch geprägten Kleinpartei "Die Einheit" und deren Nürnberger Kreisverband. Auf der Parteiseite wird der Kreisverband Nürnberg mit einem Foto vorgestellt. Unter den abgebildeten Personen befinden  sich auch Redner und Organisatoren der Nürnberger Aufzüge.


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