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Streit um Naturschutzgebiet Bund Naturschutz beantragt Schutzgebiet im Steigerwald

Der Bund Naturschutz kämpft weiter für ein Naturschutzgebiet bei Ebrach (Lkr. Bamberg). Die Naturschützer haben nun bei der Regierung von Oberfranken ein nutzungsfreies Naturschutzgebiet beantragt.

Von: Heiner Gremer

Stand: 11.04.2018

Baumkronen im Steigerwald | Bild: picture-alliance/dpa

Der Bund Naturschutz hat die Regierung von Oberfranken angeschrieben und ein nutzungsfreies Naturschutzgebiet bei Ebrach beantragt. Das teilte Hubert Weiger, der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern (BN), heute mit.

Schutzwürdige Buchenbestände

Das neue Naturschutzgebiet soll in Zielsetzung und Abgrenzung dem vormaligen geschützten Landschaftsbestandteil "Hoher Buchener Wald" entsprechen, das nur aus formalen Gründen aufgehoben und dessen Schutzwürdigkeit aber vielfach anerkannt wurde, so der BN. Die Naturschützer fürchten, dass nach der Auflösung nun die Buchenbestände gefällt werden. Zudem sei eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung für einen Nationalpark Steigerwald, so der BN.

"Wir werten den Umgang mit unserem Vorschlag als Gradmesser für die Glaubwürdigkeit der neuen Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder, ob es im Waldnaturschutz Fortschritte gibt oder ob auch im Staatswald weiterhin der Holznutzung klarer Vorrang eingeräumt wird."

Hubert Weiger, Landesvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern

Das Landratsamt Bamberg hatte den "Hohen Buchener Wald" wegen seiner starken Altbäume bereits im Jahr 2014 unter Schutz gestellt. Da das Landratsamt sich weigerte, dieses 775 Hektar große Schutzgebiet wieder aufzulösen, wurde von der CSU-Mehrheit im Landtag extra das Bayerische Naturschutzrecht geändert, so dass die Regierung von Oberfranken den Schutzstatus aufheben konnte. Ein Vorgehen, das von der Landtagsopposition als "Lex Steigerwald" kritisiert wurde. Der BN zog vor Gericht und klagte damals erfolglos gegen die Aufhebung des Schutzgebiets durch die Regierung von Oberfranken.


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