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Korruptionsaffäre Privaträume von Regensburger Ex-OB Schaidinger erneut durchsucht

Im Rahmen von Ermittlungen in der Regensburger Korruptionsaffäre sind erneut Privaträume des ehemaligen Oberbürgermeisters Hans Schaidinger (CSU) durchsucht worden. Auch weitere Objekte hatten die Ermittler im Auge.

Von: Kilian Neuwert

Stand: 16.01.2018

Hans Schaidinger, ehemaliger Oberbürgermeister Regensburgs | Bild: picture-alliance/dpa/Daniel Karmann

Im Zuge der Ermittlungen in der Regensburger Korruptionsaffäre sind die Privaträume von Regensburgs ehemaligem Oberbürgermeister, Hans Schaidinger (CSU), Ende vergangener Woche erneut von Ermittlungsbeamten durchsucht worden. Entsprechende Informationen des Bayerischen Rundfunks hat die Staatsanwaltschaft auf Anfrage bestätigt. Weitere Details wollte ein Sprecher unter Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht nennen, allerdings wurden laut seinen Auskünften noch andere Objekte im Zusammenhang mit den Ermittlungen durchsucht.

Schaidinger war bislang auf mehrfache BR-Anfrage nicht zu erreichen.

Bereits 2017 Hausdurchsuchung bei Schaidinger

Bei Schaidinger hatte es bereits im Januar 2017 eine Hausdurchsuchung gegeben. Damals war sein Amtsnachfolger, Joachim Wolbergs (SPD), wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet worden. Schaidinger steht im Verdacht, an illegalen Absprachen mit Bauträgern beteiligt gewesen zu sein, die in das Ende seiner Amtszeit fallen.

Neben Schaidinger wird gegen Wolbergs ermittelt. Er beerbte Schaidinger im Frühjahr 2014 als Oberbürgermeister von Regensburg. Zuvor war Wolbergs schon Bürgermeister.

Beratervertrag im Fokus der Ermittler

Im Zentrum der Verdachtsmomente gegen die beiden Kommunalpolitiker steht die Vergabe eines ehemaligen Kasernenareals im Stadtgebiet. Der Bauträger und Großspender der Regensburger SPD, Volker Tretzel, erhielt den Zuschlag nach dem Amtswechsel im Rathaus. In diesem Zusammenhang legen die Ermittler Schaidinger einen Beratervertrag zur Last, den er nach dem Ausscheiden aus dem Amt bei dem Bauträger angetreten haben soll. Der Posten soll mit 20.000 Euro monatlich dotiert gewesen sein. Der Vertrag soll Schaidinger noch während seiner Amtszeit als OB angeboten worden sein. Zudem soll ihm der Bauträger seine Segeljacht inklusive Skipper kostenlos zur Nutzung für eine Reise in Aussicht gestellt haben.

Ob Schaidinger den Vertrag tatsächlich angenommen hat, ist unklar. In der Vergangenheit haben sich weder er selbst noch sein Verteidiger zu den Vorwürfen geäußert.


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Goasl , Freitag, 19.Januar, 08:53 Uhr

14. Zu spät

Ob beim ehemaligen OB noch was zu finden ist??? Wäre ja zu blöd, etwaige Beweise im Haus liegen zu lassen. Hauptsache es wird wieder Meldung gemacht, um die Bürger vermuten zu lassen,..es tut sich was...
Garantiert, Schaidinger hat den Mist eingeladen, und Wolbergs kanns ausschaufeln,....
San beide strunzbläd....
Host mi

Hans Mayer, Mittwoch, 17.Januar, 15:49 Uhr

13. Im Selbstbereicherungsladen

Macht und Kapital sind Zwillinge, ganz besonders häufig in den Familien der Politiker anzutreffen. Wen ?s, dass die Politikverdrossenheit immer größer wird?

Wolfgang Kuhn, Mittwoch, 17.Januar, 15:18 Uhr

12. Schon der Anschein reicht...

Wie hat der BGH mit Blick auf das Thema Korruption mal geäußert: Schon der Anschein reicht! Ich, als Beamter, könnte mir angesichts solcher im Raum stehender Vorwürfe wohl nur noch die Kugel geben. Aber was ist schon ein Beratervertrag mit einer monatlichen Dotation in Höhe von 20.000 Euro? Man wird schon sarkastisch. Im Grunde genommen ist all das, was da in Regensburg von der Staatsanwaltschaft untersucht wird, unglaublich. Hoffentlich versandet das nicht...

in der Früh, Mittwoch, 17.Januar, 05:20 Uhr

11.

Das wird wahrscheinich nicht die letzte untere Schublade sein die Sie aufgemacht haben.Schaun wir mal dann sehn wir schon.

Wanda, Mittwoch, 17.Januar, 02:51 Uhr

10. alte Weisheit

Macht korrumpiert, unabhängig von der Parteizugehörigkeit...,