1

Lebensretter Rauchmelder für mehr Sicherheit

Auch die Nase schläft in der Nacht: Brandgerüche nehmen wir erst dann wahr, wenn es meist schon zu spät ist. Ein Rauchmelder kann also eine lebensrettende Investition sein. Seit diesem Jahr sind sie auch in Bayern Pflicht. Tipps rund um den Lebensretter.

Stand: 27.07.2018

In Kürze ist Rauchmelderpflicht. Das heißt in jeder Wohnung müssen Rauchmelder montiert werden. Symbolbilder | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn der Rauchmelder losgeht, ist es mit dem Tiefschlaf vorbei: Der Piepston ist so laut wie ein Presslufthammer. Zum Glück, denn nur so kann er Leben retten. Brandgeruch nehmen wir im Schlaf erst sehr spät wahr, und das kann schnell tödlich enden: Denn nur 100 Gramm verkohlter Kunststoff - zum Beispiel von einem brennenden Fernseher - reichen aus, um eine 85 Quadratmeter große Wohnung zu verrauchen.

Rauchvergiftung ist lebensgefährlich

Die hochgiftigen Gase können in kurzer Zeit bewusstlos machen und die Lunge verätzen. Selbst wenn man von der Feuerwehr noch lebend geborgen wird, können die Folgen der Rauchvergiftung tödlich sein. Ein Großteil der Toten bei einem Wohnungbrand sterben nicht direkt durch das Feuer, sondern durch den Brandrauch. Man geht davon aus, dass zwei bis drei Atemzüge ausreichen, um bewusstlos zu werden. Danach ist eine Flucht nicht mehr möglich.

Rauchmelderpflicht in Bayern

In jeder Wohnung sollten deshalb Rauchmelder installiert sein. Der Einbau in Neubauwohnungen ist in Bayern seit Mitte Oktober 2012 Pflicht - und zwar die des Vermieters. Aber auch für ältere Gebäude gilt in Bayern seit diesem Jahr Rauchmelderpflicht. Die Mieter müssen dafür sorgen, dass die Rauchmelder betriebsbereit sind.

Wo bringt man Rauchmelder an?

Laut Landesbauordnungen müssen alle Kinder- und Schlafzimmer sowie angrenzende Flure mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Weitere Geräte sollten in Gemeinschaftsräumen wie im Wohnzimmer angebracht werden. Für Küchen und Bäder sind Rauchmelder dagegen nicht geeignet. Für mehrgeschossige Wohnungen oder Häuser gibt es sowohl batterie- als auch netzbetriebene Rauchmelder, die per Kabel oder Funk untereinander vernetzt werden können.

Rauchmelder-Alarm durch Spannungsunterschiede

Die kleinen runden Geräte funktionieren über Photozellen: Eine Lichtquelle ist mit einem Sensor verbunden; wird dieser Lichststrahl durch den Rauch unterbrochen, erzeugt der Sensor einen Spannungsunterschied, der dann Alarm schlägt.

Rauchmelder: Was muss ich beim Kauf beachten?

Gesetzlich vorgeschrieben für Rauchmelder sind das CE-Kennzeichen und die DIN-Angabe EN 14604. Dieser Mindeststandard reicht aber nicht aus, um einen qualitativ hochwertigen von einem einfachen Rauchmelder zu unterscheiden. Der Qualitätsunterschied ist von außen nicht erkennbar. Um Verbrauchern mehr Sicherheit bei der Auswahl eines Rauchwarnmelders zu geben, wurde das "Q" als ein unabhängiges Qualitätszeichen für hochwertige Rauchmelder eingeführt. Rauchmelder mit "Q" vermeiden Fehlalarme, sind stabiler, langlebiger und sie haben eine fest eingebaute Batterie mit mindestens zehn Jahren Lebensdauer.

Brandquelle Elektrogeräte

Elektrizität bleibt die mit Abstand größte Risikoquelle für Brände. Das geht aus der Brandursachenstatistik des Institutes für Schadensverhütung und Schadensforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS) hervor. Alle elektrischen Haushaltsgeräte sind potentielle Zündquellen. Deshalb sollte man einiges beachten:

  • Ziehen Sie den Stecker, wenn Sie ein Gerät nicht mehr brauchen.
  • Wenn Sie die Wohnung oder das Haus verlassen, schalten Sie möglichst alle Elektrogeräte aus.
  • Defekte oder unsachgemäß angeschlossene Elektrogeräte sind eine unterschätzte Ursache für Brände. Verbraucher sollten schon beim Kauf auf geprüfte Sicherheit achten - zum Beispiel durch das GS-Zeichen. Geräte, die womöglich schon nach Kunststoff riechen oder Rauch entwickeln, sofort entsorgen oder zur Reparatur bringen.
  • Mögliche Brandquellen sind auch dort, wo Elektrogeräte einen Kurzschluss verursachen können. Deshalb sollte die Isolierung von Anschlusskabeln regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem sollte unbeaufsichtigter Dauerbetrieb vermieden werden.
  • Leistungsstarke Elektrogeräte, die an einer Mehrfachsteckdose stecken, können zu einer Überlastung führen: Hoher Stromfluss erzeugt Wärme, die Stromleitungen überhitzen und es kann zu einem Schwelbrand kommen. Deshalb sollte man auf die mögliche maximale Anschlussleistung der Verteiler achten.

Fehlalarm im Urlaub vermeiden

Rauchmelder in der Wohnung sind Pflicht, weil sie Leben retten können. Die runden Dinger an der Decke können aber auch für mancherlei Verdruss sorgen, etwa durch einen Fehlalarm. Das ist besonders ärgerlich, wenn man im Urlaub ist und die Feuerwehr in die Wohnung eindringen muss. Das wird teuer.

Rauchmelder mit Langzeitbatterie sind ein Weg, das Risiko für einen Fehlalarm zu minimieren. Sie sind zwar teurer, aber eine lohnende Investion, denn die Batterie hält zehn Jahre und muss nicht gewechselt werden. Die Laufzeit der Batterie kann man zusätzlich mit einem Testgerät überprüfen.


1