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"Ratisbest Immobilien" Satireportal bietet Mietwohnungen in Regensburger Dom an

Unter dem Motto "zeitgemäßes Wohnen meets History" ist in Regensburg derzeit ein Prospekt im Umlauf, der für Mietwohnungen im Regensburger Dom wirbt. Dahinter steckt ein Projekt eines Satireportals.

Von: Tobias Dörges

Stand: 12.02.2018

Satire-Broschüre um Regensburger Dom | Bild: BR/Veronika Meier

Nach einer satirischen "Bürgerbefragung" zur Neugestaltung des Regensburger Bahnhofsviertels haben die Aktionskünstler Hubert Lankes und Klaus Schwarzfischer jetzt die Regensburger Korruptionsaffäre und die hohen Immobilienpreise in der Stadt aufs Korn genommen.

Prospekte werben für Dom als Immobilie

In Regensburg machen zur Zeit professionell gestaltete Prospekte die Runde, die auf den ersten Blick wie die Werbung eines Immobilienunternehmens aussehen. Angeblicher Urheber ist eine "Ratisbest Immobilien". Ein Impressum hat der Prospekt nicht, aber einen Hinweis auf die Homepage www.touristifikation.de der beiden Satiriker Hubert Lankes und Klaus Schwarzfischer. Darin wird unter dem Motto "zeitgemäßes Wohnen meets History" etwa der Regensburger Dom als Wohnimmobilie angepriesen.

"Zu den Wohnungen im 2. und 3. Stockwerk gehört jeweils 1 repräsentativer Turm (105 m), der als Garage genutzt werden kann."

Zitat aus Prospekt

Immobilienunternehmen wird aufs Korn genommen

Ebenfalls finden sich Anspielungen auf ein Immobilienunternehmen, dessen Ex-Vorstandschef wegen der Regensburger Korruptionsaffäre bereits in Untersuchungshaft saß. Dieses Unternehmen bebaut derzeit ein Gebiet am Regensburger Brandlberg - der Regensburger Stadtrat hatte die anfänglich geplanten 197 Wohneinheiten auf 563 fast verdreifacht. Im satirischen Prospekt heißt es dazu:

"Immer beliebter und rentabler werden Investitionen in Mega-Wohnriegel. (...) Rabatte ab 800 Wohneinheiten möglich."

Zitat aus Prospekt

Lankes und Schwarzfischer hatten bereits im Herbst die damalige Bürgerbefragung der Stadt Regensburg zur Neugestaltung des Bahnhofsviertels aufs Korn genommen. Dabei kritisierten die Macher, dass der Bürger gar kein Mitbestimmungsrecht hatte, sondern nur ankreuzen konnte, ob die geplanten Neuerungen wichtig oder eher unwichtig seien.


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huggle, Mittwoch, 14.Februar, 07:43 Uhr

1. hätte man besser machen können

Gscheider wärs gewesen, wenn die Aktionskünstler das Geld nicht fürs Prospektedrucken ausgegeben, sondern der Regensburger Obdachlosenhilfe gespendet hätten. Das wär auch eine Aktion gewesen, aber eine, die hilft.