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Hautkrankheit Quälender Juckreiz durch Krätze - engen Körperkontakt vermeiden

Die Krätze ist Krankenkassen zufolge auf dem Vormarsch. Die Anzahl der Verordnungen von entsprechenden Medikamenten ist in Bayern innerhalb eines Jahres um 40 Prozent gestiegen. Krätze ist eine Hautkrankheit, die durch Milben hervorgerufen wird und zu quälendem Juckreiz führt.

Stand: 15.03.2018

Krätzmilbe | Bild: picture-alliance/dpa/Okapia

Die Krätze ist Krankenkassen zufolge auf dem Vormarsch. Die Anzahl der Verordnungen von entsprechenden Salben und Tabletten sei in Bayern innerhalb eines Jahres um 40 Prozent gestiegen, teilte Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer, am Dienstag mit. Im Bundesschnitt sogar um rund 70 Prozent.

Ausgewertet worden seien die Verordnungen mit den Wirkstoffen Permethrin und Ivermectin in den Jahren 2016 und 2017. Auch die DAK berichtet von einem Anstieg der Krätze-Behandlungen. Bundesweit sei die Zahl der Verordnungen von Medikamenten mit den Wirkstoffen Permethrin und Ivermectin von 26 500 im Jahr 2016 auf 34 400 im vergangenen Jahr gestiegen, sagte ein DAK-Sprecher in München.

Nicht nur der Freistaat betroffen

Im vergangenen Oktober wurde in Bonn im Johanniter Krankenhaus die Station 1 A präventiv gesperrt. Einige Patienten und Angestellte litten an der Krätze.

Was ist Krätze?

Die Krätze – auch "Scabies" genannt - wird durch winzige Milben verursacht. Die Krätzmilben paaren sich auf der Hautoberfläche. Dann arbeiten sich die Weibchen in die oberste Hautschicht ein, um dort ihre Eier abzulegen. In den Gängen hinterlässt sie aber nicht nur ihre Eier, sondern auch ihren Kot, der zu den typischen Symptomen führt. Wenn die Milben geschlüpft sind, bewegen sie sich an die Hautoberfläche und der Kreiskauf beginnt von Vorne.

Krätzmilben mögen es warm

Die Parasiten lieben dünne Hautstellen. Deshalb sind häufig befallene Stellen Fingerzwischenräume, Handgelenke, Ellenbogen, die Brust und der Genitalbereich, prinzipiell kann aber auch jede andere Stelle befallen werden.

Die Infektion ist schwer zu diagnostizieren und hat eine Inkubationszeit von fünf bis sechs Wochen. Krätze wird oft erst bemerkt, wenn ein juckender Ausschlag auftritt. Besonders nachts unter einer warmen Bettdecke wird der Juckreiz nahezu unerträglich. Der Drang zu kratzen ist dann nicht zu unterdrücken – daher der Name „Krätze“. Hautreizungen und Entzündungen werden dadurch noch verschlimmert.

Ansteckung durch Körperkontakt

Eine Ansteckung ist durch Hautkontakt mit infizierten Menschen schon vor dem Ausbruch der Krankheit möglich, das macht "Scabies" so heimtückisch. Auch über Kleidung oder Bettwäsche kann die Krätzmilbe übertragen werden – auch wenn sie nicht lange ohne ihren Wirt überleben kann. So besteht die Möglichkeiten, sich auf Reisen zum Beispiel in billigen, ungepflegten Unterkünften mit Krätze anzustecken.

Krätze kommt vor allem an Orten vor, an denen sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten, wie etwa in Kliniken, Kindergärten oder Altersheimen.

So wird Krätze diagnostiziert

Die Schilderung der Symptome führt den Arzt meist schon in die richtige Richtung. Bei genauerem Hinsehen – zum Beispiel mithilfe einer Lupe, beim Arzt mit einem Spezialinstrument, dem Dermatoskop – können auch die gewundenen Gänge der Krätzmilben unter der Haut auffallen – je nachdem, wie weit der Befall fortgeschritten ist. Außerdem können auch winzige Knötchen, der Kot der Milbe, entdeckt werden. Allerdings gelingt ein direkter Nachweis nicht immer. Denn in der Regel sind es nur wenige Milben, die einen plagen. Dann wird der Arzt aufgrund der geschilderten Symptome eine Behandlung veranlassen.

Krätze-Behandlung mit einer Anti-Milben-Salbe

Die Erkrankung ist zwar lästig, aber nicht gesundheitsbedrohlich und kann schnell und zuverlässig behandelt werden. Dazu wird der Körper an jeder Stelle mit einer Anti-Milben-Salbe eingerieben, die bis zu 12 Stunden aufgetragen bleiben sollte. So werden die Krätzmilben in der Regel abgetötet. Ist das nicht der Fall, wird die Behandlung wiederholt. Allerdings sind Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Bei Kindern, Schwangeren und immungeschwächten Menschen ist eine individuelle Abwägung daher notwendig.

Voraussetzung für einen dauerhaften Heilungserfolg ist, dass eine Mitbehandlung von Kontaktpersonen erfolgt.

Waschen, putzen, saugen

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sind Hygienemaßnahmen in der Wohnung wichtig – und zwar gleichzeitig zur Therapie. Dazu gehören, Wäsche, Handtücher und Bettzeug mindestens bei 60 Grad zu waschen, um die Milben abzutöten. Alles, was nicht in die Waschmaschine kann, sollte für vier Tage in einen abgeschlossenen Plastiksack gesteckt werden. Teppiche und Polstermöbel gründlich absaugen und (nach Möglichkeit) vier Tage nicht benutzen.


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