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Modell für Bayern Tierärzte in Ost-Oberfranken müssen Notdienst machen

Weil der freiwillige Tierarzt-Notdienst zusammengebrochen ist, gilt im Osten Oberfrankens nun eine Notdienst-Pflicht. Das Modell könnte Schule machen.

Von: Lorenz Storch

Stand: 02.07.2018

Ein Tierarzt machen bei einem weißen Kaninchen einen Ultraschall: Das Geschäft mit kranken Haustieren. | Bild: colourbox.com

Der verpflichtende Notdienst für Tierärzte gilt ab Montag (02.07.2018) in den Landkreisen Hof, Wunsiedel und Bayreuth. Die diensthabenden Ärzte kümmern sich an Feiertagen und Wochenenden um Notfälle bei Kleintieren. Ost-Oberfranken ist damit die erste Region in Bayern, die eine Tierarzt-Notdienstpflicht einführen muss.

Tierkliniken mussten schließen

Bisher funktionierte der Tierarzt-Notdienst freiwillig. Doch die Tierkliniken in Bayreuth und Schwarzenbach an der Saale mussten schließen, weil sie nicht mehr genug Personal für Nacht- und Wochenenddienste hatten. Deshalb musste der Tierärztliche Bezirksverband Oberfranken einen verpflichtenden Notdienst einführen. Für Peter Beer, den Vorsitzenden des Tierärztlichen Bezirksverbands Oberfranken gab es keine andere Möglichkeit, um die tierärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten.

"Die Kleintierkliniken haben ihre Anerkennung zurückgegeben, weil sie keine Tierärzte mehr gefunden haben, die nachts arbeiten wollten. Wir waren ohnehin schon am Limit mit dem Notdienst. Und jetzt haben wir eben versucht, es auf möglichst viele Schultern zu verteilen."

Peter Beer, Vorsitzender Tierärztlicher Bezirksverband Oberfranken

Junge Tierärzte meistens weiblich

Die Ressourcen sind aber auch beim verpflichtenden Tierarzt-Notdienst knapp. Laut Peter Beer arbeiten die 20 Bereitschaftsärzte in der Region Hof-Wunsiedel am Limit. Um einen Missbrauch des Notdienstes auszuschließen, müssen Tierbesitzer die doppelten Kosten eines normalen Tierarztbesuchs zahlen, wenn sie ihn in Anspruch nehmen. Beer rechnet jedoch damit, dass es bald auch in der Oberpfalz und Unterfranken so weit kommt. Als Grund sieht er einen Wandel im Berufsbild: Über 90 Prozent der neuen Absolventinnen in der Veterinärmedizin seien weiblich und legten meist großen Wert auf geregelte Arbeitszeiten, sagt der Tierarzt aus Fohrenreuth.


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Also, Dienstag, 03.Juli, 08:25 Uhr

3. Barbaras Gwaaf' wieder mal

Hoffentlich haben Sie kein Haustier.

  • Antwort von Barbara, Dienstag, 03.Juli, 13:58 Uhr

    Wenn Sie mit mir reden wollen, dann sollten Sie sich zumindest einen Namen zulegen!

wir-sind-tierarzt, Montag, 02.Juli, 16:00 Uhr

2. Die Tierkliniken mussten nicht "schließen" ...

… sie konnten aufgrund der Arbeitszeitgesetzgebung mit dem bestehenden Personal nur den 24h-Dienst an 7 Tagen der Woche nicht mehr anbieten.
Damit musste für den Notdienst eine neue Regelung gefunden werden.
Das Problem gibt es bundesweit. Mehr Hintergrundinformationen: http://www.wir-sind-tierarzt.de/2018/02/tierarzt-notdienst-arbeitszeit/
Die Zwischenüberschrift "Tierkliniken mussten schließen" ist jedenfalls mehr als missverständlich.

Barbara, Montag, 02.Juli, 13:19 Uhr

1. Solange sich viele Geringverdiener nicht einmal eine Krankenkassen leisten

können, sollte die tierärztliche Behandlung von Hasen nicht so wichtig genommen werden.