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Großeinsatz der Polizei Paket am Potsdamer Weihnachtsmarkt war wohl nicht "explosionsfähig"

Die Polizei hat in der Nähe des Potsdamer Weihnachtsmarktes ein verdächtiges Paket unschädlich gemacht. Darin entdeckt wurden Kabel, ein Böller und hunderte kleiner Nägel. Laut Brandenburgs Innenminister Schröter hat man aber keinen Zünder gefunden.

Von: Sebastian König-Beck

Stand: 01.12.2017

Polizei sperrt Weihnachtsmarkt in Potsdam teilweise ab | Bild: picture-alliance/dpa

Großeinsatz der Sicherheitskräfte am Potsdamer Weihnachtsmarkt: Am Nachmittag war dort ein verdächtiges Paket entdeckt worden. Die Polizei rückte aus, sperrte den Bereich um den Fundort ab, untersuchte den Gegenstand und bestätigte via Kurznachrichtendienst Twitter: Es handele sich um eine "unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung". Später hieß es dann von den Beamten:

"Die kontrollierte Entschärfung des verdächtigen Gegenstandes ist erfolgt!"

Polizei Brandenburg via Twitter

Am Abend äußerte sich Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter zum Fund. Man stehe noch ganz am Anfang der Untersuchungen. Gefunden habe man in dem Paket hunderte kleine Nägel und einen sogenannten "Polenböller", der größer als ein normaler Silvester-Böller sei. Es deute einiges darauf hin, dass das Paket aber nicht explosionsfähig war, weil kein Zünder gefunden wurde. Die Nägel und der Böller seien in einem Metallgefäß wie einer Konservendose gewesen.

Das Paket wurde laut Schröter in eine Apotheke geliefert. Es sei noch zu früh, davon zu sprechen, dass es sich um einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt gehandelt habe. Es könnte auch dem Apotheker gegolten haben. Die Polizei suchte das Gebiet rund um den Fundort weiträumig ab, auch Sprengstoffspürhunde kamen zum Einsatz. Am späten Abend teilte die Polizei mit, man habe nichts Verdächtiges gefunden.

Mehr Sicherheit auf deutschen Weihnachtsmärkten

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz mit zwölf Toten am 19. Dezember 2016 werden in diesem Jahr bundesweit Weihnachtsmärkte besonders geschützt. Die Sicherheitsbehörden sehen zwar keine akute Anschlagsgefahr, sprechen aber von einer "abstrakten Gefährdungslage". Auf vielen Weihnachtsmärkten wurden Betonbarrieren errichtet, außerdem sind mehr Polizisten in Uniform und in Zivil unterwegs.

Keine Auswirkungen auf Christkindlesmarkt in Nürnberg

Der in der Nähe des Potsdamer Weihnachtsmarkts entschärfte Sprengsatz hat keine Auswirkungen auf den Nürnberger Christkindlesmarkt. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Hauptmarkt seien nicht hochgefahren worden, sagte Polizeisprecherin Elke Schönwald dem Bayerischen Rundfunk.

Wie gefährdet sind deutsche Weihnachtsmärkte?

Immer wieder weisen die Sicherheitsbehörden auf eine "abstrakte Gefährdungslage" hin, die Vorsicht erfordert. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gab es allerdings bislang nicht. Mehrere Syrer, die Ende November unter dem Verdacht festgenommen wurden, ein Attentat auf einen Weihnachtsmarkt beziehungsweise ein Einkaufszentrum in Essen geplant zu haben, wurden nach einem Tag wieder auf freien Fuß gesetzt. Es gab aber offenbar Hinweise auf Bezüge der Männer zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).


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