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"Lex Steigerwald" Parteitag der Grünen: "Wenn es sein muss, ketten wir uns an diese Bäume"

Die bayerischen Grünen fordern die Staatsregierung auf, den "Hohen Buchener Wald" im Steigerwald zu schützen und geplante Baumfällungen zu stoppen. Sollte der Plan für die Rodungen nicht zurückgenommen werden, würden sich Parteimitglieder auch an die Bäume ketten.

Von: Stanislaus Kossakowski

Stand: 07.05.2018

 Buchenwald im Fruehjahr | Bild: picture alliance/blickwinkel/S

Die bayerischen Grünen werfen der Staatsregierung vor, sich nicht an ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Schutz eines Landschaftsschutzgebietes im Steigerwald zu halten. Die Partei hat die bayerische Staatsregierung aufgefordert, das Urteil zum Schutz des Steigerwald-Bestandteils "Hoher Buchener Wald am Ebracher Forst" zu befolgen und den Wald in diesem Gebiet nicht zu bewirtschaften.

8.000 Bäume sollen gefällt werden

Grünen-Politikerin Lisa Badum

Die Grünen folgten damit auf ihrem Programmparteitag in Hirschaid einem Antrag der Forchheimer Bundestagsabgeordneten Lisa Badum. Mit dem Parteibeschluss fordern die Grünen überdies die Regierung von Oberfranken auf, den "Hohen Buchener Wald" unverzüglich "als nutzungsfreies Naturschutzgebiet" auszuweisen. Zudem müsse sofort die im Herbst geplante Rodung von 8.000 Bäumen in dem Waldgebiet zurückgenommen werden. Badum kündigte an, die Grünen würden Druck auf die Staatsregierung machen.

"Wenn es sein muss auf nationaler und auf europäischer Ebene und wenn es sein muss, ketten wir uns auch an diesen Bäumen an."

Bundestagsabgeordnete Lisa Badum (Grüne)


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Seppl Holzverbraucher, Dienstag, 08.Mai, 12:19 Uhr

20. Jeder Bundesbürger verbraucht 1,3 Kubikmeter Holz im Jahr

Laut Angaben verschiedener Umweltorganisationen verbraucht der Durchschnittsbundesbürger jedes Jahr 1,3 Kubikmeter Holz (Papier ins Klo runter, Möbel auf Sperrmüll usw.). Rechnen sie das mal hoch auf 82,5 Mio. Einwohner. Sollen wir diese Holzmengen den letzten Ureinwohnern im Amazonas wegnehmen, oder den Berggorillas in Zentralafrika oder den Orang-Utans in Indonesien? Oder sollen wir noch mehr von dem ökologisch unschlagbaren, nachwachsenden Rohstoff Holz durch Plastik ersetzen?
Holznutzung in Deutschland bedeutet nicht wie andernorts Waldvernichtung. Waldfläche und Holzvorräte nehmen in Bayern gerade wegen einer naturnahen Waldbewirtschaftung zu.
Aber bei ökologisch besonders wertvollen Wäldern sollte sich unsere Gesellschaft auch mal einen Holznutzungsverzicht leisten können. Dann müssen wir Verbraucher halt Recyclingpapier im Klo benutzen, wäre evtl. gar keine so große Umstellung.

Susanne, Montag, 07.Mai, 19:05 Uhr

19. Baumfällungen Hohen Buchener Wald

Warum steht im Artikel nicht, warum die Bäume gefällt werden sollen? Wer hat diese Entscheidung getroffen und wann? Wo sind die Ausgleichsflächen? Nur Parolen, keine Information.

Wolfgang, Montag, 07.Mai, 14:27 Uhr

18. Wie sähe denn dort nachhaltig-korrekte Forstwirtschaft aus?

Ich las mal alle 10 Jahre eine Lichtung schlagen von 20m bis 50m Durchmesser, ein Teil Altholz und Stümpfe lassen und auf den Flächen Naturverjüngung, ggf. gezielte Anpflanzung standortgeeigneter Setzlinge. Evtl. auch einen einzelnen Überständer in dem Bereich.
10 bis 15 Jahre später kann dann wieder ein neuer Abschnitt umgeschlagen werden.
Im Prinzip entsteht ein Wald mit einem gemischten Bestand der halben Umschlagszeit.

Renate E., Montag, 07.Mai, 12:40 Uhr

17. Hut ab!

Endlich mal ein begrüßenswertes Projekt der Grünen. Dazu noch eines, was wirklich zur Namensgebung passt. Man sollte es nicht für möglich halten - denn die Grünen sind seit einigen Jahren vorrangig auf dem Willkommenstrip...

CSU-Abschussrampe im Wald, Montag, 07.Mai, 11:17 Uhr

16. Konservative REVOLUTION

Weg mit all den vielen Bäumen.

Die sind doch sowieso schuld am Tod von Auto- und Motorradfahrern.

Wo Bäume fallen, kommen ANKER-Zentren hin.
Wann begreift Ihr denn das endlich?

Und wo noch Platz ist, errichtet Amazon noch ein paar Hallen zur Mitarbeiterausbeutungsbeobachtung.