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Combat 18 Neonazi in Hof vor Gericht

Ein Neonazi muss sich heute vor dem Amtsgericht Hof wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Der Rechtsextremist soll im vergangenen September 24 Patronen nach Deutschland geschmuggelt haben.

Von: Jonas Miller

Stand: 24.04.2018

Schild vor dem Hofer Landgericht | Bild: BR

Bereits im April sollte der Mann aus Hessen vor dem Amtsgericht zum Prozess erscheinen, fehlte aber unentschuldigt. Der Vorsitzende Richter erwirkte einen Haftbefehl. Der Neonazi wurde einen Tag später problemlos an seiner Arbeitsstelle festgenommen, wie der Pressesprecher des Amtsgerichtes Hof dem BR auf Anfrage mitteilte.

Festnahme durch GSG9

Dem Prozess vorausgegangen war eine zweitätige Schießübung deutscher Rechtsextremisten in Tschechien im September vergangenen Jahres. Die deutschen Behörden wussten offenbar von dem Schießtraining und kontrollierten insgesamt zwölf Personen beim Grenzübertritt im oberfränkischen Schirnding im Landkreis Wunsiedel. Auch die GSG9, die Anti-Terror-Spezialeinheit der Bundespolizei, war im Einsatz.

Rassenkrieg als Ziel

Der Mann sollen laut Sicherheitsbehörden der gewalttätigen und rechtsextremen Gruppe „Combat 18“ (C18) angehören. Übersetzt heißt "Combat 18" Kampftruppe Adolf Hitler: Die Zahl 18 steht für AH, den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet. Die Gruppierung wurde 1992 in England gegründet und gilt als bewaffneter Arm von der in Deutschland verbotenen Gruppierung "Blood and Honour". Propagiert wird ein "führerloser Widerstand", konspirative und eigenständige C18-Zellen sollen demnach mittels Bombenanschlägen und Exekutionen einen Rassenkrieg auslösen.

"Combat 18"-Mitglieder auch in Bayern

C18 war vor allem in den 1990er-Jahren aktiv und wird für Bombenanschläge, Morde und Mordversuche verantwortlich gemacht. In Deutschland trat die Gruppe in den vergangenen Jahren öffentlich nicht in Erscheinung. Laut Innenministerium existiert seit 2013 wieder eine Gruppe in Deutschland, die unter dem Namen "Combat 18" auftritt. Deren Mitglieder wohnen demnach im ganzen Bundesgebiet, auch in Bayern.

Ähnlichkeiten zum NSU

Das Vorgehen des rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erinnert stark an die Idee des bewaffneten Kampfes von "Combat 18". So heißt es in einer Terroranleitung der Gruppe, die Kämpfer sollen "Todeslisten" führen, in kleinen Zellen operieren, Nagelbomben gegen Migranten einsetzen und keine Bekennerschreiben hinterlassen. All diese Komponenten weist auch der NSU auf.


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