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Artenschutz im Oberpfälzer Steinwald Der Habichtskauz kehrt zurück nach Bayern

Er war seit mehr als 100 Jahren ausgestorben in Bayern, jetzt ist der Habichtskauz zurück in freier Wildbahn: Im Steinwald werden die seltenen Tiere wieder angesiedelt.

Von: Margit Ringer

Stand: 26.06.2018

Der Habichtskauz ist die größte Waldeule in Europa und kann bis zu 60 Zentimeter groß werden. Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) hat das ehrgeizige Projekt bereits im vergangenen Jahr gestartet.

Jungtiere leben an geheimem Ort

Vor einigen Tagen nun sind drei Jungtiere aus den Zoos in Gotha und dem Taunus im Steinwald angekommen. Sie sind noch etwa drei Wochen in einer Voliere untergebracht, damit sie das Jagen lernen und werden dann ausgewildert.

Der Standort der Voliere ist geheim, da die Tiere nicht gestört werden und so wenig Kontakt zu Menschen haben sollten wie möglich. Wildkameras zeichnen den Fortschritt der Entwicklung auf.

Einzigartiges Wiederansiedlungsprojekt in Deutschland

Es ist das einzige Wiederansiedlungsprojekt des Habichtskauzes in Deutschland außerhalb eines Nationalparks. Im Steinwald und dem südlichen Fichtelgebirge findet der Habichtskauz gute Bedingungen vor.

Die Bayerischen Staatsforsten und die Bayerische Forstverwaltung haben in den vergangenen Jahren den Wald "umgebaut" und damit Totholz liegen oder Baumstümpfe stehen lassen und neue Biotope geschaffen oder Gewässer renaturiert. Davon profitiert der Habichtskauz nun, denn er nistet in verlassenen Greifvogelnestern, auf Baumstümpfen, in Höhlen, gerne aber auch in Nistkästen.

60 Nistkästen auf deutscher und tschechischer Seite

Deshalb haben die Staatsforsten und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz über 60 Nistkästen in der nördlichen Oberpfalz aufgehängt, damit die jungen Tiere später ein Zuhause finden. Auch im benachbarten Tschechien, in der Region Tachov, hängen bald solche großen Nistkästen, denn der Habichtskauz hat ein Einzugsgebiet von bis zu 50 Kilometern.

Bis vor 100 Jahren war der Habichtskauz noch im Bayerischen Wald, dem Oberpfälzer Wald und im Fichtelgebirge zu Hause. Weil der Wald strukturell nur mehr aus Fichten bestand und der Habichtskauz keine Nistmöglichkeiten und weniger Nahrung fand, wurde er nahezu ausgerottet. Eine handvoll Habichtskäuze leben noch im Bayerischen Wald, sie sind vom Aussterben bedroht und deshalb streng geschützt.


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Barbara, Dienstag, 26.Juni, 11:52 Uhr

1. Unser Herrgott hat einen großen Tiergarten!

Wie schön, daß der Kauz auch dabei ist!

  • Antwort von Maria A., Donnerstag, 28.Juni, 19:08 Uhr

    Schließe mich an. Wie wunderbar, dass es mal so eine Nachricht gibt. Denn es überwiegen doch die Bad News...