18

Große Unsicherheit bei bayerischen Vereinen Online-Petition gegen Datenschutzgrundverordnung

Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die am Freitag europaweit in Kraft tritt, ist vor allem bei Vereinen sehr unbeliebt. Viele Ehrenamtliche sind verunsichert und überfordert. Deshalb startet der Bayerische Blasmusikverband nun eine Online-Petition.

Von: Erich Wartusch

Stand: 23.05.2018

Datenschutz in Unternehmen | Bild: BR

Knapp 4.500 Menschen haben die Petition bisher unterschrieben, in der es vor allem um Erleichterungen bei der Anwendung der Verordnung geht.

"Wir wollen erreichen, dass es für unsere ehrenamtlich geführten Vereine Erleichterungen gibt, nach Möglichkeit Beratungsangebote - und dass es nicht gleich Bußgelder gibt und mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird."

Andreas Horber, Geschäftsführer des Bayerischen Blasmusikverbandes

Datenschutzbeauftragter beruhigt

Die Verordnung sieht hohe Bußgelder für Verstöße vor. Doch Thomas Petri, der bayerische Datenschutzbeauftragte, kann beruhigen. Er glaubt, dass die Verordnung zunächst vor allem von Konzernen und größeren Unternehmen ernst genommen werden muss und es für Vereine eine ein- bis zweijährige Anpassungsphase gibt.

"In der ersten Zeit wird es darum gehen, die Kleinen zu beraten und unterstützen - und nicht darum, Sanktionen zu verhängen. Das ist überhaupt nicht unser Anliegen, sondern dass wir möglichst schnell die Anforderungen des neuen Rechts erfüllen."

Thomas Petri, bayerischer Datenschutzbeauftragter

Der Bayerische Landessportverband (BLSV) hat für seine Mitglieder einen 25-seitigen Leitfaden herausgegeben, Workshops und Seminare veranstaltet, um die Vereine auf die DSGVO vorzubereiten. Bei uns hält sich die Aufregung in Grenzen, heißt es beim Verband. Für Sportvereine ist ein Datenschutzbeauftragter zum Beispiel dann Pflicht, wenn ein hauptamtlicher Übungsleiter Reha-Sport anbietet und dafür Gesundheitsdaten der Teilnehmer gesammelt werden. Es hängt also auch immer vom Einzelfall ab. Gerade deshalb beklagt der Bayerische Blasmusikverband den großen bürokratischen Mehraufwand und die vielen - seiner Meinung nach - offenen Fragen.

"Wer zählt zu denen, die automatisiert Daten verarbeiten? Sind das die Ausbilder in unseren Musikvereinen, die auch immer Adressen und Telefonnummern von Personen, von Kindern bekommen? Was darf ich überhaupt noch an Fotografien veröffentlichen? Wie gehe ich damit um, wenn ich der Presse Berichte über Konzerte, über Ehrungen gebe, darf ich da noch Namen nennen? Das sind die großen Fragen, die Verunsicherung schaffen."

Andreas Horber


18