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Paukenschlag in der Klinikumaffäre Staatsanwaltschaft Ingolstadt erhebt Anklage gegen Alt-OB Lehmann

Ingolstadts Alt-Oberbürgermeister Alfred Lehmann soll sich wegen Bestechlichkeit und Untreue vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft heute bekannt gab, hat sie beim Landgericht Ingolstadt Anklage erhoben.

Von: Susanne Pfaller

Stand: 09.03.2018

Staatsanwaltschaft Ingolstadt weitet Ermittlungen in der Untreue-Affäre am Klinikum aus | Bild: BR / Tobias Betz

Im Zuge der Affäre um das Klinikum Ingolstadt hatte die Anklagebehörde gut ein Jahr lang gegen den CSU-Politiker ermittelt.

Historie einer Affäre

Der CSU-Politiker Lehmann war im Zuge der Affäre rund um das Klinikum Ingolstadt ins Visier der Ermittler geraten. Insgesamt gibt es in dem Klinikum-Skandal um Vetternwirtschaft gut ein Dutzend Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft startete ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Rathauschef Ende 2016 - zuerst wegen Bestechlichkeit, später zusätzlich wegen Vorteilsannahme.

Verdächtige Immobiliengeschäfte

Ingolstadts OB Alfred Lehmann 2010

Dabei ging es im Wesentlichen um zwei Immobilen-Geschäfte des Ex-OBs, die beide 2012 stattfanden. Im Zusammenhang mit dem Kauf einer neugebauten Luxuswohnung im Stadtzentrum ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Lehmann wegen Bestechlichkeit. Diese von Lehmann erworbene Wohnung liegt auf dem Gelände des Alten Krankenhauses, das dem Klinikum gehörte. Dieses wertvolle Grundstück hatte die städtische Tochter während der Amtszeit Lehmanns an einen Bauträger verkauft.

Auch gegen den Geschäftsführer dieses Bauträges wird ermittelt - wegen Bestechung. Im Frühjahr 2017 hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Lehmann ausgeweitet: Wegen des Verdachts auf Vorteilsannahme nahm sie Lehmanns Kauf von Studentenwohnungen auf dem ehemaligen Gelände der Pionierkaserne unter die Lupe.

2017 Razzia in der Privatwohnung von Alfred Lehmann

Auf dieses Immobiliengeschäft war die Behörde erst im März 2017 durch eine Razzia in Lehmanns Privatwohnung aufmerksam geworden. Die Staatsanwaltschaft stellte dabei Unterlagen sicher und sprach von einem "Domino-Effekt der Verdachtsmomente".

Den Verkauf der Flächen auf dem Kasernengelände hat die städtische Industriefördergesellschaft IFG abgewickelt. Damit war Lehmann möglicherweise auf beiden Seiten des Immobilien-Deals, denn der damalige Oberbürgermeister war auch Verwaltungsratsvorsitzender der IFG.


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