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Keine Idylle mehr Warum Bad Tölz für Touristen immer unattraktiver wird

Seit 2008 hat die Zahl der Übernachtungen in Oberbayern um mehr als 30 Prozent zugenommen. Dabei glänzt die Branche nicht überall so, wie es scheint. Beispiele aus dem "schönen" Bad Tölz.

Von: Martin Breitkopf

Stand: 12.02.2018

Badeteil in Bad Tölz | Bild: BR

Im Badeteil von Bad Tölz befinden sich seit vielen Jahrzehnten die Kurhotels der Stadt. Eine Filmkulisse, könnte man meinen. Der Freundeskreis Badeteil macht andere Beobachtungen:

"Das Fernsehen zeigt die schöne Wunschseite – die Realität im Badeteil sieht anders aus."

Willibald Raab, Vorsitzender 'Freundeskreis Badeteil'

Ein gespenstischer Kurpark

Immer mehr Pensionen und Hotels machen dicht. Der Kurpark wirkt gespenstisch: Vor drei Jahren hat das Traditionshotel Jodelquellenhof geschlossen. Das Spaßbad Alpamare gleich daneben machte wenig später zu. Ein Teufelskreislauf, der Stadt seien die Hände gebunden, sagt Bürgermeister Josef Janker. 

"Wenn ein Eigentümer sagt, ich möchte schließen, dann können wir als Kommune nichts machen – außer wir gehen auf den Wunsch des Eigentümers ein und lassen hier Wohnbebauung zu."

Josef Janker, Bürgermeister

In den letzten Jahren wurden immer mehr Hotels zu Wohnblocks umfunktioniert. Das bringt schnelles Geld für die Eigentümer. Für den Tourismusstandort sei das ein falsches Signal, meint Willibad Raab.

"Bad Tölz hat den Wechsel von der Kur zum normalen Tourismus nicht in der Weise geschafft bzw. gesteuert wie es andere Gemeinden längst gemacht haben."

Willibald Raab, Vorsitzender vom Freundeskreis Badeteil 

Übernachtungszahlen gehen zurück

Bad Tölz fehlen Hotelbetten. Deshalb gehen die Übernachtungszahlen Jahr für Jahr zurück. Schon vor Jahren entwickelte die Stadt ein Hotelkonzept. Doch ein passender Investor hat sich bis jetzt noch nicht gefunden.  Die Übernachtungsproblematik schmerzt Bürgermeister Josef Janker. Er möchte aber "nicht sagen, dass wir in ein tiefes Loch gefallen sind, weil jetzt das Alpamare geschlossen hat oder wir weniger Hotelbetten haben". Die Gemeinde, so der Bürgermeister, hänge nicht am Tropf.


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Gerda Kühn, Dienstag, 13.Februar, 10:38 Uhr

3. Betten statt Wohnraum

Und was bitte ist daran falsch wenn Wohnraum statt Hotelbetten die nicht belegt sind geschaffen werden? Tölz ist schon fast Münchner Vorstadt - warum wehrt sich die Gemeinde derart dagegen daß dauerhaft Menschen in die Gegend ziehen? Ist es besser einen Gespernster - Kur- Betrieb zu haben den keiner mehr will wie es scheint? Wäre es lukrativ, fänden sich auch Investoren für neue Kurkonzepte. Doch dafür gibt es eben rund um Tölz bessere Standorte. Herr Bürgermeister sie sollten Umdenken und nicht auf ein totes Pferd setzen. Damals als die Kasernen aufgelöst worden sind fing das schon an mit der falschen Denkrichtung. Dort hätte niemand etwas gegen einen Hotelbunker gehabt - das Gelände was schon verbaut. Aber jetzt in die besten Wohnlagen nur Fremde einnisten ist nicht sehr sozial. Und bringt langfristig auch keine Gewinne - wie sich gerade zeigt. Schon klar, BAD Tölz verliert seinen Status wenns nicht weiter geht. Aber dann macht doch ein Projekt und das richtig und nicht viele Kleine.

Reichenhaller, Dienstag, 13.Februar, 04:30 Uhr

2. Hausgemachte Probleme

In meiner Heimatstadt Bad Reichenhall wurden nach zähen Kämpfen mit den Baurecht auch viele alte Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz standen, von der Kurpension in Eigentumswohnungen umgebaut - das Ortsbild ist aufgewertet, weil die Häuser erhalten werden konnten. Die Standards der weggefallenen Zimmer waren seit langem nicht mehr zeitgemäß - z.B. Etagenbäder - da wäre sowieso niemand mehr zum Urlauben gekommen, weil schon seit den 1970er Jahren nichts mehr renoviert wurde. Wozu auch - die Kurgäste der Krankenkassen kamen von alleine und suchten billige Quartiere. Die Zukunft sind mittelgroße 3 - 4 Stern Häuser, die sich auf die kurzen Aufenthaltsdauern von 3 - 5 Tagen einrichten und nicht die gigantischen österreichischen Wellnesstempel mit unwirtschaftlichen Betriebskosten.
Bad Tölz wäre doch ein super Kurzurlaubsziel für München und Umland und auch gut mit der BOB erreichbar......

Wolfgang, Montag, 12.Februar, 18:55 Uhr

1. Bei Bad Tölz Gewerbe und Wissenschaft ansiedeln

und zur Verkehrserschließung als Eisenbahn-Brenner-Zulaufstrecke die Bahn über Wolfratshausen-Geretsried ausbauen und ca 45km Tunnel von Lengries nach Baumkirchen/Tirol.

Ob man nun mit zusätzlichen Zügen die Gegend um Rosenheim ( eine längere Strecke ) belastet oder neu eben die Oberländer. Die Oberländer haben nicht mehr Schutzbedürfniss!