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US-Pentagon bestätigt IS-Terrorist Cuspert angeblich doch nicht tot

Zuletzt gab es Zweifel, ob der Berliner IS-Terrorist Denis Cuspert tatsächlich bei einem Luftangriff getötet wurde. Jetzt geht auch das US-Verteidigungsministerium davon aus, dass er noch am Leben ist.

Von: Stefanie Gentner

Stand: 04.08.2016

Denis Cuspert | Bild: picture-alliance/dpa

Das US-Verteidigungsministerium hatte im Oktober 2015 erklärt, Cuspert sei bei einem Angriff in der Nähe von Al-Rakka, der Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), getötet worden. Dann gab es schnell Gerüchte, der als "Deso Dogg" bekannten Berliner Rapper sei doch nicht tot. Entsprechende Hinweise kursierten im Internet. Außerdem gab es Berichte, dass Cusperts Stimme bei einem Telefonmitschnitt vom 16. Oktober zu erkennen gewesen sei. Genau an diesem 16. Oktober soll Cuspert bei Luftschlägen in Syrien getötet worden sein.

Pentagon: "Die Einschätzung war inkorrekt"

Die vielen Leben der Totgesagten | Bild: Denis Cuspert: Bild: Erasmus Monitor zum Artikel Mann mit den vielen Leben Netzwerk der Totgesagten

Zunehmend zweifeln Szene-Beobachter am Tod des deutschen IS-Terroristen Denis Cuspert. Auch ein totgesagter Gotteskrieger aus Pforzheim soll noch am Leben sein. Offensichtlich spannt sich um die deutschen IS-Kämpfer ein ganzes Netzwerk. Es wird gelogen und rekrutiert. Eine Spur führt nach München. Von Joseph Röhmel [mehr]

Sicherheitsbehörden in Deutschland hatten Cusperts Tod nie bestätigt und beteuerten immer wieder ihre Zweifel an dessen Tod. Im Juni meldete das Bundesamt für Verfassungsschutz, dass die Beamten Cuspert in einem dreiminütigen Video mit dem Titel "An euch Feinde Allahs" identifizierten. Darin fordere er zu Anschlägen im Westen auf. Wieder ein Indiz dafür, dass er noch am Leben sein könnte.

Außerdem fehlten aussagekräftige Beweise für sein Ableben. Und eine Bestätigung des Pentagon blieb zunächst aus. Inzwischen allerdings gibt es wohl stärkere Indizien dafür, dass Cuspert am Leben ist. Denn das US-Verteidigungsministerium hat nun seine ersten Erkennntnisse widerrufen. "Es scheint, dass diese Einschätzung inkorrekt war und Denis Cuspert den Luftangriff überlebt hat", teilte ein Ministeriumssprecher mit. Damit bringt das Pentagon erst einmal wieder Ruhe in den Fall Cuspert und die Spekulationen über sein Schicksal in den letzten Monate, schreibt die "New York Times" in einem aktuellen Bericht.

Zur Person Denis Cuspert

Laut Verfassungsschutz gibt es mehrere Personen aus dem Berliner Raum, die als IS-Kämpfer agieren. Hier sei Cuspert der "führende deutschsprachige Propagandist des IS", heißt es in einem Bericht. Demnach hat er sich 2013 den Dschihadisten in Syrien angeschlossen und leistete 2014 den Treueschwur auf al-Baghdadi. In zahlreichen IS-Videos hat er zu Gewalt aufgerufen und mit islamistischen Anschlägen gedroht. Seit Februar 2015 führen die Vereinten Nationen und die USA Cuspert auf ihren Terrorlisten, nachdem ein Propagandavideo des IS ihn im November 2014 bei der Erschießung eines Gefangenen zeigte. Damit gilt seine Beteiligung an Kriegsverbrechen als bestätigt.


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Cosi, Dienstag, 16.August, 14:01 Uhr

3. unwichtig!

Das ist so wichtig als wenn ein Sack Reis in China umfällt.
Wenn er wirklich Tot ist dann könnte man es schreiben.

KSLL, Dienstag, 16.August, 13:25 Uhr

2. Zu viel Aufmerksamkeit

Dennis Cuspert erhält von den deutschen Medien zu viel Aufmerksamkeit. Genau das, was er gerne möchte.

Birkhahn, Dienstag, 16.August, 12:21 Uhr

1. Abschiebung

Das hat Herr Herrmann richtig gemacht. Er muß es nur viel öfter tun.