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Orientierungshilfe bei der Qualität Neues Bewertungssystem für Pflegeheime

Wer ein einen guten Pflegedienst oder gutes Pflegeheim sucht, soll sich über die Benotung im sogenannten "Pflege-TÜV" eine Orientierung verschaffen können. Doch die Noten haben nach Ansicht vieler Kritiker keine große Aussagekraft. Im Lauf dieses Jahres soll ein neues Bewertungssystem entwickelt werden.

Von: Nikolaus Nützel

Stand: 05.01.2018

Die Hand einer jungen Pflegerin liegt tröstend auf den Händen einer alten Frau, die sich auf ihren Gehstock stützt.  | Bild: picture-alliance/dpa

Pflegeheime, die mit einer Gesamtnote von 1,1 für sich werben können, obwohl ihre Pflege nachweislich nicht sonderlich gut ist – das ist beim bisherigen Benotungssystem im sogenannten "Pflege-TÜV" durchaus möglich.

Neues Konzept geht in die heiße Phase

Denn Mängel in der Pflege konnten bislang bei der Gesamtnote verrechnet werden - etwa mit einem Speiseplan, den auch Menschen mit Sehbehinderung gut lesen können. Die Bundesregierung hat das bisherige System deswegen vor drei Jahren ausgesetzt und Wissenschaftlern verschiedener Hochschulen und Forschungsinstitute den Auftrag gegeben, gemeinsam mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen ein neues System zu entwickeln.

Nach einigen Verzögerungen dürfte es dieses Jahr echte Fortschritte geben, hofft die Geschäftsführerin des MDK Bayern, Ottilie Randzio.

"Also es wird jetzt wirklich wissenschaftlich entwickelt, in Zusammenarbeit natürlich mit dem MDK und Praktikern, und wir hoffen sehr, dass wir mit dem neuen Instrument dann diese leidige Diskussion um den Pflege-TÜV nicht mehr haben."

Ottilie Randzio, Medizinischer Dienst der Krankenkassen

2019 soll es eine neue Bewertung für Pflegeheime geben, im Jahr darauf auch für ambulante Pflegedienste.


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Leonia, Freitag, 05.Januar, 20:18 Uhr

3. Grundsatzfehler

Altenpflege und Krankenpflege sowie Geburtshilfe sollten nicht gewinnorientiert betrieben werden müssen. Jede Gewinnmaximierung in diesen Bereichen geht zu Lasten der Betreuten und der Betreuenden. Die Details der Misere sind bekannt und müssen nicht erneut aufgezählt werden.
Nur soviel: es kann einem davor grauen, wenn man daran denkt, was einem möglicherweise mal irgendwann bevorsteht!

  • Antwort von Realistin1, Samstag, 06.Januar, 10:48 Uhr

    Was ich immer mehr feststelle dass Menschen nichts mehr respektieren, nicht mal sich selber. Die Wertigkeit geht verloren, alles was nichts kostet ist nichts wert, also muss es teuer gemacht werden. Der Mensch wird zum Kostenfaktor, minimalste, emotionslose Pflege, aber teuer in der Verwaltung.
    Unser Grundgesetz sagt, die Würde des Menschen ist unantastbar..., wenn man in Altenheimen, Krankenhäuser oder überhaupt in Einrichtungen in denen Menschen, Menschen brauchen sieht, muss man feststellen dass dieses Gesetz schon lange nicht mehr gilt. Die Würde hat sich verlagert, in wer bin ich, der Mensch definiert sich über materiellen Dinge, tolles Auto, Haus, Geld, Macht. Damit schalten wir in unsern Hirn aus, dass jeder Mensch einmal ALT wird, was wir nicht wollen, darf einfach nicht sein.
    Ich denke, die Menschen haben sich geistig nicht viel weiterentwickelt, sondern werden immer einfacher und dümmer und somit entwerten sie sich selber.
    Faulheit ist der Vater des Fortschritts!

H.E., Freitag, 05.Januar, 11:47 Uhr

2.

In erster Linie sollten alle Pflegeheime unangemeldet regelmäßig überprüft werden.

Manfred, Freitag, 05.Januar, 09:20 Uhr

1. Wenn Ihr Glück habt werdet Ihr auch alt , aber ist das dann Glück ?

Die geflügelten Worte der heutigen Zeit sind - Profitorientiert und Gewinnmaximierung - . Kennt ja wohl jeder der eine Geldanlage hat . Sparen und billig um jeden Preis , ob beim Discounter oder bei Fernreisen . Die Pflegeinstitutionen machen es ja auch nicht anders .
Und das Gerede der Politiker ist NICHT’S wert schaut man sich die Vorfälle der letzten Jahre an , hat sich bis heute NICHT’S geändert .
Und das Perfide an der Situation ist das man gerade die Leute hängen läßt die dieses Land aufgebaut haben , von dem WIR alle heut profitieren .