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Offener Brief Familie getöteter Sophia wirft Polizei Versäumnisse vor

Die Familie der getöteten Studentin Sophia L. hat in einem im Internet veröffentlichten Schreiben schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Demnach wurden erste Nachfragen der Eltern, die ihre Tochter als vermisst meldeten, nicht ernst genommen.

Stand: 30.06.2018

Polizisten sichern am Fundort einer Frauenleiche, nahe der Autobahn bei Asparrena, Spuren.  | Bild: dpa-Bildfunk/Jesus Andrade

Auch habe es Tage gedauert, bis es zwischen verschiedenen Polizeibehörden eine Verständigung darüber gegeben habe, wer für den Fall zuständig sei.

"Wenn das nächste Mal tief besorgte Menschen zu Ihnen kommen und ihre Tochter als vermisst melden, weil ihr Verhalten dem Gewohnten nicht entspricht, dann wünschen wir uns, dass Sie diese Menschen sofort ernst nehmen und nicht mit Verletzungen reagieren."

Im Internet veröffentlichtes Schreiben der Eltern von Sophia an die Polizei

Und "streiten Sie sich bitte nicht tagelang mit sich selbst, welche Dienststelle zuständig ist", heißt es in dem Text weiter.

Angehörige fühlten sich allein gelassen

Die Angehörigen machen in dem Schreiben deutlich, dass sie sich bei der Suche nach der 28-jährigen Sophia zunächst allein gelassen fühlten. Die ersten Ermittlungserfolge kamen demnach nicht durch die Arbeit der Polizei, sondern durch Nachforschungen von Angehörigen und Freunden zustande, die über das Internet Suchaufrufe starteten.

Die Studentin Sophia L. hatte Mitte Juni versucht, von Leipzig aus per Anhalter nach Nürnberg zu fahren, um von dort weiter in ihre Heimatstadt Amberg zu gelangen. Von einer Tankstelle aus fuhr sie mit einem LKW mit marokkanischer Zulassung mit. Dessen Kennzeichen schickte sie Berichten zufolge noch selbst per SMS an ihre Familie. Eine Woche später wurde Sophias Leiche dann im spanischen Baskenland gefunden, allerdings erst vor wenigen Tagen identifiziert. Getötet wurde sie aber offensichtlich schon in Deutschland. Der tatverdächtige Fernfahrer wurde festgenommen.


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