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Nationalpark Steigerwald Landtag lehnt Machbarkeitsstudie ab

CSU und Freie Wähler im Landtag haben eine Machbarkeitsstudie für einen Nationalpark Steigerwald abgelehnt. SPD und Grüne hatten im Umweltausschuss per Dringlichkeitsantrag eine solche Überprüfung gefordert.

Stand: 25.06.2015 | Archiv

Steigerwald bei Ebrach | Bild: Bayerischer Rundfunk

Mit der Machbarkeitsstudie sollte auf breiter Basis erfragt werden, was aus naturschutzfachlicher, touristischer und wirtschaftlicher Sicht für und gegen einen Nationalpark Steigerwald spricht. Doch SPD und Grüne konnten sich bei der Abstimmung im Umweltausschuss des Landtags am Donnerstag (25.06.15), wie erwartet, nicht gegen die Mehrheit von CSU und Freien Wählern durchsetzen.

"Schützen und Nützen"

Im sogenannten Hohen Buchenen Wald im Ebracher Forst solle nach dem Grundsatz "Schützen und Nützen" weiterhin Holzeinschlag möglich sein, bekräftigten CSU und Freie Wähler. Der Steigerwald soll kein Nationalpark werden, sondern ein maßvoll genutzter Naturraum, argumentierte die Landtagsmehrheit und stellt sich damit einmal mehr hinter die Forstwirtschaft, die das Schutzgebiet heftig kritisiert hatte.

Endloser Streit um Schutzgebiet

Um das 770 Hektar große Schutzgebiet im Steigerwald wird seit langem gestritten. Im April 2014 hatte der Landkreis Bamberg die Rotbuchenbestände im Ebracher Forst unter Schutz gestellt. Im Mai 2015 hat die Regierung von Oberfranken jedoch ein naturschutzrechtliches Verfahren zur Aufhebung des Schutzgebiets gestartet.

Die Bayerische Staatsregierung hatte zuvor mit der CSU-Mehrheit im Landtag extra das Bayerische Naturschutzgesetz geändert. Nach dem neuen Gesetz sind für geschützte Landschaftsteile, die größer sind als zehn Hektar, nicht mehr die Landkreise, sondern die Bezirksregierungen zuständig. Kritiker sprechen von einer "Lex Steigerwald" und wollen weiter für den Erhalt des Schutzgebiets kämpfen.

Bund will Rotbuchen im Steigerwald schützen

Im Gegensatz zur Bayerischen Staatsregierung hat der Bund am Donnerstag (25.06.15) einen wichtigen Schritt zum Schutz der Baumbestände im Steigerwald getan. Er will die rund 40 Hektar in seinem Besitz befindlichen Rotbuchenbestände des Steigerwalds nicht mehr forstwirtschaftlich nutzen, sondern zu einem Naturwald machen.


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HinterTürkisch, Freitag, 26.Juni, 00:31 Uhr

4. Bund sabotiert Bayern!

Absurd! Das Ganze (BRD) ist schlauer als einer seiner Teile (Bayern)!! Darf eigentlich nicht(s Gutes) sein, was sein könnte? Es gab, wie mir erzählt wurde, vor kurzem im BR-Fernsehen einen Bericht über eine in einem fünf-fachen Schutzgebiet (wenn ich mich richtig erinnere: Landschaft-, Natur-, Vogel, europäisches+deutsches ...-Schutzgebiet) geplante Wildbach-Aufstauung zur Gewinnung regenerativer Energien im Allgäu: In diesem Fall geht, was gehen soll. Wenn aber umgekehrt angesichts von ca. 1,7 % (als Angabe so im Beitrag geäussert) unter Schutz stehender bayerischer Landesfläche weitere schutzbedürftige Flächen aufgrund wirtschaftlicher Interessen (siehe Beispiel oben!) nicht den ihnen zustehenden Schutz erhalten dürfen, ist die Ökonokratie schon passiert. Und das ist und bleibt auch von einem pragmatischen Standpunkt aus keine gute Nachricht!

Waldgott Gottwald, Donnerstag, 25.Juni, 22:12 Uhr

3. Wald zu Geld, oh nein...

Mir wird schon ganz schlecht, wenn ich mir vorstelle, wie bald wieder die Erntemaschinen durch den Hohen Buchenen Wald im Ebracher Forst pflügen, um große schöne Buchen umzulegen.
Wie schön wäre es, wenn sich einmal eine breitere Öffentlichkeit für den Steigerwald interessieren würde! Er ist wirklich ein imponierender Wald, besonders natürlich dort, wo es noch geschützte Kleingebiete gibt, wie den Erlensumpf, den Böhlgrund und den Wotansborn. Dort sieht es überhaupt nicht aus wie Kraut und Rüben, unordentlich, wie die Nationalpark- und Naturhasser das immer behaupten, sondern wie eine märchenhafte Säulenhalle mit einem grünen Blätterdach in dreißig Meter Höhe, wirklich. So ein Wald strahlt eine erfüllende Würde aus, und da sieht man keine Erntemaschine und keinen Holzstapel weit und breit! Es ist so erhaben! Ich finde davon sollten wir unbedingt mehr in Deutschland haben!

Frage: "Bund" (letzter Abschnitt), ist hier der BN gemeint oder die Bundesrepublik Deutschland?

Franz, Donnerstag, 25.Juni, 20:45 Uhr

2. Naturschutzgebiete

werden überbewertet. Wer mag schon naturbelassene Flächen, Artenvielfalt oder bayerischen Urwald? Überall streichholzgrade Fichten und quadratische Äcker ist doch eh schöner und bringt außerdem noch ein paar euro. Die Bauern mögen bitte weiterhin überall Mais anbauen, Bäche verschlammen und aus naiver Panik ums Vieh jeden einwandernden Wolf oder Luchs erschießen, Bayern ist schließlich ein Agrarstaat in dem die Natur nichts verloren hat...

sympathie träger, Donnerstag, 25.Juni, 19:57 Uhr

1. sollen doch andere den wald schützen !!!

mit der völlig chaotischen und kaum durchdachten energiewende kann heute jeder lobbyist den naturschutz mit idiotischen argumenten aushebeln !
in afrika , asien und südamerika nach schutz für den wald schreien und zuhause wie gehabt weitermachen !
das ist doch mal ein echt gutes vorbild !