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Hochwasserschutz Flutpolder-Streit: Entscheidung erst, wenn Studien vorliegen

Eine Entscheidung über die umstrittenen Flutpolder an der Donau im Raum Regensburg soll erst fallen, wenn zwei Studien vorliegen, die derzeit erarbeitet werden. Das wurde bei einer Podiumsdiskussion in Barbing deutlich.

Von: Thomas Muggenthaler

Stand: 20.06.2018

Donau bei Regensburg auf Höhe Donaustauf | Bild: picture alliance / Manfred Segerer

Über die umstrittenen Flutpolder an der Donau im Raum Regensburg wird entschieden, wenn zwei Studien vorliegen, die derzeit erarbeitet werden. Das sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, vor rund 300 Zuhörern bei einer Podiumsdiskussion in Barbing. Damit kommt das von den Poldergegnern erhoffte Aus für die Planungen offenbar vor der Landtagswahl nicht mehr.

Studien sollen bald vorliegen

Thomas Kreuzer (CSU), Hubert Aiwanger (FW), Eike Hallitzky (Grüne) und Klaus Adelt (SPD) diskutieren über Flutpolder

Die Studien sollen heuer noch vorgelegt werden, sagte Kreuzer. Dann wird politisch entschieden, ob die beiden Polder bei Eltheim und Wörthhof diesseits und jenseits der Donau gebaut werden. Wenn sich herausstellen sollte, dass der Hochwasserschutz mit anderen Maßnahmen wie einem besseren Staustufenmanagement am Main-Donau-Kanal besser erreicht werden kann, werden die Polder nicht gebaut, so der CSU-Mann, der sich selbst für "ergebnisoffen" erklärte. Und wenn sich die Befürchtung bestätigt, dass sich die Grundwassersituation für die Anwohner verschlechtert, kommen die Polder ebenfalls nicht. Die Poldergegner befürchten, dass Anwohner Wasser in ihren Häusern haben werden, wenn die Flächen geflutet sind.

Aiwanger lehnt Polder ab

Hubert Aiwanger, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Landtag, nannte die Polder unsinnig. Auch der SPD-Landtagsageordnete Klaus Adelt zeigte sich gegenüber diesen großen technischen Lösungen skeptisch und plädierte für kleine Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Eike Hallitzky, der Landesvorsitzende der Grünen, betonte die Notwendigkeit des Hochwasserschutzes. Er ist nicht grundsätzlich gegen die Polder und will die Studien abwarten. Zugleich sprach er sich dafür aus, dass das Staustufenmanagement künftig von den Wasserwirtschaftsämtern geregelt wird.


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websaurier, Mittwoch, 20.Juni, 12:06 Uhr

2. In ganz Deutschland...

...sind mittlerweile Tausende von (selbsternannten) Sachverständigen unterwegs, die nur noch Studien erarbeiten.
In allen Bereichen und allen Branchen werden nur noch Studien gemacht.

Es gibt sogar schon Studien, die besagen, dass Studien nichts bringen...

  • Antwort von AllgemeinExperte, Donnerstag, 21.Juni, 05:53 Uhr

    @websaurier. Sie haben hundertprozentig Recht mit ihrer Aussage. Noch dazu werden mit den Vorgaben/Parameter usw. im Vorfeld bei J e d e r "Studie" (auch Statistiken) deren Ergebnis (im Sinne des Auftraggebers natürlich, lach) bestimmt.

Huber, Mittwoch, 20.Juni, 11:05 Uhr

1. kleine Maßnahmen

Die "kleinen Maßnahmen" des Herrn MdL Adelt bestehen wohl aus Wassereimern und Sandsäcken ? Äußerst hilfreich !