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Regensburg Spatenstich für umstrittene Ditib-Moschee - AfD plant Kundgebung

Im Regensburger Osten erfolgt heute der Spatenstich für einen geplanten Moschee-Neubau. Dort soll Regensburgs erstes islamisches Gebetshaus mit symbolischem Minarett entstehen. Die Pläne hatten zuvor bereits für Protest gesorgt, der wird auch diesmal nicht ausbleiben.

Von: Kilian Neuwert

Stand: 20.07.2018

Entwurf für die Regensburger Moschee | Bild: Architekturbüro Yilbirt

Am Samstag ist Spatenstich der neuen Moschee, die in den kommenden Monaten im Osten Regensburgs gebaut werden soll. Bauherr ist der örtliche türkisch-islamische Religionsverein Ditib. Ditib fungiert in ganz Deutschland als Dachverband türkisch-islamischer Moscheegemeinden. Ihm wird politische und religiöse Kontrolle seitens der Türkei nachgesagt.

Kritik an Moscheebau

Unter anderem deshalb war das Bauprojekt in der Vergangenheit wiederholt von verschiedenen Seiten unter Beschuss geraten. Die Wortführerin der Regensburger CSU, die Stadträtin Bernadette Dechant, sagte der "Mittelbayerischen Zeitung" jüngst, ihre Bedenken seien nicht ausgeräumt. Etwa habe sie nach wie vor ein Problem mit Ditib und deren Nähe zum türkischen Präsidenten.

Ähnlich argumentierte der AfD-Bundestagsabgeordnete und bayerische Landesvorsitzende Martin Sichert zu Jahresbeginn. Dechant gab zuletzt wiederholt zu bedenken, dass im Osten Regensburgs gleich mehrere Moscheen ansässig seien, während die Stadtentwicklung dort vernachlässigt worden sei. Darüberhinaus kritisierte sie, dass der Neubau genehmigt worden sei, ohne die Bevölkerung einzubinden.

Stadt beruft sich auf Religionsfreiheit

Die Ditib-Gemeinde wies diese Kritik zurück. Außerdem sei die Moschee ein Gotteshaus und kein Ort der Politik. Die Gemeinde brauche zudem dringend größere Räumlichkeiten. Die Stadt berief sich in der Debatte auf die Religionsfreiheit. "Religionsgemeinschaften haben ein Recht wie alle anderen auch, Gemeindezentren zu bauen", sagt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD).

Bau sorgte für Schlagzeilen

Überregional sorgten die Pläne des Neubaus für Schlagzeilen, als die verfassungsfeindliche sogenannte Identitäre Bewegung den Bauplatz für eine Kampagne nutzte: Mitglieder errichteten mehrere Dutzend Holzkreuze, die sie den Opfern islamistischer Terroranschläge widmeten. Die Aktion wurde im Internet verbreitet. Auch die AfD nutze die Moschee-Pläne für ihre Zwecke. Im Internet verbreitete sie Bilder, auf denen das Minarett den Regensburger Dom überragte. Tatsächlich soll es 21 Meter hoch werden und nur der Zierde dienen. Die Türme des Doms sind 105 Meter hoch. Einen Muezzin, also einen Gebetsrufer, wird es nicht geben.

Die AfD hat während des Spatenstichs am Samstag eine Kundgebung in unmittelbarer Nähe angemeldet. Die Polizei rechnet mit 40 bis 60 Teilnehmern. Einem Sprecher zufolge will sie mit ausreichend Kräften vor Ort sein.


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Many, Samstag, 21.Juli, 11:48 Uhr

15. Da ja

viele Deutsche und Europäer gerne Urlaub in der Türkei machen, könnte man doch mal den Vorschlag vorbringen, in den Urlaubsgebieten eine Kirche zu errichten. Ich bin überzeugt, daß uns der Religionsverein DITIB da sicherlich unterstützen wird, hat er doch die besten Verbindungen in höchste Regierungskreise. Oder?

  • Antwort von B. Schränkt, Samstag, 21.Juli, 12:11 Uhr

    @ Many
    Dann machen SIE es doch ! Eine Petition ist gefragt .
    Unsere streng Religiösen werden sich freuen. Es ist zwar nur eine Minderheit die in
    Kirchen geht, aber was soll's ?

Realistin , Samstag, 21.Juli, 11:00 Uhr

14. Eine kulturelle Machtdemonstration recht und schön

Nur einen Schönheitsfehler hat die Sache: Niemand kann mit dem Islam etwas anfangen, außer Muslime und ein paar Kulturwissenschaftler. (...) wird das immer ein Fremdkörper vor der Nase bleiben. Aber vielleicht ist das ja gut so. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Wolf, Samstag, 21.Juli, 10:18 Uhr

13. Stammtisch der Verteidiger das Abendlandes

Meine Fresse,haben die neurechten Islamophobiker mal wieder Ausgang ? Hey Jungs,bleibt cool,ihr seid ne Handvoll ....aber nie das Volk.

  • Antwort von winfried, Samstag, 21.Juli, 12:13 Uhr

    Hey "Wolf", nicht aufregen, schon bald gehören Sie zu einer Minderheit, es sei denn, Sie gehören zu den "Grauen Wölfen" und
    sind jetzt lediglich ein "Wolf im Schafspelz".

  • Antwort von Erich, Samstag, 21.Juli, 12:20 Uhr

    Wolf schau mal an die Orte der Welt, wo der Islam eingefallen ist!

    Willst Du das????

  • Antwort von Squareman, Samstag, 21.Juli, 13:28 Uhr

    Wer den Islam kritisiert ist nicht zwangsläufig rechts oder islamophob. Es gibt auch Muslime die den Islam kritisieren. Ich würde auch nie behaupten ich sei das Volk. Dieter Nuhr meinte man dürfe die Kritik am Islam nicht allein der AfD überlassen, und den werden sie sicher nicht als Rechten brandmarken wollen. Islam heiß Unterwerfung, und manche Leute in Deutschland unterwerfen sich anscheinend gerne unter den Islam.

Selim, Samstag, 21.Juli, 10:09 Uhr

12. ?Ditib?

Ich dachte, wir leben in einer Informationsgesellschaft.
Aber das ist Krampf.
Es gäbe viel zu erfahren, was nicht in wikipedia steht oder zu googeln ist.
Aber Bassam Tibi ist doch sogar über youtube zu sehen und Hamed abedl Samad auch!
Warum glaubt man diesen Islamkennern nicht?

Amelia, Samstag, 21.Juli, 09:53 Uhr

11. Häuser der Hetze?

Ich musste gerade - berufsfremd - in einer Hauptschulklasse vertreten - mit 88% Ausländeranteil, davon viele Muslime. Bisher kam ich mit letzteren gut aus, aber bei einer Auseinandersetzung wurde ich von einer Muslima barsch gefragt, ob ich denn (wenigstens) Ausländerin sei. Ich bejahte ironisch (Denn ich bin eine "Zugereiste") und bekam die abfällige Antwort: "Nee, Sie sind Deutsche." - So, als sei das inzwischen ein Makel. Soweit sind wir inzwischen....

  • Antwort von Lehrerin, Samstag, 21.Juli, 12:18 Uhr

    Amelia, das hätte ich Ihnen vor 15 Jahren schon sagen können.
    Es werden aber in Print und TV immer nur der Miniprozentsatz der Lehrer veröffentlicht, die dieses Multikulti toll finden und die es spannend finden, wie man die Namen der Migranten tanzt.
    Der Rest des Bodenpersonals, der sich als "deutsch" beschimpfen lassen muss, hat kraft des staatlich verhängten Beamtenmaulkorbs dieses zu halten.