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Selbstbestimmt leben im Alter Projektstart in Bamberg: Digitale Technik in der Pflege

Die Haustür per Tablet öffnen, ohne aufstehen zu müssen – das ist vor allem für Senioren oder Pflegebedürftige praktisch und ermöglicht ihnen, länger zu Hause zu wohnen. An diesem Punkt setzt nun das Forschungsprojekt "9 x Selbstbestimmt Wohnen in Oberfranken" an.

Von: Heiner Gremer

Stand: 18.12.2017

Die Deutschen werden immer älter und viele Menschen wollen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen, auch wenn sie bereits pflegebedürftig sind. Mit dieser Thematik beschäftigt sich nun das neue Forschungsprojekt "9 x Selbstbestimmt Wohnen in Oberfranken", das am Montag (18.12.17) in Bamberg im Beisein von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) vorgestellt wurde.

"Das Projekt '9 x Selbstbestimmt Wohnen in Oberfranken' untersucht zum einen den sinnvollen Einsatz digitaler Lösungen daheim. Zum anderen ist es Ziel des Projekts herauszufinden, wie die Akzeptanz für technische und digitale Assistenz erhöht werden kann."

Melanie Huml, Bayerische Gesundheitsministerin (CSU)

Digitale Technik in der Pflege

Auf kleinen Bildschirmen kann man sein Smart Home bedienen.

Senioren, Pflegebedürftige und ihre Familienangehörigen sollen in sogenannten Smart Homes Unterstützung von digitaler Technik bekommen. Mit Hilfe von technischen Assistenzsystemen können Senioren beispielsweise per Tablet oder Sprachbefehl die Haustür öffnen. Vom Sofa oder vom Rollstuhl aus sieht man, wer vor der Tür steht.

Das Smart Home unterstützt seinen Bewohner auch in anderen Bereichen: Wer das Haus verlassen will, bekommt die Information, ob mit Glätte zu rechnen ist. Die Technik verrät auch, ob alle Fenster geschlossen ist oder ob der Fernseher ausgeschaltet ist.

"Es ist wichtig, dass der Einsatz von Technik über klassische Hilfsmittel wie Rollstühle oder Rollatoren hinausgeht. Beispiele dafür sind die automatische Abschaltung aller elektronischen Geräte beim Verlassen der Wohnung oder automatische Rollladen- und Beleuchtungssteuerung."

Melanie Huml, Bayerische Gesundheitsministerin (CSU)

Aber es geht nicht nur um Technik – diese soll den Familien lediglich die Entscheidung erleichtern, ob die Pflege eines Angehörigen zu Hause möglich ist oder nicht.

Testpersonen gesucht

Die Verantwortlichen des Forschungsprojekts suchen in ganz Oberfranken neun Familien oder Nachbarschaftshilfen gesucht, die die technischen Hilfen drei Jahre lang kostenlos testen wollen. Wer Interesse hat, kann sich bei der Sozialstiftung Bamberg informieren.

Finanzielle Unterstützung

Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt mit rund 580.000 Euro, das sind 80 Prozent der Gesamtkosten. Die vorbereitenden Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Ab Januar 2018 beginnt die tatsächliche wissenschaftliche Forschung.

Projekt auf drei Jahre angelegt

Vier Projektpartner setzen die Studie die kommenden drei Jahre um. Das katholische Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung, die Handwerkskammer für Oberfranken, die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und die Sozialstiftung Bamberg, die Krankenhäuser und Altenheime betreibt.


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