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Flüchtlinge in Regensburg Radikalisierungsgefahr durch Moschee?

Im Juli öffnet eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im Regensburger Osten. Nur 200 Meter entfernt liegt eine Moschee, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Viele Regensburger beobachten das kritisch und fragen sich: Werden die Flüchtlinge bald Ziel islamistischer Rekrutierungsversuche?

Stand: 23.06.2016

Ar-Rahman-Moschee Regensburg | Bild: Silke Droll / BR

Die sogenannte Al-Rahman-Moschee im Regensburger Osten wird seit 2014 vom Verfassungsschutz beobachtet, denn mehrere salafistische Prediger sind hier in der Vergangenheit aufgetreten.

"Es ist eine Moschee, die wir im Blick haben als Plattform für salafistische Prediger. Und man muss natürlich schon sehr genau darauf achten, ob hier Salafisten versuchen, Flüchtlinge für die Szene zu gewinnen."

Markus Schäfert, Pressesprecher vom Verfassungsschutz

Stimmungswechsel in kurzer Zeit

Vor einigen Jahren hingegen war die Stimmung in Regensburg noch positiv: Für die Baupläne des Islamischen Kulturvereins gab es damals eine große Solidaritäts-Demonstration. Der Moschee-Neubau steht aber bislang nicht. Außerdem wandelte sich die Mitgliederstruktur stark, wie Anwohner berichten, die sich nach Kräften bemühten, den schon heute großen Anteil von Migranten zu integrieren. Der zeitweise gute Kontakt zu den Anwohnern kühlte deutlich ab.

Salafistische Prediger

Die Verfassungsschützer bezeichnen den Salafismus als hochproblematische Ideologie, die den Nährboden legen könnte für eine Radikalisierung seiner Anhänger. Der Salafismus steht laut Verfassungsschutz zum Beispiel für ein starkes Freund-Feind-Denken, für die Abwertung anderer Gruppen und eine Gesellschaft ohne Religionsfreiheit, Gewaltenteilung und Rechtsstaat. In Bayern haben Islamisten offenbar schon versucht, Kontakt zu Flüchtlingen herzustellen, auch unter dem Deckmantel von sozialer Hilfe.

"Wir sind keine Salafisten"

Die Regensburger Al-Rahman-Moschee

Als führende Kraft steht Kamal Yousef hinter dem Verein, ein ehemaliger Kinderchirurg aus Regensburg. Er sagt ganz klar zum Bayerischen Rundfunk: "Wir sind keine Salafisten." Die Verantwortlichen der Moschee warnen davor, Muslime unter Generalverdacht zu stellen und beklagen in einer Mitteilung eine Hetzkampagne mit beispiellosem Ausmaß. Man habe niemals einen Prediger im Haus gehabt, der Hass gepredigt hat. Mit der Salafistenszene im Sinne der Anwerbung von Kämpfern und Dschihadisten habe man in der Moschee nichts zu tun, heißt es. Man werbe auch keine Flüchtlinge für irgendwelche Zwecke an und sei gegen jede Form von Gewalt, Terror und religiösem Zwang.

Warum soll die Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarschaft entstehen?

Die Bezirksregierung wusste von der Moschee und den salafistischen Predigern. Dennoch entschied sie sich dafür, in unmittelbarer Nähe eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten. Das Gebäude habe gut gepasst und die Regierung verlasse sich hier auf den Verfassungsschutz, dessen Beobachtungen, aber auch auf die Schulungen, die er für Mitarbeiter in den Flüchtlingsunterkünften macht. Anwohner aber fordern mehr: Fachpersonal, das einen Dialog zwischen den Kulturen und Religionen im Regensburger Osten am Laufen hält. Sonst drohe ein Ghetto mit Parallelgesellschaften, mahnt Bernadette Dechant, CSU-Stadträtin für das Stadtviertel:

"Integration ist nur möglich, wenn alle bereit sind, aufeinander zuzugehen. Und da ist Personal, aber auch viel Geld notwendig, damit wir das schaffen. Denn diese Aufgabe auf Ehrenamtliche abzuwälzen, das schaffen wir nicht. Da gehe ich nicht konform mit unserer Kanzlerin. Ohne professionelle Hilfe schaffen wir das nicht."

Bernadette Dechant

Stadt und Regierung verweisen auf Ehrenamtliche und bestehende Angebote

In der neuen Flüchtlingsunterkunft setzt die Regierung der Oberpfalz allerdings einmal mehr auch auf die Hilfe von Ehrenamtlichen. Erfahrungsgemäß bilde sich unter Anwohnern von Unterkünften schnell ein Helferkreis, heißt es auf BR-Anfrage. Als festes Personal sollen sich ein Hausverwalter und ein Hausmeister um die Bewohner kümmern. Zusätzlich werde Asylsozialberatung angeboten. Die Stadt Regensburg verweist auf mehrere soziale Einrichtungen im Stadtosten und plant ein neues Begegnungszentrum für Regensburger und Flüchtlinge.


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Zukunftsseher, Sonntag, 26.Juni 2016, 17:10 Uhr

4. Der Islam hat nur einen Koran; auf den Menschen kommt es an.

Keine Panik! Die Asylanten sind entweder schon radikal oder gemäßigt. Und unter denen sind sicher sogar einige ehemalige IS-Kämpfer. Wer sich da rosarote Hoffnungen macht, dass diese jungen Männer alle hierher kommen und nun unsere westliche Lebensart annehmen werden oder nur etwas, der ist auf dem Holzweg! Was die alle annehmen, sind die finanziellen Vorteile und andere Unterstützungen. Ansonsten wird diese Zuwanderung so werden wie gehabt. Schauen wir konkret auf die Türkdeutschen: Parallelgesellschaften noch und nöcher. Die gleiche Perspektive gilt für die aus Syrien und anderen Länder Kommenden.

Gesetze statt Moschee!, Donnerstag, 23.Juni 2016, 21:59 Uhr

3. sehr schlechte Lage

Die Bezirksregierung hielt es also für eine gute Idee eine Flüchtlingsunterkunft direkt neben eine Moschee, insbesondere eine vom Verfassungsschutz beobachtete Moschee zu bauen?!

Wenn die sogar schon vom Verfassungsschutz beobachtet wird, dann ist da was. Es wird doch sowieso viel geduldet oder als nicht extrem eingestuft und aufgrund der fehlenden Ressourcen kann gar nicht alles überwacht werden.

Es sollte doch bei den Flüchtlingen nicht die Religion in den Vordergrund gestellt werden sondern der Staat und Gesetze!!

Aber selbst wenn man die Religionsebene betrachtet. Unter den Flüchtlingen sind auch Christen, die im Herkunftsland verfolgt werden, aber auch in Deutschland sich weniger gern gegenüber den muslimischen Flüchtlingen als Christen "outen" bzw. gab es schon einige Berichte, das muslimische Flüchtlinge über christliche Flüchtlinge herziehen, sie beleidigen und angreifen. Und das in Deutschland!

  • Antwort von B. Sachse, Sonntag, 26.Juni, 17:15 Uhr

    Darüber auch nur einige Gedanken zu verschwenden, ist sinnlos. Diese jungen Männer kommen doch schon geprägt durch ihre Religion an. Darunter sind leider Gottes sicher sogar welche, die beim IS gekämpft haben oder mit ihm sympathisieren. Es werden auch einige gemäßigte Muslime dabei sein. Doch der Großteil wird streng nach dem Koran leben wollen. Was sollen wir Ansässigen dazu sagen? Wir sind doch machtlos und können an diesen zusätzlich entstehenden Parallelgesellschaften absolut nichts ändern.

Barbara, Donnerstag, 23.Juni 2016, 14:17 Uhr

2. Während die Christen in islamischen Ländern unterdrückt werden,

werden hier ständig Moscheen gebaut!

EMGI , Donnerstag, 23.Juni 2016, 11:44 Uhr

1. Verständnis

Nur zu meinem Verständnis: wir sollen viel Geld in die Hand nehmen, damit die Flüchtlinge so brav bleiben, wie sich das bei uns ein Teil der Bevölkerung vorstellt, dass sie sind? Die Möglichkeit etwa die Salafistenprediger und ihre Klientel ggf. auszuweisen, salafistische Kampfmoscheen zu schließen, gibt es nicht? Da darf man sich nicht wundern, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung seinen Glauben an die Ordnungsmacht des Staates verliert. Noch schlimmer an den Ordnungswillen? Zu befürchten ist, dass das ein ziemlich schlimmes Ende nehmen wird, wenn nicht bald für den Bürger erkennbar nachhaltig gegengesteuert wird. Und da ist der Schmusekurs zur Integration keine Lösung.

  • Antwort von Hugo Trotz, Sonntag, 26.Juni, 17:22 Uhr

    Wenn der Bürger nicht bei der Wahl seit Mitspracherecht wahr nimmt - woanders hat er gar keins... Es ist doch anhand Pegida zu sehen und zu hören gewesen - erst mediales Geschrei, danach Ignoranz! Dass immer noch demonstriert wird, darüber berichtet man nicht mehr, so muss auch die Politik nicht mehr reagieren! Also wird weiter über die Köpfe des Wahlvolkes entschieden. Die jetzt angekommenen Asylanten sind geprägt durch ihren Glauben. Da ist es so gut wie sicher, dass die Männer alle in die Moschee gehen werden. Das ist auch verständlich. Weniger verständlich aber ist, dass die Gefährlichkeit der Predigten darin bekannt ist, aber unser Staat nicht eingreift. Wie er überhaupt zu viel duldet. Wer aber wird denn letztendlich diesen Christenhass ausbaden, der dort verbreitet wird? Unsere Oberen nicht, denn die schützen sich per Sicherheitsmaßnahmen und schirmen sich weit genug von diesen Gettos ab.