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Nein zum Unkrautvernichtungsmittel Goldsteig-Käserei verbietet Glyphosat

Die Goldsteig-Käsereien mit Sitz in Cham untersagen ihren Lieferanten die Verwendung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Goldsteig orientiere sich damit am Wunsch der Verbraucher, argumentiert das Unternehmen.

Von: Marcel Kehrer

Stand: 08.01.2018

Ein Mitarbeiter von Goldsteig arbeitet in Cham in der Käseproduktion.  | Bild: pa/dpa/Armin Weigel

Milchbauern, die Goldsteig beliefern wollen, dürfen auf ihren Futterflächen kein Glyphosat mehr einsetzen. Das hat das oberpfälzer Unternehmen bestätigt, nachdem die neuen Lieferbedingungen in der Branche die Runde gemacht hatten. Derzeit hat das Unternehmen rund 3.300 Milchlieferanten, die überwiegend in Ostbayern sitzen. Das Glyphosat-Verbot bei Goldsteig gilt seit dem 1. Januar - auch für Lieferanten aus Tschechien.

Rechtzeitig handeln

Die bäuerlichen Aufsichtsgremien des Unternehmens hätten den Schritt intensiv diskutiert und sich letztendlich an den Wünschen der Verbraucher orientiert, heißt es. Man wolle sich rechtzeitig und klar positionieren.

Ist Glyphosat krebserregend?

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU hat das Pestizid jedoch für fünf weitere Jahre zugelassen. Glyphosat ist einer der weltweit am meisten eingesetzten Unkrautvernichter, das Pestizid gilt als sehr wirksam und preiswert. Zuletzt hatte auch die Molkerei Berchtesgadener Land ein Glyphosat-Verbot in ihre Lieferbedingungen aufgenommen.

Goldsteig hat seinen Hauptsitz in Cham, kleinere Werke sind in Niederbayern.


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schöler Siegbert, Donnerstag, 11.Januar, 09:56 Uhr

19. Glyphosat

Bravo ich bewundere den Mut den immer mehr Molkereien und Städte haben dagegen anzugehen .

Michael Biebl, Mittwoch, 10.Januar, 19:06 Uhr

18. Der Falsche Weg

Die Glyphosat Debatte ist inzwischen zu einem Politikum geworden und die Verbraucher, die ein Glyphosat-Verbot fordern meist Ideologiegesteuert mit dem Gedanken daran, dass "Bio" und "Natürlich" das Beste überhaupt ist. Das ist jedoch eine uninformierte oder falschinformierte Meinung, die wissenschaftlich von allen möglichen Seiten widerlegt ist. Bei Artikeln wie diesen frage ich mich, wo sind die seriösen Wissenschaftsjournalisten beim BR sind. So ein Artikel sollte vor allem bei einem Politikum wie diesem nicht einfach so erscheinen, mit ein paar laschen Links zu schwachen, befangenen BR-Artikeln in denen die wissenschaftlichen Ergebnisse unprofessionell recherchiert und ungenau, also wohl ziemlich einseitig dargestellt sind. Es geht hier nicht darum, was der Verbraucher/Leser/Hörer will, es geht darum RICHTIG zu informieren.

Thomas, Mittwoch, 10.Januar, 18:26 Uhr

17.

Völlig richtiger Schritt! Goldsteig schlägt hier den richtigen Weg ein. Tausend Dank dafür und ich werde es Euch als treuer Kunde zurückgeben :)

Michael K., Mittwoch, 10.Januar, 10:27 Uhr

16. Glyphosat

Glyphosat-Blockade ,guter Schritt ! Reicht es aus,dem politischen Düngemittel-Filz das Wasser abzugraben ? Die Einführung /Kontrolle einer artgerechten Tierhaltung wäre ein weiterer wichtiger Punkt. Dazu z.B. ein Volksentscheid. Wieviel Bürger wirklich für Billigstlebensmittel die Massentierhaltung gepaart mit der unglaublichen Tierquälerei unterschreiben würden ? Es ist doch traurig, dass ein reiches Land wie Deutschland, gesegnet mit bester Natur es nicht schafft seine eigenen Tiere in der Landwirtschaft durch selbst angebautes Futter zu ernähren; statt dessen muss im großen Stil Tierfutter/Soja aus Übersee importiert werden. Es scheint lukrativer zu sein, Pflanzen anzubauen auf den Feldern, die mehr Geld für alles andere als Tierfutter bringen. Und dafür zahlen wir auch noch Steuergelder , die den Landwirten als Agrarförderung den Geldbeutel füllen. Wo ist eigentlich die Berufsehre der Landwirte geblieben, seine unmittelbare Umgebung mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen?

  • Antwort von herbert.s , Donnerstag, 11.Januar, 16:11 Uhr

    Hier ist sie, die von Ihnen geforderte Berufsehre eines Landwirts. Ich erzeuge jeden Tag (7/24/365) gesunde, regionale, geprüfte und mit viel Herzblut erzeugte Milch und verkaufe diese über Goldsteig an jene mündige Verbraucher die auch bereit sind dafür mehr Geld auszugeben. Glyphosat habe ich in der Vergangenheit aber auch eingesetzt. Allerdings nur sehr selten. Wenn ich eine Aufwandmenge je Hektar und Jahr nennen soll, so komme ich nach meinen Auswertungen auf ca 26 g je Hektar.
    Die zugelassene Aufwandmenge beträgt 1800 g Wirkstoff je Hektar. Ich scheue hier keinen Vergleich mit Glyphosat-Anwendern Im Hobbygarten, auf öffentlichen Plätzen und Wegen und schon gar nicht lasse ich mich in diesem Punkt mit Berufskollegen in Übersee vergleichen. Und wenn hier von gut gefüllten Geldbeuteln, (bedingt durch die Agrarförderung), die Rede ist, so hat der Verfasser schlichtweg keine Ahnung von Landwirtschaft.

  • Antwort von Michael K., Freitag, 12.Januar, 07:34 Uhr

    Freut mich zu hören, dass es sie noch gibt die Berufsehre beim Landwirt. Zu den Agrarförderungen kann ich nur wiedergeben, was das bayrische Fernsehen kürzlich in einem 3 Minuten-Spot verkündet hat. Sehr anschaulich dargestellt : EU-Direktzahlungen inform von Ausgleichszahlungen (Basisprämien, Greeningprämien,Jungbauernprämien, Erschwerniszulagen, Agrargiftvermeidungsprämien etc.) hier der link : https://www.br.de/mediathek/video/eu-agrarsubventionen-was-erhaelt-ein-bauer-und-wofuer-av:5a21b2d2963492001825cfa1

  • Antwort von herbert.s, Freitag, 12.Januar, 11:09 Uhr

    Im Gegensatz zu Ihnen habe ich weder Zeit noch Lust mich mit populistischen Sendungen auseinanderzusetzen. Es ist fraglich ob man in 3 MInuten ein System erklären kann oder will, das dazu dient die Bevölkerung mit besten und günstigen Lebensmitteln zu versorgen. Ich habe keine Ahnung was Sie beruflich machen, ich würde es mir jedenfalls nicht zutrauen Sie in Ihrer Arbeit zu kritisieren.

  • Antwort von Michael K., Montag, 15.Januar, 13:43 Uhr

    Der 3-Min.Spot ist nur eine Teilzusammenfassung einer umfassenden Sendung der BR (=> Unser Land (Br-Fernsehen 1.12.16) . Genauso könnte man ähnliche Sendungen wie folgt aufzählen,die ausführlich zu diesem Thema informieren : 1.Weniger Gießkanne, mehr Spielraum: EU-Kommission will flexiblere Agrarförderung (ARD Mediathek-29.11.17); 2. Subventions-Schild am Hof (ARD Mediathek-11.3.16); 3. Zukunft der Agrarförderung nach 2020 (Radio Bayern 2 -15.3.2017; 4.Europäischer Agrarfonds. Agrarförderung wird transparenter (Artikel der Bundesregierung - 3.6.2015) etc...Die Medien sind oft populistisch, aber Fakten kann man nachlesen. Eine Agrarförderung ist keine schlechte Sache, wenn man sie auf kleine Umstellbetriebe, Biobetriebe, Familienbetriebe beschränken würde. Vielfalt und Qualität statt Quantität.

Ernst, Dienstag, 09.Januar, 12:16 Uhr

15. Schreiben der goldsteig käsereien

In dem Schreiben v. Goldsteig v. 20.12.17. an die Genossenschaftsmitglieder v 30.bzw. 31.12.17 dass ab dem 01.01.18 kein Glyphosat behandeltes Futter aus eigenen Anbau bzw. Ernte nicht mehr verfüttert werden darf , jedoch steht dann in gleichem Schreiben , dass hinzu gekauftes Futtermittel n i c h t betroffen sei jedweder Art, somit erweckt, dass ein widersprüchliches Gerücht,, bin nur noch neugierig wann sich dann auch die großen Fleischriesen dem anschliessen u . keine Bullen u. Schweine etc. zur Schlachtung annehmen , somit werden diese Mastbetriebe dann kurz o. lang ihre Höfe einstellen bzw. schliessen , dann kommen nur noch Produkte aus wie Bullenfleisch aus Argentinien, Schaffleisch aus Neuseeland, ebenso Schweinefleisch aus Übersee, weil es dort kein Glyphosat v e r b o t gibt,

  • Antwort von Lucia, Mittwoch, 10.Januar, 10:25 Uhr

    Goldsteig hat dieselben Bedingungen eingeführt, wie sie auch bei der Molkerei Berchtesgadener Land herrschen - nur mit dem Unterschied, dass Goldsteig nicht angekündigt hat, ob dessen Lieferanten auch einen finanziellen Bonus analog zur Molkerei aus Oberbayern einführt.