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Großprojekt im Tourismus Ochsenkopf soll Gondelbahn für zehn Millionen Euro bekommen

An der Nordseite des Ochsenkopfs soll so schnell wie möglich eine neue Gondelbahn gebaut werden. Dafür will der Zweckverband zur Förderung des Fremdenverkehrs im Fichtelgebirge zehn Millionen Euro in die Hand nehmen.

Von: Kristina Kreutzer und Christiane Scherm

Stand: 12.06.2018

Winter Ochsenkopf | Bild: Erlebnisregion Ochsenkopf

Die derzeitige Seilbahn mit Sesselift an der Nordseite des Ochsenkopfs ist in die Jahre gekommen und soll durch eine neue Gondelbahn ersetzt werden. Der Zweckverband zur Förderung des Fremdenverkehrs und des Wintersports im Fichtelgebirge hat nun beschlossen, für den Neubau zehn Millionen Euro in die Hand zu nehmen.

Gondelbahn geplant

Geplant sei eine neue Gondelbahn mit Platz für zehn Personen, sagte der Bayreuther Landrat Hermann Hübner (CSU) auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Finanziert werden soll die neue Bahn über Kredite und Zuschüsse.

Keine Ersatzteile für Seilbahn mehr

Derzeit befördert lediglich ein Zweisitzer Wanderer und Skifahrer zum Gipfel. Durch die neue Gondelbahn werde die Kapazität verdoppelt, so Hübner. "Die Seilbahn ist seit 1991 in Betrieb und hat inzwischen 65.000 Betriebsstunden. Sie ist inzwischen marode und es gibt keine Ersatzteile mehr", erklärt der Landrat.

Gondelbahn ist wichtig für Tourismus

Im Winter kommt die Seilbahn an ihre Grenzen.

Wenn im Winter Hochsaison ist, komme die Bahn außerdem an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Skifahrer müssen lange anstehen, so Hübner. "Eine neue Seilbahn ist elementar – für die Touristen, aber auch für die Einheimischen. Sie würde auch andere Gästekreise ins Fichtelgebirge locken, beispielsweise ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. In der barrierefreien Gondelbahn würden auch Menschen mit Rollstuhl oder Familien mit Kinderwagen auf den Gipfel kommen", so Hübner. Außerdem könne eine Gondelbahn anders als der Sessellift auch nachts fahren. Das wiederum sei ein Vorteil für die Gastronomie am Gipfel. Mit dem Bau soll es bereits im kommenden Jahr losgehen.

Pläne für Gastronomie am Asenturm

Auch eines der Wahrzeichen im Fichtelgebirg soll saniert werden: der Asenturm.

Auch für den Gipfel gibt es weitere Pläne. So soll das Gasthaus am Asenturm saniert und möglicherweise zu einem Event-Restaurant ausgebaut werden. So könnten dort auch private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage stattfinden. Allein die Sanierung des Turms würde eineinhalb bis zwei Millionen Euro kosten, so Hübner.

Erneuerung der Süd-Seilbahn geplant

Nach dem Neubau der Nord-Seilbahn soll auch die Seilbahn auf der Südseite aus dem Jahr 1997 erneuert werden. An der Bleaml-Alm in Fichtelberg (Lkr. Bayreuth) sollen darüber hinaus die Rodelmöglichkeiten ausgebaut und eine Service-Station für Langläufer gebaut werden.

Positive Rückmeldung aus Bischofsgrün

Die Ochsenkopfgemeinde Bischofsgrün (Lkr. Bayreuth) hat die Entscheidung  positiv aufgenommen. "Wir sind einen guten Schritt weitergekommen. In der Region entsteht etwas Neues", so Bürgermeister Stephan Unglaub (SPD) im Gespräch mit dem BR. Eine Zehner-Gondel wäre für alle eine Bereicherung.

Mit einer neuen Mittelstation könnten künftig beispielsweise auch Radfahrer und Wanderer in der Mitte zusteigen und bis zum Gipfel gebracht werden. Noch werde um Fördermittel gekämpft, so Unglaub. Dennoch sei es das Ziel aller, das Projekt so zeitnah wie möglich umzusetzen. Im August will der Zweckverband erneut tagen.


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