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Kirche und Politik Pfingstpredigt befasst sich mit der Kreuzdebatte

Der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, hat in seiner Pfingstpredigt Stellung zur Kreuz-Debatte in Bayern genommen. In der Münchner Matthäuskirche nannte er das Kreuz ein "zentrales Identitätssymbol". Der Bamberger Erzbischof Schick warnt vor Populismus.

Stand: 20.05.2018

Bamberger Erzbischof Ludwig Schick | Bild: picture-alliance/dpa

Für Christen sei das Kreuz nicht Gegenstand des Streites unterschiedlicher politischer Überzeugungen, sondern "das Zeichen unseres Herrn und Heilands Jesus Christus", sagte der bayerische evangelische Landesbischof in seiner Predigt in der Münchner Matthäuskirche.

Anspielung auf den Erlass des Ministerpräsidenten

Er spielte damit auf die andauernde bayerische Kreuz-Debatte an, die Ministerpräsident Markus Söder ausgelöst hat. Laut Kabinettsbeschluss soll ab 1. Juni in allen bayerischen Dienstgebäuden im Eingangsbereich ein Kreuz hängen. Er wünsche sich jenseits der jeweiligen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen, die die Bürger haben, einen Geist für Deutschland, sagte Bedford-Strohm weiter.

"Und wenn das Kreuz in öffentlichen Gebäuden hängt, dann ist das dieser Geist, den es ausstrahlen soll." Vor diesem Geist müsse niemand Angst haben. Er könne Juden, Christen und Muslime zusammenführen und die unseligen Identitätsdebatten überwinden, "in denen man versucht, die eigene Identität durch die Abwertung der anderen zu stärken".

"Ich liebe meine bayerische Heimat. Und ich danke Gott, dass ich hier leben darf. Und weil mir das Kreuz so wichtig ist, freue ich mich von Herzen, dass sie auch zur Heimat für Menschen werden kann, die bedroht sind von Gewalt, Krieg und Verfolgung."

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Bamberger Erzbischof Schick: Populismus ist geistlos und zerstörerisch

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sieht im Populismus eine große Bedrohung für Einheit und Freiheit. In seiner Pfingstpredigt in Bamberg sagte er, dieser sei geistlos und zerstörerisch. Populismus verkürze die Wahrheit zu Gunsten der eigenen Interessen, sagte Schick in seiner Predigt im Bamberger Dom. Populismus deklariere andere Menschen zu Feinden und Sündenböcken.

Die Sprache werde oft auf aggressive und ausgrenzende Parolen reduziert. Dies zeige sich in Schlagworten wie "America first".

Das Pfingstfest feiere die Aussendung des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist Gottes rege an, nach Frieden und Versöhnung zu suchen. Er reiße trennende Mauern ein und bringe Versöhnung und Frieden. Derzeit aber würden Mauern und Stacheldraht zwischen Menschen und Völkern neu errichtet.

"Versöhnung und Neubeginn, Solidarität und Frieden sind in vielen Bereichen unseres Lebens in weite Ferne gerückt."

Erzbischof Ludwig Schick

Papst Franziskus betet für ein Ende der Gewalt in Israel

Papst Franziskus hat zum Pfingstfest für ein Ende der Gewalt in Israel gebetet. Der Geist Gottes möge "die Herzen und die Verhältnisse" verändern und Frieden ins Heilige Land bringen, sagte er bei seiner Messe im Petersdom. Ausdrücklich nannte er Gaza, das auch in einer Erzählung des Neuen Testaments erwähnt wird.


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Barbara, Montag, 21.Mai, 11:44 Uhr

11. "für Christen sei das Kreuz nicht Gegenstand des Streites"?

Anscheinend ist das Kreuz eben doch Gegenstand des Streites, denn wie sonst ist es zu verstehen, daß die Protestanten seit 500 Jahren von der Einheit der Kirche getrennt sind? Wäre Luther den Kreuzweg gegangen, anstatt den Papst als "Teufel" zu bezeichnen, dann gäbe es heute keine Kirchenspaltung und die vielen Religionskriege wären uns erspart geblieben!

Realistin1, Montag, 21.Mai, 08:43 Uhr

10. Das ewige alte Lied vom Populismus und der AFD.....statt von Vertrauen..

Ich bin Christin und das ist gut so....Mir geht das ganze Getue der Bischöfe und Politiker so etwas auf den Keks, dass ich es nicht mehr hören kann. Aber auch unseren Wichtigtuern will gesagt sein, wer nicht an Gott glaubt, sollte sich einfach raushalten, Die vielen Jahre vor der Erleuchtung unserer Priester, durch die Flüchtlingsströme sich WICHTIG zu machen, hat sich die Kirche keine Deut um seine Gläubigen gekümmert.
Das Kreuz, Vaterunser, Rituale, Kirchenglocken gehören nun mal zu unserer christlichen Glaubens Kultur.
Was jetzt die AFD dabei für einen Rolle spielen soll, ist mir schleierhaft! Die Politik sollte aus der Kirche, Glauben rausgehalten werden und sollte endlich ihre Arbeit bei den großen Problemen hier im Land anpacken. Es würde schon helfen wenn jeder sich an der eigenen Nase nehmen würde, siehe auch BAMF und andere Betrüger, auch die Kirche, wir werden nur noch belogen. Wo sollte da noch Vertrauen herkommen, Glaube muss man leben und nicht nur davon reden.

  • Antwort von Schnauzevoll, Montag, 21.Mai, 13:27 Uhr

    Ich bin auch Christin, war sogar mal Lektorin. Ich gehe nur noch in die Kirche, wenn es unbedingt sein muss. Ich habe vom Geschwafel der Geistlichen die Nase voll und lasse mir nicht vorschreiben, was ich denken soll. Man mag von Söders Anordnung, Kreuze in öffentlichen Gebäuden aufzuhängen, denken was man mag. Aber hätten die Bischöfe den Mund gehalten, wäre besser gewesen. Das Kreuz verleugnen geht gar nicht. Wäre Jesus auf Erden, er würde euch aus dem Tempel jagen.

Jochen, Sonntag, 20.Mai, 23:24 Uhr

9. Meine Meinung

Ich kann diesen "Schmarnn" nicht verstehen!
Ganz ehrlich: Wir leben in einer christlichen Gesellschaft
So bin ich aufgewachsen und ich habe auch Probleme mit den Bild der Kirche, aber ich glaube an Gott
So was ist das Problem, dass wir unser Bezeugnis öffentlich zeigen?

Wenn ich in den Iran oder ein anderes muslimisches Land fahre / fliege, dann muss ich mich auch anpassen und deren Rituen akzeptieren (kein Schweinefleisch, keinen Alkohol etc.).
Wenn nun jemand nach Deutschland kommt: Dann erbitte ich mir auch, dass diese Leute sich unseren Lebensgewohnheiten anpassen!
Wer es nicht kann: Es zwingt keinem, dass er in Deutschland bleibt!.
Ab nach Hause!

Ich bin aber um jede Person froh, die sich Integrieren kann!
Zum Schluss: Der Klevere gibt so lange nach, bis er der der Depp ist!

Viele Grüße aus dem Kongo (ich bin nich aus Spaß hier, ich arbeite hier und zahle: Für unsere Politiker und für die Leute, die meinen, dass mann sich unserer Gesellschaft nicht anpassen muss)!

  • Antwort von Katholik, Montag, 21.Mai, 07:22 Uhr

    @ Wissen sie was ein populistischer Wahlkampf ist, der dazu dient, die Bürger für dumm zu verkaufen? Dem Söder und seiner Truppe ist das Kreuz doch völlig egal. Wenn das alles so wichtig wäre, würden sie eine ganz andere Politik machen. Eine Politik im Sinne der Schöpfung und christlichen Werten.

QuoVadis, Sonntag, 20.Mai, 20:01 Uhr

8. Populismus -

eine große Bedrohung für Einheit und Freiheit?
Hier auf BR vor kurzem zu lesen:
Arm im Alter
Wenn die Rente nicht zum Leben reicht
Altersarmut in Bayern ist kein Einzelfall. 80 Prozent der Frauen ab 65 müssen mit weniger als 1000 Euro im Monat über die Runden kommen. Über Jahrzehnte erbrachte Leistungen im Beruf zählen da wenig. Auch Männer sind betroffen.
In der "Welt" zum nachlesen:
Der aus Tunesien stammende Leibwächter des früheren Al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden darf nicht abgeschoben werden. Der in Bochum lebende Mann bezieht nach dem Asylbewerberleistungsgesetz rund 1200 Euro pro Monat.
Fördert dieses schamlose Verhalten unseres Staates die Einheit und Freiheit?
Bitte auch hierzu mal klare Worte von der Kirche.

  • Antwort von H.E., Sonntag, 20.Mai, 22:34 Uhr

    Sie haben recht, bei diesem brisanten Thema müßten auch die Kirchen eine klare Stellung beziehen. Sonst gehören leider auch die Kirchen dazu, daß die Leute in die Arme der AfD getrieben werden.

  • Antwort von Schuld sind immer die anderen ?, Sonntag, 20.Mai, 23:33 Uhr

    Wer AfD wählt, kann mir nicht erzählen, die Kirche ist schuld.
    Wenn ich solchen Rassisten hinterher renne, dann muss ich das alleine vor meinem
    Gewissen verantworten.

  • Antwort von Arnulf, Montag, 21.Mai, 05:56 Uhr

    Liebe Kirchen: Wollt Ihr das noch durch noch mehr Soziallasten und noch mehr billiglohnkonkurrenz komplettieren?

  • Antwort von Ausgrenzung ist antichristlich , Montag, 21.Mai, 09:18 Uhr

    @Schuld....anderen?: Wer eine Partei undifferenziert und pauschal verunglimpft,und immer und immer wieder in einen Topf mit Rassisten wirft, ist selbst keinen Deut besser.
    Genauso wäre es, eine Religion zu verdammen, nur weil einige wenige Kranke und Kriminielle im Zeichen eines Religionssymbols Verbrechen begehen.
    All das ist, wie wir wissen,, nur vorgeschoben, bitte einfach nur mal die Psychogramme und Sozialisation der einzelnen Täter hinterfragen.
    Es entschuldigt zwar nichts, aber es liefert viele Hinweise, woran es auch in unserer Gesellschaft an vielen Stellen "hapert".
    Also wer oder was schafft den Nährboden, für so viel Demokratieverdrossenheit in der Bevölkerung?!
    Das wäre doch die eigentliche Frage, die die Kirchen an die anderen Parteien stellen müssten....
    Deswegen mein dringender Appell an die Krrchen, auf alle(!) Menschen zugehen, sind immer noch Menschen... niicht anklagen. und nach Kenntnis ihrer Motive Ziele für eine gerechtere.Politik formulieren.

  • Antwort von Schuld sind immer die anderen ?, Montag, 21.Mai, 12:14 Uhr

    @ Ausgrenzung ist unchristlich
    Dann sagen Sie doch, was an der AfD ist christlich, human, menschlich ?
    Die AfD grenzt nicht aus, beleidigt und hetzt nicht ?
    Wo leben Sie ?
    Ich lasse mich gerne aufklären.

Nachhilfelehrer für Bischöfe, Sonntag, 20.Mai, 20:01 Uhr

7. Muss leider Herrn Hochwürden, Erzbischof Schick etwas korrigieren wg. ...

Populismus usw.
Leider verwechselt auch dieser Gottesmann Ursache und Wirkung: Denn wenn die Politik nicht mehr ihrer Verantwortung ggü dem Wahlvorlk ausreichend nachkommt, dann entstehen immer größere soziale und gesellschaftliche Verwerfungen. Das erleben wir gerade jetzt.
Herr Schick täte gut daran, mehr eine sozialere Politik einzufordern, auch die Auswirkungen von Globalisierung, Neoliberalismus, Privatisierung der öffentlichen Daseinsversorungen deutlicher als bsiher anzuprangern. Die immer weiter aufgehende Schere zwischen Arm und Reich, im hiesigen Land, und weltweit, Armutsbewegungen, Kriegsflüchtlinge sind die vergiftete "Frucht" dieser seit dem Ende des vergangenen Jahrtausends explizit ausgerufenen Politik.
Daran möge sich bitte der Herr Erzbsichof abarbeiten, nicht an dem, was er gemeinhin als "Populismus" abtut.
Die soziale Gerechtigkeitslücke muss wieder geschlossen werden, dann werden viele gesellschaft. Probleme automatisch verschwinden.