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Initiative der Rhein-Metropolen Seenotrettung: Stadt Regensburg ist bereit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen

Die Stadt Regensburg sei grundsätzlich bereit, mehr aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Das sagte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer dem BR. Die Stadt hat sich einer entsprechenden Seenotrettungsinitiative angeschlossen - und ist damit Vorreiter in Bayern.

Von: Sebastian Grosser, Andreas Wenleder

Stand: 01.08.2018

"Refugees welcome - bring your families" steht auf einem Aufkleber (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa/Winfried Rothermel

Als erste bayerische Stadt schließt sich Regensburg der Seenotrettungs-Initiative der Rhein-Städte Köln, Düsseldorf und Bonn an. Wie diese Städte sei auch Regensburg bereit, zusätzliche aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge aufzunehmen, bestätigte die amtierende Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) heute dem Bayerischen Rundfunk.

"Ich denke, wir können nicht alle zuschauen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken. Ganz egal, wie die politische Debatte aktuell geführt wird. Ich glaube das ist unsere humanitäre Pflicht, auch unsere Christenpflicht. Wir legen ja viel Wert auf unsere christlichen Wurzeln, da können wir allein deshalb nicht wegschauen." Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Regensburg könne Beitrag leisten

Sie werde einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schreiben und die Bereitschaft der Stadt signalisieren, aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen. "Klar kann Regensburg da seinen Beitrag leisten. Wenn die Bundesrepublik ein Kontingent aufnimmt, soll die Bundeskanzlerin wissen, dass es Städte gibt, die kein Problem damit haben, ein paar mehr Flüchtlinge aufzunehmen", sagte Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Regensburg sei eine reiche Stadt, die wirtschaftlich und organisatorisch gut dastehe. Bereits 2015 habe die Stadt deutlich mehr Menschen aufgenommen, als die Zahl um die es jetzt gehe, so die geschäftsführende SPD-Bürgermeisterin.

Bund der Rhein-Metropolen

Die Rhein-Metropolen Düsseldorf, Bonn und Köln hatten vergangene Woche angeboten, zusätzliche Menschen aufzunehmen. Mit der Initiative wollen die Städte helfen, die durch politischen Druck ins Stocken geratene Seenotrettung im Mittelmeer aus humanitären Gründen wiederaufzunehmen. Zusätzlich fordern sie eine europäische Lösung für die Aufnahme und Verteilung von Flüchtlingen. Eine Forderung, der sich auch Maltz-Schwarzfischer anschließt: Die Mittelmeer-Anrainerstaaten dürften mit der Situation nicht alleine gelassen werden, sagte die Bürgermeisterin.


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