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Amberg NSU-Ausstellung startet an der OTH

Um die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) geht es ab heute in einer Ausstellung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg. Die OTH ist der 160. Standort der 2012 und 2013 konzipierten und in diesem Jahr noch einmal aktualisierten Schau.

Von: Guido Fromm

Stand: 02.05.2018

Besucherin der Ausstellung "Die Opfer des NSU" an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg. | Bild: Birgit Mair

An der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg ist ab heute eine Ausstellung um die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zu sehen. Sie wurde Von Birgit Mair konzipiert und in diesem Jahr noch einmal aktualisiert.

Eine Ausstellung - zwei Teile

Mair selbst hält zur offiziellen Eröffnung heute Abend um 18 Uhr einen Vortrag zu diesem Thema. Im ersten Teil der Ausstellung werden laut Vorabmeldung die Biografien der NSU-Opfer Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Mehmet Turgut, Habil Kılıç, İsmail Yaşar, Mehmet Kubaşık, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter dargestellt. Weitere Tafeln beschäftigen sich mit den Bombenanschlägen in Nürnberg und Köln sowie den Banküberfällen, bei denen unschuldige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden.

Der zweite Teil beleuchtet das Netzwerk des NSU. Verbindungen neonazistischer V-Leute verschiedener Verfassungsschutzbehörden mit den bisher Angeklagten werden skizziert. Analysiert werden auch die Gründe, warum die Mordserie lange nicht aufgedeckt wurde sowie der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkomplex.

"Außer Nazis und Rassisten"

Zum Schluss kommen Angehörige der Ermordeten zu Wort. Eltern, Kinder und Witwen berichten von der Zeit vor und nach dem Auffliegen des NSU, kommentieren den zu Ende gehenden Münchner NSU-Prozess und unterziehen die bisherige Aufklärung einer kritischen Beurteilung.

Die Ausstellung ist bis zum 11. Mai zu sehen und richtet sich ausdrücklich an alle Interessierten "außer Nazis und Rassisten".


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Jurek W., Mittwoch, 02.Mai, 15:50 Uhr

1. Da sollte man hart im Nehmen sein.

Also, das ist sicherlich eine Ausstellung, die man sich nicht ansehen sollte, wenn man mit einem hohen Gerechtigkeitsempfinden ausgestattet ist. Wie auch nicht, wenn man zur intelligenteren Spezies gehört. Da kommen zu viele Emotionen hoch, nicht nur wegen des absurden Verhaltens der drei Täter. Sondern auch wegen der ungehörigen Länge des Prozesses.

  • Antwort von Malocher, Mittwoch, 02.Mai, 22:41 Uhr

    @ Jurek W.:
    Wieso wegschauen und sich dem nicht stellen, was war? Was wollen Sie damit bezwecken?
    Es soll sich jeder - unabhängig vom je eigenen Gerechtigkeitsempfinden - diese Ausstellung ansehen. Denn: Nur wer weiß, was Rechte anrichten, wird ihnen Grenzen setzen.