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Amberg Grammer-Hauptversammlung: "Es wird kein Know-How abfließen"

Das vergangene Jahr war ein bewegtes bei der Grammer AG in Amberg. Am Mittwoch fand die alljährliche Hauptversammlung des Autozulieferers statt. Dabei versprach Grammer-Vorstand Müller, dass kein Know-How durch die Übernahme aus China verloren gehen wird.

Von: Margit Ringer

Stand: 13.06.2018

Die Grammer AG in Amberg: Der Übernahmepoker des letzten Jahres wirkt nach. | Bild: picture-alliance/dpa/A. Weigel

In Amberg hat die Hauptversammlung der Grammer AG begonnen. Obwohl die geplante Übernahme durch das chinesische Unternehmen Jifeng nicht auf der Tagesordnung steht, beherrscht es die Hauptversammlung. Bei der Generaldebatte wird es viele Fragen dazu geben. Persönlich anwesend sind sowohl der Inhaber von Jifeng, Wang, zusammen mit seinem Sohn, als auch ein Vertreter des weiteren Großaktionärs Hastor, Rechtsanwalt Franz Enderle.

Dank an Mitarbeiter für Treue

Vorstandsvorsitzender Hartmut Müller blickte in seiner Rede auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. Gleich zu Beginn dankte der den Mitarbeitern für die Treue und Unterstützung im vergangenen turbulenten Jahr. Obwohl die Angebots-Unterlagen noch nicht veröffentlicht sind, zeigte er die Vorteile einer Übernahme durch Jifeng auf. Demnach sichere Jifeng im Falle einer Übernahme für siebeneinhalb Jahre die Standorte in Deutschland, für fünf Jahre weltweit. Auch das Beschäftigungsniveau werde bleiben, so Müller. Sowohl die Rechtsform, als auch die Struktur und sämtliche Vereinbarungen bleiben bestehen.

Schneller Wechsel zur E-Mobilität

Inhaber von Jifeng - Yiping Wang mit seinem Sohn

"Es wird keinen Abfluss von Know-How oder Technologie zum Nachteil unseres Unternehemns geben", bekräftigte Müller. Das gesamte geistige Eigentum bleibe innerhalb des Unternehmens. Der Vorstand sei davon überzeugt, dass zusammen mit den Chinesen der Wechsel zur E-Mobilität viel schneller vollzogen werden könne, als mit anderen Partnern. China sei für Pkw-Hersteller der mit Abstand wichtigste Markt. Jifeng unterstütze die Grammer-Strategie langfristig, eine Übernahme sei die "beste Lösung für das Unternehmen", so Müller.

"Wir werden unsere Wurzeln und DNA als ein global agierendes deutsches Unternehmen nicht verlieren."

Hartmut Müller

Zudem sei Jifeng von den Kunden akzeptiert. Die Rede dauert an, im Anschluss erfolgt die Generaldebatte mit den Fragen der Aktionäre.

Feindliche und freundliche Übernahme

Vor einem Jahr wurde bei der Grammer AG eine geplante feindliche Übernahme des Großaktionärs Hastor abgewendet. Auch am Mittwoch hat der umstrittene Großaktionär für Wirbel gesorgt. Dessen Anwalt Franz Enderle beantragte die Absetzung von Aufsichtsratschef Klaus Probst, unterlag aber nach einer Debatte in der Abstimmung. Erst nach Mittag begann dann die Aussprache über das Übernahmeangebot des chinesischen Autozulieferers Jifeng für Grammer und die Entwicklung des Unternehmens.

Das chinesische Unternehmen Jifeng will den Autozulieferer schlucken. Vor zwei Wochen schloss die Grammer AG mit dem Großaktionär Jifeng eine Investorenvereinbarung. Hastor will sich seinen Ausstieg aber gut bezahlen lassen und fordert mehr für seine Anteile, als die Chinesen bieten. Die Staatsregierung hat grünes Licht für die Übernahme gegeben.


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Alfred Haas, Mittwoch, 13.Juni, 22:45 Uhr

2. Ich habe um 20:00 das Handtuch geworfen

Die HV beschäftigte sich zu mehr als 90% nur mit dem Übernahmeversuchen von Hastor und Jifeng. Die Redebeiträge stammten überwiegend von Herrn Enderle und zwei Herren von Akionärsvereinigungen. Und die Antworten von Vorstand und Aufsichtsrat haben keineswegs zur Klärung beigetragen. Für mich ist dei Zukunft von Grammer ungewiß.

kritikwürdig, Mittwoch, 13.Juni, 18:38 Uhr

1. Die EU Wirtschaft wir immer häufiger Teil einer abartigen Diktatur aus Fernost!

Das wichtigste ist schon verloren, die Achtung und der Respekt vor Mernschen und deren Leben.
(...) und ich wundere mich, warum nicht alle Mitarbeiter sofort das jetzt Chinesische Unternehem verlassen.
Deutschland zeigt einaml mehr, dass wir keine Moral mehr haben, sondern nur Geldgierig sind.

Können Deutsche Unternehmen auch so einfach Unternehmen in China kaufen!

Früher mußte man sich Ländern durch Kriege einverleiben, die Chinesen kaufen sich heute einfach die Perlen der jeweilgen Länder, oder besser, wir begeben uns freiwillig und vollkommen wehrlos zur Wirtschaftsschlachtbank.

Der Westen kann den Chinawahn nur noch einfangen, wenn er massiv den "Virus" der Demokratie und Freiheit in China anpflanzt und großzieht. Mittelfristig ist das unsere einzigste Chance, wenn wir nicht Teil einer verachtenswerten Staatspartei werden wollen!
Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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