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AfD-Kundgebung und Gegendemos Über 500 Demonstranten pro und contra Moscheebau in Regensburg

Der bereits genehmigte Moscheebau in Regensburg sorgt für Pro- und Contra-Demos. Rund 200 Teilnehmer zählt die aktuelle AfD-Kundgebung gegen den geplanten Neubau. An den gleichzeitig stattfindenden Pro-Moschee-Demos beteiligen sich rund 350 Menschen.

Von: Andreas Wenleder

Stand: 24.03.2018

Pro- und Contra-Moschee-Demos in Regensburg | Bild: BR/Andreas Wenleder

Die AfD demonstriert seit 13 Uhr gegen den Moscheebau der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde im Regensburger Osten. Auch zahlreiche Gegendemos sind angelaufen. Rund um den Domplatz haben Organisationen, Parteien, die Gewerkschaft Verdi sowie Privatpersonen insgesamt zwölf Gegen-Kundgebungen angemeldet.

Der geplante Moscheebau der Regensburger Ditib-Gemeinde im Osten der Stadt soll 2,5 Millionen Euro kosten und noch im Frühjahr beginnen.

"Gegen rechte Hetze, für eine offene Gesellschaft"

Bereits um elf Uhr begann am Westportal des Domplatzes die größte Gegenveranstaltung unter dem Motto "Gegen rechte Hetze, für eine offene Gesellschaft". Als Redner ist der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt dabei. Auch Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) beteiligt sich an der Gegendemonstration. Die türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürger seien Teil der Stadtgesellschaft, sagte die Bürgermeisterin.

"Für ein gutes Miteinander in unserer Stadt ist es wichtig, dass wir friedlich und fair miteinander umgehen und unsere religiöse und kulturelle Vielfalt miteinander leben. Wir müssen ein klares Zeichen für Freiheit, Demokratie und eine starke Zivilgesellschaft setzen."

Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bürgermeisterin von Regensburg

Kritisiert wurde auf der Gegendemonstration die ausländerfeindliche Haltung der AfD. Aber auch Kritik an der türkischen Regierung wurde laut. Man dürfe die Erdoğan-Kritik nicht den Rechten überlassen, sagte eine Rednerin.

AfD: "Nein zur Erdogan-Moschee in Regensburg"

Die Kundgebung der AfD steht unter dem Motto "Nein zur Erdogan-Moschee in Regensburg". Die Anhänger der Partei haben sich auf dem Regensburger Domplatz versammelt. Die Veranstalter unterstellen der Gemeinde ein "politisches Instrument der türkischen Religionsbehörde" zu sein. Als Redner traten die stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Katrin Ebner-Steiner sowie der Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka auf. Sie warfen der Gemeinde vor, von der türkischen Religionsbehörde und damit vom türkischen Präsidenten Recep Erdoğan gesteuert zu werden. Zur Kundgebung konnte die Partei nach Polizeiangaben etwa 200 Anhänger mobilisieren.

Massive Sicherheitsvorkehrungen in Regensburg

Sowohl die AfD als auch die Gegendemonstranten (rund 350 Teilnehmer) hatten im Vorfeld deutlich mehr Beteiligung erwartet. Nach Angaben der Polizei blieben die Demonstranten auf beiden Seiten bislang friedlich. Es kam lediglich zu lauten verbalen Auseinandersetzungen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, um eine direkte Konfrontation der Lager zu verhindern.

Der Domplatz ist wegen den Demonstrationen für den Verkehr gesperrt. Doch auch rund um die übrigen Versammlungsorte muss laut Polizei mit Beeinträchtigungen für den Verkehr gerechnet werden.


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